Eurosport - Mi 04.Nov. 17:20:00 2009
Das sportliche Lebenswerk des österreichischen Handball-Trainers Gunnar Prokop liegt nach den drakonischen Strafen durch die Europäische Handball-Föderation (EHF) in Trümmern. Der 69-Jährige wird nach seinem rüden Foul in der Champions League drei Jahre für alle internationalen Wettbewerbe gesperrt.
Als Grund nannte die EHF "Vergehen gegen die Prinzipien des Fairplay". Außerdem muss Prokop, der auch als Funktionär tätig war, 45.000 Euro Strafe zahlen und wird lebenslang von allen EHF-Posten ausgeschlossen.
Geldstrafe für Prokops Verein
Prokops Verein, der achtmalige Champions-League-Sieger Hypo Niederösterreich, muss 30.000 Euro Strafe zahlen und bekommt aller Voraussicht nach den Punkt aus der Partie gegen HB Metz aberkannt. Innerhalb der kommenden 21 Tage können die betroffenen Parteien beim Schiedsgericht der EHF Einspruch einlegen.
Prokop hatte am vergangenen Donnerstag beim 27:27 gegen HB Metz kurz vor dem Schlusspfiff mit einem Bodycheck gegen eine Gäste-Spielerin einen Konter verhindert und die Rote Karte gesehen. Bereits am Dienstag war er als Trainer seines Teams zurückgetreten, kurz darauf enthob ihn die EHF seiner Funktionen als Vorsitzender und Mitglied der Kommission für die Clubwettbewerbe der Frauen.
"So höre ich nicht auf"
Zumindest als Manager seines Vereins möchte Prokop aber weitermachen. "So höre ich nicht auf", hatte er vor der Urteilsverkündung am Mittwoch gesagt. Gleichzeitig räumte er ein: "Vielleicht war es auch ein Wink von oben, dass ich aufhören soll. Daher wird es Prokop als Trainer nicht mehr geben."
In einem Offenen Brief zeigte Prokop Reue. "Ich kann mich nur bei der gegnerischen Mannschaft, der betroffenen Spielerin und der Sportwelt für mein unüberlegtes und unverzeihliches Fehlverhalten entschuldigen", sagte er. Den Auslöser für seinen Ausraster erkennt er im mentalen Bereich. "Psychisch und emotional bin ich vielleicht als fast 70-Jähriger nicht mehr so wie mit 50 Jahren."
Einspruch gegen die Strafen
Prokop und sein Verein Hypo Niederösterreich legen gegen die harten Strafen durch die Europäische Handball-Föderation (EHF) allerdings Einspruch ein. "Wir werden die Entscheidung beim EHF-Schiedsgericht bekämpfen. Auch die EHF muss sich an ihre eigenen Statuten und Reglements halten, was mit ihrer Entscheidung nicht geschehen ist. Demgemäß wird das EHF-Schiedsgericht die Entscheidung auch aufheben müssen", teilten Prokop und der achtmalige Champions-League-Gewinner auf ihrer Vereins-Homepage mit.
Darüber hinaus behalten sich die beiden Bestraften vor, die Höhe der Geldstrafen und Sperren auch bei den Ordentlichen Gerichten zu bekämpfen, falls dies notwendig sein sollte.
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Kommentare 1 - 1 of 1
Von Reue keine Spur: Prokop kehrte nach der Roten Karte breit grinsend auf die Trainerbank zurück und erklärte später in einem Interview seine "Taktik": "Bevor ich das Spiel verliere, muss ich die Rote Karte riskieren. Taktisch war es völlig richtig, und es war ja auch keine Verletzungsgefahr.
nach solchen Worten kann er sich entschuldigen wie er will. Sollten die wirklich in Berufung gehen, hoffe ich, daß die Strafe noch härter wird.
Solche Leute haben im Sport nichts verloren. Auch nicht als Manager.
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