Stadt Vancouver übergibt Olympisches Dorf

Do 05.Nov. 10:46:13 2009

Vancouver (dpa) - 100 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2010 hat die Stadt Vancouver als Bauherr das Olympische Athletendorf an das lokale Organisationskomitee VANOC übergeben.

Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson überreichte einen symbolischen Schlüssel an den VANOC-Vorsitzenden John Furlong. Bis auf kleinere Arbeiten in den Sportlerwohnungen und an den Außenanlagen ist das Olympische Dorf fertig.

Die Olympioniken dürfen sich im Februar auf geräumige Quartiere freuen. Die Dreizimmer-Wohnung, die jetzt bei der Übergabe als Muster vorgestellt wurde, ist 165 Quadratmeter groß. Der Wohnraum ist mit einer Ledercouch und passenden Sesseln ausgestattet. Die beiden Schlafzimmer haben jeweils zwei Einzelbetten. Jedes Apartment kann vier Personen beherbergen.

Allerdings müssen die Sportler im Februar ihre eigenen Computer mitbringen, wenn sie auch in den Wohnungen im Internet surfen wollen. Auch Fernsehgeräte sucht man in den Athletenwohnungen vergebens. «Die werden vom Internationalen Olympischen Komitee nicht verlangt», erklärte VANOC's Entwicklungsdirektor für das Olympische Dorf, Mark Cutler. Stattdessen gibt es sogenannte Team-Lounges, die mit Fernsehern ausgerüstet sind. Zudem wird ein zentrales Internet-Cafe angeboten.

Wer während Olympia nach Hause telefonieren will, kann die zentrale Telefonanlage des Olympischen Dorfes nutzen. Da die Sportler alle Mahlzeiten in der Cafeteria des Olympischen Dorfes erhalten, wurde die gesamte Kücheneinrichtung der Athletenwohnungen ausgebaut oder abgedeckt.

Während der Winterspiele vom 12. bis zum 28. Februar 2010 wohnen in der Anlage am False Creek in Vancouvers Innenstadt 2730 Athleten und Offizielle. Die Unterkünfte sollen nach den Spielen als Eigentumswohnungen verkauft werden, um einen Großteil der Baukosten zu refinanzieren. Nicht nur der Blick aus den Quartieren auf Wasser und Berge in der Umgebung der Olympiastadt ist atemberaubend: Auch das Preisschild, das dem Olympischen Dorf anhängt, ruft Staunen hervor. Auf 1,1 Milliarden Kanada-Dollar (648 Millionen Euro) stiegen die Kosten während der turbulenten zweijährigen Bauphase. Zuletzt musste eine Budget-Überschreitung um 131 Millionen kanadische Dollar (84 Millionen Euro) eingeräumt werden.

 

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