Kanadas Top-Sprinter boykottieren Berlin-Weltcup

Do 05.Nov. 14:42:04 2009

Berlin (dpa) - Nach folgenschweren Stürzen im Vorjahr boykottieren in diesem Jahr Kanadas Top-Sprinter den Eisschnelllauf-Weltcup in Berlin.

500-Meter-Weltrekordler Jeremy Wotherspoon und Weltklasse-Sprinter Mike Ireland hatten sich in der vergangenen Saison bei Unfällen auf dem Eisoval in Hohenschönhausen schwere Verletzungen zugezogen und konnten die gesamte Saison nicht mehr starten. Die kanadische Teamleitung hatte daher die Berliner Veranstalter in einem Beschwerdeschreiben an den Weltverband ISU wegen der angeblichen Vernachlässigung der Sicherheits-Standards hart kritisiert.

«Wir bedauern nach wie vor die schweren Verletzungen der beiden Kanadier», räumte Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) auf Anfrage der dpa am Donnerstag ein. «Aber wir haben eine Expertise anfertigen lassen, die ergab, dass alle Sicherheits-Standards an der Bande erfüllt sind», fügte er hinzu. Heinze vermutet, dass die Regeländerung aus dem Vorjahr, wonach die Sprinter in der Kurve die Linie nicht mehr berühren dürfen, die Stürze bedingt haben könnte. «Dadurch hat sich das Schrittmaß verändert, die Bewegungsabläufe sind einfach andere. Andererseits hat es davor und danach in Berlin nie wieder so folgenschwere Stürze gegeben.»

In Berlin treten die Nordamerikaner nun nur mit einer B-Mannschaft im Sprint an. Heinze bedauert, dass die besten Kanadier zum Saisonauftakt nicht dabei sind. «Vielleicht gibt es bei ihnen nach den Stürzen auch psychische Barrieren. Man muss ihren Verzicht akzeptieren.» Gerüchte, wonach die Kanadier die Berliner Veranstalter wegen mangelhafter Sicherheits-Standards sogar verklagen werden, wollte Heinze nicht bestätigen. «Rechtlich gibt es da aus meiner Sicht keine Möglichkeiten», sagte er.

 

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