Johannesburg (dpa) - Südafrikas Leichtathletik-Verbandspräsident Leonard Chuene ist wegen seiner umstrittenen Rolle im Fall Caster Semenya suspendiert worden.
Das Nationale Olympische Komitee (SASCOC) des Landes begründete die Maßnahme damit, dass Chuene über seine Rolle bei dem Geschlechtstest der 800-Meter-Weltmeisterin nicht die Wahrheit gesagt habe. Die Suspendierung soll aufrechterhalten werden, bis der Fall durch eine Kommission aufgeklärt ist.
Chuene hatte nach dem WM-Sieg der 18-jährigen Semenya mit Verzögerung eingeräumt, dass sein Verband schon vor der WM einen Geschlechtstest bei Semenya angeordnet hatte. Außerdem gab er zu, Empfehlungen seiner Mediziner ignoriert zu haben, die spätere 800- Meter-Weltmeisterin in Berlin gar nicht erst starten zu lassen. In einer Mitteilung kritisierte SASCOC, dass Chuene und der nationale Verband ASA «die Leichtathletik in Misskredit» gebracht habe.
Das SASCOC kündigte zudem an, «in angemessener Weise gegen die IAAF» vorgehen zu wollen. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF wird vorgeworfen, die Privatsphäre von Semenya verletzt zu haben. Die IAAF hatte vor dem 800-Meter-Finale einen Geschlechtstest angeordnet, was publik geworden war. Das Ergebnis dieses Tests wurde bislang nicht veröffentlicht.


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