Eurosport - Mo 05.Nov. 14:22:00 2007
Ronaldo und Ronald Koeman sollen ihren krisengeschüttelten Clubs im Europas Königsklasse neues Leben einhauchen. "Mit ihm wird keiner mehr etwas gegen uns ausrichten", sagte Milans Club-Chef Silvio Berlusconi vor dem Comeback des einstigen Wunderstürmers Ronaldo gewohnt selbstbewusst.
Koeman hat sich seinen Traum vom Job bei einem spanischen Spitzenclub erfüllt und muss nun in der Fußball-Champions- League die Wünsche der kritischen spanischen Fans und Medien verwirklichen. Die hohe Erwartungshaltung der Iberer macht auch Bernd Schuster bei Real Madrid zu schaffen. Der Blondschopf steht trotz Tabellenführung nach einem Rundumschlag gegen Schiedsrichter und Presse in der Kritik.
In Mailand ruhen alle Hoffnungen auf Ronaldo. Der stets mit Gewichtsproblemen kämpfende Sambakicker hat wegen Muskelproblemen in dieser Saison zwar noch keine Minute auf dem Platz gestanden. An diesem Dienstag hoffen die "Rossoneri" beim ukrainischen Meister Schachtjor Donezk aber auf die Tore des Zauberfußballers von früher. "Es ist schön, sich wieder als Fußballer zu fühlen", sagte der 31- Jährige, der von seinem Selbstvertrauen nichts eingebüßt hat. "Ich weiß, was ich kann und was ich Milan geben kann."
Koeman neuer Valencia-Coach
In Valencia scheint Hildebrand den Kampf um den Platz im Tor gegen Club-Legende Santiago Canizares gewonnen zu haben, doch das Interesse gilt allein dem neuen Trainer Koeman. Der 44-Jährige hat eine stressige Woche hinter sich: Am Mittwoch unterschrieb er beim sechsfachen spanischen Meister einen Vertrag bis Juni 2010, am Freitag wurde er den Journalisten und zwei Tage später seinen neuen Spielern vorgestellt. Nun soll er den UEFA-Cup- Sieger von 2004 in der Champions League gegen Rosenborg Trondheim zurück in die Erfolgsspur bringen.
Valencia hat in der Gruppe B bislang nur zum Auftakt beim FC Schalke 04 gewonnen, danach aber gegen den FC Chelsea und in Trondheim gepatzt. "Ich will die Mannschaft wieder dahin bringen, wo sie hingehört", sagte Koeman vor seinem Debüt selbstbewusst. "Valencia hat sehr gute Spieler, deshalb ist es nur eine Frage der richtigen Balance", erklärte der Europameister von 1988. Zweifel daran, dass er diese findet, ließ er nicht aufkommen.
"Niemand lacht mehr über Grant"
Beim Konkurrenten Chelsea hat Coach Avram Grant vor dem Spiel beim FC Schalke 04 Fragen nach seiner Reputation vorerst ausgeräumt. "Niemand lacht mehr über Grant", schrieb die Times über den Nachfolger von José Mourinho.
Bernd Schuster hat mit Real Madrid nur den Titel im Kopf. Doch der deutsche Trainer ist beim Gruppengegner von Werder Bremen trotz Platz eins in der Primera División nicht unumstritten. "Schuster leidet unter Lampenfieber und hat einen Kreuzzug gegen Schiedsrichter und Presse gestartet", schrieb die Spaniens größte Zeitung "El Pais" am Montag, nachdem sich der Real-Coach zunächst mit den Medien und dann mit den Unparteiischen angelegt hatte. Auch Nationalverteidiger Christoph Metzelder steht vor dem Real-Gastspiel bei Olympiakos Piräus in der Kritik. "Man hat den Eindruck, dass er stets in der Lage ist, für den eigenen Torwart Gefahr heraufzubeschwören", spottete "Marca".
Rafael Benitez bläst der Wind beim FC Liverpool ebenfalls ins Gesicht. Der Spanier ist mit den "Reds" gegen Besiktas Istanbul zum Siegen verdammt, sonst droht dem Sieger von 2005 bereits nach der Vorrunde das Aus. Benitez gab sich vor dem Spiel aber gelassen und verwies auf das Jahr 2005. Damals stand Liverpool auch vor dem frühen Scheitern, ehe Steven Gerrard im letzten Gruppenspiel gegen Piräus kurz vor Schluss für den nötigen Zwei-Tore-Sieg sorgte und den Weg zum Gewinn der europäischen Fußballkrone ebnete.
dpa / Eurosport