Volleyballerinnen träumen von Olympia

Eurosport - Mo 05.Okt. 13:44:00 2009

Bronze verpasst, Weichen gestellt: Nach dem nur knapp geplatzten Medaillen-Traum der jungen deutschen Volleyball-Frauen bei der EM blickte Bundestrainer Giovanni Guidetti voller Zuversicht in die Zukunft. Er hatte mit seiner Vertragsverlängerung noch vor Kurzem gezögert.

2009 European Championships Germany Coach Guidetti celebrates - 0

"Mein Ziel sind die Olympischen Spiele 2012 in London. Mit dieser Mannschaft sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg", sagte der 37-Jährige am Montag in Dresden nach der Rückkehr per Bus aus Polen. Sportdirektor Günter Hamel vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) ging nach dem unerwartet starken Auftritt des jungen Teams sogar noch etwas weiter: "Unser Traum ist das Halbfinale bei Olympia. Das ist unsere Vision."

Nach fünf Siegen in Serie waren die deutschen Frauen bei der EM in Polen erst im Halbfinale am routinierten Team des erneuten Europameisters Italien gescheitert. "Wir waren das einzige Team, das einen Satz gegen Italien gewinnen konnte", erinnerte Guidetti. Auch seine Frauen, die nach dem 0:3 im Bronze-Spiel gegen Gastgeber Polen noch Tränen der Enttäuschung vergossen hatten, waren nach dem nie gefährdeten 3:0-Finaltriumph von Italien gegen die Niederlande ein wenig versöhnt. "Sie haben gesehen, was sie geschafft haben. Vielleicht haben wir gegen Italien zu viel versucht und zu viel Energie verloren. Gegen Polen waren alle müde."

Trotz aller Trauer um die verpasste Medaille blieb ein rundum positives Fazit. "Wir haben mehr erreicht als erwartet. Die Mädels haben eine super EM gespielt", lobte der Bundestrainer sein junges Team. Und vor allem der Blick in die Zukunft stimmt optimistisch. "Wir stehen am Anfang eines Olympia-Zyklus. Das macht Hoffnung", sagte Sportdirektor Hamel. "Italien ist natürlich überragend gewesen, aber diese Mannschaft hat nur noch eine Halbwertzeit von ein, zwei Jahren." Ganz anders das deutsche Team, das wohl mit Guidetti das Fernziel Olympia angehen wird: "Der Verband will das und Giovanni Guidetti will das auch."

Beschwerlich wie die lange Rückreise noch in der Nacht per Bus war zuvor auch die spontane Feier nach dem EM-Finale gewesen. "Es war schon alles zu", beschrieb DVV-Sportdirektor Hamel die schwierige Suche nach einem Restaurant. Am Ende machte eine Pizza-Kette eigens für das deutsche Team noch einmal auf, nach Essen, Bier und Wein ging es dann um 02.00 nachts zurück nach Dresden, wo sich die Wege nach einem langen Sommer trennten. "Wir waren seit Ende Mai fast jeden Tag zusammen. Wir haben zusammengelebt in den guten und in den schwierigen Momenten", sagte Guidetti voller Wehmut. "Einige Mädels haben beim Abschied geweint - und ich vielleicht auch ein bisschen."

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