Eurosport - Mo 05.Okt. 14:36:00 2009
Die in der ARD-"Sportschau" geäußerten Doping-Vorwürfe gegen Linus Gerdemann haben für hektische Betriebsamkeit gesorgt. Das Milram-Team und der Bremer Sponsor Nordmilch AG sind im kontinuierlichen Austausch, Experten streiten sich über die Interpretation von Gerdemanns Hämoglobinwerten.
Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) forderte den Münsteraner zum Handeln auf. "Für uns gibt es derzeit nichts anderes, als Herrn Gerdemann darauf hinzuweisen, dass er sich sachkundig machen und sich dann äußern soll", sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping. Zuvor hatte Gerdemann in dem Bericht, in dem von Hämoglobin-Schwankungen beim Münsteraner im ersten Halbjahr 2006 die Rede war, Doping dementiert. Er habe "auf jeden Fall nicht manipuliert. Das kann ich ausschließen", sagte der 27 Jahre alte Milram-Kapitän.
Der "Sportschau" liegt nach eigenen Angaben ein in Hamburg erstelltes Blutgutachten vor, das auf dem Bericht der Freiburger Untersuchungskommission zu Doping im früheren Team Telekom/T-Mobile basiere. Darin soll von Schwankungen der Hämoglobin-Konzentration zwischen 17,2 und 14,2 Gramm pro Deziliter Blut bei Gerdemann im ersten Halbjahr 2006 die Rede sein. "Das sagt mir überhaupt nichts. Ich bin kein Mediziner", sagte der Münsteraner, der bislang als Hoffnungsträger des deutschen Radsports galt.
"Von Gerdemann weiß ich nichts"
Sein Milram-Team reagierte nach der unliebsamen PR abwartend. "Wir kennen nicht die Details der Vorwürfe an Linus Gerdemann. Wenn uns die gesamten Fakten vorliegen, werden weitere Schritte folgen", sagte Teamchef Gerry van Gerwen. Man verfolge in dieser Thematik aber "grundsätzlich eine klare Linie", betonte der Niederländer.
2006 fuhr Gerdemann im früheren T-Mobile-Team, dem die Freiburger Kommission in ihrem Abschlussbericht attestiert hatte, von 1995 bis 2006 "systematisch gedopt" zu haben. Gerdemann selbst taucht in dem Papier aber nur einmal auf: "Unter denen, die nicht zu uns gekommen sind", sagte Kommissionschef Hans Joachim Schäfer und betonte: "Von Gerdemann weiß ich nichts."
Normal oder nicht?
Auch Jan Ullrich, dessen Werte in den Jahren 1997 und 2006 laut Bericht ebenfalls schwankende Hämoglobin-Konzentrationen aufgewiesen haben sollen, trug damals das Magenta-Jersey. Der zurückgetretene Tour-de-France-Sieger von 1997 hat trotz zahlreicher belastender Indizien Doping stets bestritten.
Der Bayreuther Sportphysiologe Walter Schmidt bezeichnete die Hämoglobinwerte "auf den ersten Blick" als "nicht normal". Für Klaus Völker, Sportmediziner an der Universität Münster, liegen Gerdemanns Daten dagegen im "normalen Bereich. Solche Schwankungen können auftreten nach einem Infekt oder nach Dehydrierung", sagte Völker der Tageszeitung "Westfälische Nachrichten". Gerdemann erklärte in der ARD, er sei zum fraglichen Zeitpunkt nicht krank gewesen.
Milram denkt nach
Der Freiburger Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier bestätigte, im Zuge der Ermittlungen gegen frühere Sportmediziner der Freiburger Uniklinik das Hamburger Gutachten in Auftrag gegeben zu haben. Die Nordmilch AG, die noch bis 2010 einen Vertrag mit dem einzigen deutschen ProTour-Team Milram hat, dürfte den Bericht mit Unbehagen zur Kenntnis genommen haben.
"Wir müssen uns erstmal einen Überblick verschaffen, wie die Informationslage ist", sagte Konzernsprecherin Godja Sönnichsen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Bremer Milchproduzent sich auch noch 2011 im Profi-Radsport engagiert - erst recht nach dem jüngsten TV-Bericht.
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Kommentare 18 - 37 of 37
@ Timmy U, fast lasse ich deinen Favoriten so stehen. Du solltes aber nicht die ganzen Fressattacken, Gewicht hoch, Gewicht runter, vergessen, da war er sehr labil. Spanischer Arzt ? Rundherum hast Du schon recht, ein richtiger Rennfahrer. So etwas wächst in einer Nation nicht alle paar Tage heran. Davon sollten sich heut einige eine Scheibe abschneiden ! ! !
Wenn hier jemand, nachträglich, einen weiteren Pokal verdient hätte, wäre das für mich Jan Ullrich. Natürlich hat auch er sich des Hilfsmotors bedient, wobei ich denke, er hätte ihn nicht gebraucht. ( Pantani schon ) Jan war und ist ein Ausnahmeathlet. Damals ist er in "schlechte Gesellschaft" geraten, seine holländischen Freunde waren nicht die besten, die heut wieder andere "BERATEN". Wenn Jan nicht so charakterstark wäre und so ein Lügenbold wie andere, könnte er heut noch gut und gerne fahren. Ich glaube auch, dass er sehr genau wußte was ein Pharmstrong neben sich so "getankt" hatte, er war immer Kumpel und hat bis heut das Maul gehalten. Immer korrekt, freundlich, ehrlich. ( Bis auf die "Verbiegungen" die man auch ihm aufgezwungen hatte ) Fazit : Auch ohne Dop hätte Ullrich großes leisten können wenn er genauso ein Ar...loch wäre wie andere !
Die ARD hofft immer noch auf die große Enthüllung mit dem Eindruck wie moralisch doch das öffentlich rechtliche System ist. Schon vergessen? Im Januar 2008 musste man in peinlicher Weise die Dopingvorwürfe gegen den Skisport zurücknehmen.
Danke Tiroli71: Habe meinen Hometrainer auf den Dachboden getragen wegen der sensationell dünneren Luft und erhoffe mir nun eine Mordskondition!
Schade das die Medien ohne klare Beweise, Ihn jetzt für allezeit den Ruf zerstören .Nicht die Doper haben den deutschen Radsport zerstört, sondern diese Verhalten der Medien.Ganz einfach, geladen gesperrt und nicht noch fürs Leben zerstören. Man siehe das Ausland, die Menschen lieben auch die Fahrer, die geladen hatten und bestraft wurden. Nur hier in Deutschland gibt es die Geilheit auf Menschen zu treten die am Boden liegen.
Ist gi eine Unterart von gaga ? Dann gute Besserung @ mauritzio, mut tu jetzt nit in jeden Beitrag schreiben, armer Kerl.
gi
Vielleicht sollten wir uns auch von der Mentalität verabschieden, ach der guckt immer so lieb, der wird wohl nicht dopen und den konnte ich noch nie leiden, der dopt bestimmt. Hier im Forum schrieb jetzt jemand, dass man die strapaziösen TdF km bestimmt nicht ohne Hilfsmotor absolvieren kann. Diesen Satz kann man an die Häuserwände entlang der Tour schreiben. Der dopt wahrscheinlich, der nicht, dort ist ein Fehler aufgetreten, ARD und ZDF sind blöde - wir stehen vor einem riesen Scherbenhaufen des Sports generell und sollten erstmal Dieter Nuhr
Doping hin Doping her!Es ist traurig,zu sehen,wie die Karriere des Grossen Radsportlers Jan Ullrich so demontiert wird.Und wenn wir vom Doping reden,wäre für mich verdächtiger ein Lance Armstrong,dem man weiter den Heiligenschein aufsetzt.Doch dendeutschen Radsportlern wird ständig was angekreidet.
Es wird kaum ein Radsportler die Tour de France durchstehen,der nicht Dopingmittel nimmt.
Doping hin Doping her!Es ist traurig,zu sehen,wie die Karriere des Grossen Radsportlers Jan Ullrich so demontiert wird.Und wenn wir vom Doping reden,wäre für mich verdächtiger ein Lance Armstrong,dem man weiter den Heiligenschein aufsetzt.Doch dendeutschen Radsportlern wird ständig was angekreidet.
Es wird kaum ein Radsportler die Tour de France durchstehen,der nicht Dopingmittel nimmt.
Hallo, die Planstelle KONTROLLEUR im Sport wurde doch nicht ins Leben gerufen weil wir zu viele Arbeitslose haben. Nein weil sich in jeder Sportart immer mehr durchsetzt, mit Hilfsmotor geht alles leichter. Die Damen und Herren Sportler ( ? ) haben diese Planstellen erzwungen. Das es dabei hier und dort auch Fehler gibt wird wohl niemand bezweifeln. Wenn viel gedopt wird, danach schauts aus, ist auch die Fehlerquote höher. Leider wird man den "heutigen" Misthunden erst in ein zwei Jahren auf die Spur kommen, weil Kontrolle immer ein Nachläufer ist. Ich denke aber, die Schuld bei denen zu suchen, die all das auf den Plan riefen, die Misthunde !
Die bedenkenlos alle Pharmaprodukte in sich aufnehmen.
Die Liste der Dopingmittel ist inzwischen unendlich lang. ( Jeder hier sollte einmal "googeln", damit er weiß von was er spricht )Täglich kommen X Substanzen und Möglichkeiten von der Pharmaindustrie dazu. Ein Wahnsinnsgelderwerb, dankbare Nutzer, verärgerte Medien, vergraulte FANS ! EPO, CERA, Anabolika, Gendoping, Peptidhormone, Wachstumshormone, . . . . . sind nur Obergruppen und zerfallen in Einzelanwendungen. Ich glaube nicht einmal, dass einer der sich täglich damit befasst überhaupt noch durchsieht. Wenn dem so ist ( ! ), kann es bei der Aufklärung dieses abscheulichen Betruges keine Fehler geben ? Welcher Kontrolleur kann heut, vieles ist noch garnicht nachweisbar, genau sagen was der "SPORTLER" als Hilfsmittel von den 10.000 Präparaten genommen hat ? Das gibt es nur im Märchen, also in diesem Forum.
@28: du hast leider gar keine Ahnung vom Höheneffekt. Der Höheneffekt beginnt bereits in mittleren Höhen. Dort werden vermehrt rote Blukörperchen gebildet. In alpinen Höhen kommt es zusätzlich zu einem Wasserentzug, was die Eindickung des Blutes zu Folge hat.
Zur Vorbereitung für Alpine Höhenlager ist das Training im Mittelgebirge bestens geeignet, weil somit die Anpassung in der alpine Höhe leichter fältt.
Trink weiter dein Bier!
1. bin ich mir sicher, dass im Spitzen(rad)sport umfangreich mit Doping nachgeholfen wird.
2. kann ich es aber nicht verstehen, dass es 'ordentliche' Tests gibt, über deren Ergebnisse sich die Fachleute streiten bzw. die Interpretationsspielraum lassen. Wenn dem so ist, dann sind die Tests für die Katz. Man kann keine Hexenjagt verantstalten ohne die richtigen Mittel zu haben. So kommt man der Sache nie auf den Grund!
3. Und A+Z sitzen wieder in der ersten Reihe, aber immer nur beim Radsport.
ruopph, DU Schwachmat. Die leben bestimmt nicht wegen der Höhenluft dort (da musst Du schon auf über 2500 Meter, damit sich das lohnt). Die leben dort wegen der steilen Berge. (Trainingsmöglichkeiten) Die Steigungen im Schwarzwald sind zum Teil ebenso heftig wie in den Alpen, ohne, dass man in einem langweiligen Bergdorf hocken muss. Du zerrst aber auch jeden Schwachsinn an die Sonne, um uns weißzumachen, dass alles erklärbar ist.
@ MaF Beitrag "7" kann man sich auch noch einmal durch lesen, wenn es Fragen gibt, selten hier, aber gute Zuschrift !
@Holger.S
Du schreibst mir aus der Seele! Es ist zum Beispiel Wissenschaftlich schon Längst Nachgewiesen. Das Menschen in Höhenlagen einen Höheren Hämoglobin-Wert haben als Menschen in Tieferenlagen. Deshalb gehen auch viele Spitzensportler zur Saisonverbereitung und zum Traning ins Gebirge.Das ist auch der Grund weshalb viele Deutsche Spitzenrennradfahrer im Südschwarzwald,Kaiserstuhl oder in der Schweiz leben!
Es ist ein Unterschied ob mam bei 1000 bis2000 m über dem Meeresspiegel traniert oder bei 100 m bis 500m über dem Meeresspiegel!
Ich glaube Gerdemann ist sauber, auch die Ertgebnisse sprechen dafür. Viele haben gedacht, dass er dieses Jahr in die Top-15 der Tour fährt, und das hat er nicht geschafft,.
@nehcbes: Eurosport schweigt das Problem ja auch nicht tot (bsp s.o.). Man hat aber offenbar erkannt bei Eurosport, das Doping kein Problem des Radsports alleine ist. Man geht halt nicht sofort auf einen Fahrer los, so wie es die ARD tut. By the way: Darüber dass beim Championsleague-Sieger Bacelona ein positiv auf Nadrolon getester Trainer sitzt habe ich von der Sportschau noch kein einziges kritisches Wort gehört!!!!
Gerade bei Hämoglobin sind die Grenzwerte ziemlich willkürlich gewählt (Bsp: Sachenbacher (langlauf) in Turin 2006 mit einer Schutzsperre belegt worden, bei den Eisschnellläuferinnen wäre sie startberechtigt gewesen).
ARD/ZDF lasst den GERDEMANN in RUHE, ER hat gelernt nicht mehr mit doping zu fahren. er hat es meines erachtens begriffen!!!!!! sollten sich andere betrüger ein beispiel nehmen.
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