Bundesliga - HSV trifft historisch kurios

Eurosport - Mo 05.Okt. 09:35:00 2009

Der Hamburger SV setzt seinen Erfolgskurs fort. Nach dem 3:1-Erfolg bei Hertha BSC Berlin trennt die Hanseaten nur noch ein Tor zur Tabellenführung. Wie der Sieg zustande kam, war dabei an Kuriosität kaum zu überbieten. Laut Hertha-Manager Michael Preetz wurde Bundesliga-Geschichte geschrieben.

2009 Bundesliga Hertha Berlin's new coach Friedhelm Funkel comforts goalkeeper Sascha Burchert - 0

Berlins Torhüter Sascha Burchert wurde nach dem Spiel von Peter Bohmbach abgeführt, wie es eine Mutter mit ihrem Kleinen macht, wenn er in der Schule etwas angestellt hat. Festen Schrittes, die Hand an seiner Schulter, begleitete der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Hertha den 19-Jährigen an den Pressevertretern vorbei in Richtung Kabine. Burchert guckte beschämt nach unten. Es war ein Bild zum Heulen, der U-20-Nationalspieler konnte einem leidtun. Und das tat er so ziemlich allen auch den Gegenspielern.

"Man muss jetzt für den Jungen eine Lanze brechen. Er hatte es ja schon in den letzten Wochen nicht leicht. Und heute hat er bei den Gegentreffern im Grunde gut mitgespielt", sagte sein Gegenüber Frank Rost. Hamburgs Neu-Nationalspieler Jerome Boateng, der eine starke Partie absolviert hatte, äußerte sich ähnlich empathisch: "Das war sehr unglücklich für den Torhüter. Er ist eigentlich gut rausgekommen."

Unheil schlägt erbarmungslos zu

Aber was war vorgefallen? Zunächst einmal gar nichts, denn Burchert saß zu Beginn der Partienoch auf der Bank. Im Tor bei den Hauptstädtern stand der erst kürzlich verpflichtete Timo Ochs. Und Burchert verfolgte von der Bank in aller Gemütsruhe, wie Hertha tatsächlich auf dem besten Wege schien, mit dem neuen Cheftrainer Friedhelm Funkel den "Turn-around" zu schaffen, wie es Preetz vor der Begegnung prognostiziert hatte. Keine zehn Minuten waren gespielt, als Arne Friedrich per Kopf das 1:0 für Hertha erzielte.

Ausgerechnet Friedrich, dem zuletzt von einigen Medien unterstellt worden war, gegen Ex-Trainer Lucien Favre gespielt zu haben. Es hätte so gut gepasst in das Bild von der Hertha, die sich angeführt von ihrem wiedererstarkten Kapitän aus dem Schlamassel zieht. Doch irgendwie hätte es auch wieder nicht gepasst. Denn die Hertha aus dieser Saison ist nicht die aus der vergangenen. Während in 08/09 sich nach langem Zitternmeist alles zum Guten für die Berliner wendete, muss man dagegen in dieser Spielzeit meist nicht lange warten, bis das Unheil erbarmungslos zuschlägt. Gegen die Hamburger dauerte es vierzig Minuten, ehe man sich drei Gegentreffer eingefangen hatte, die laut Preetz in die "Bundesliga-Geschichte eingehen werden".

Friedrich: Unglaublich kurios

Den ersten Beitrag zur Geschichtsschreibung leistete Berlins Innenverteidiger Kaka in der 24. Minute, nachdem er einen weiten Pass von Boateng völlig unbedrängt per Kopf ins eigene Tor bugsiert hatte. Das eigentliche Kuriosum fand aber knapp eine Viertelstunde später statt. Inzwischen vertrat Burchert den verletzten Ochs. Er stand gerade einmal fünf Minuten zwischen den Pfosten, als er seinen Strafraum nach einem hohen Steilpass verließ und per Kopf klärte. Sein Klärungsversuch landete jedoch vor den Füßen von HSV-Kapitän David Jarolim, der gekonnt zur 2:1-Führung traf. Zwei Minuten später erfolgte das schwer Fassbare: Wieder hoher Steilpass HSV, wieder klärt Burchert per Kopf, wieder landet der Ball bei einem HSV-Spieler dieses Mal Zé Roberto, und der traf gekonnt zum 3:1.

"Das habe ich in 30 Jahren noch nicht erlebt", sagte Funkel dazu. "Unglaublich kurios", nannte es Friedrich. "Das passiert einem wohl nur dann, wenn man im Abstiegskampf steckt", so der Nationalspieler weiter. Und mit drei Punkten nach acht Spieltagen dürfte die Maßgabe "Abstiegskampf" die richtige sein. Denn auch nach der Pause gelang es der Hertha gegen verwaltende Hamburger nur noch einmal, gefährlich vors gegnerische Gehäuse zu kommen (Gojko Kacar in der 61. Minute). Von einem "dornenreichen Weg" sprach Funkel anschließend. Und davon, "dass uns natürlich mit Jaroslav Drobny ein Klasse-Torwart fehlt". Auch wenn die beiden Ersatztorhüter den Tschechen in den vergangenen Wochen nach "bestem Gewissen" vertreten hätten. Für Burchert heißt das wohl: Nachsitzen auf der Reservebank.

TV-Tipp:

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Aus Berlin berichtet Martin Einsiedler / Eurosport

Kommentare 2 - 21 of 21

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  1. letzte Saison hatte die Hertha das Glueck immer auf­ ihrer Seite, diese Saison ist es halt umgekehrt und so­ kann es dann ausgehen...

    Von marekli, am Di 6.Okt. 1:46
  2. Hertha ist schon seit Jahren mit absteigen dran....Zeit­ wirds! wie man über 10 Jahre soviel Fehlkäufe tätigen­ kann, so schlecht (unattraktiv) spielen, soviele echt­ miese Trainer einstellen, und auch sonst alles falsch­ machen kann und TROTZDEM ist Hertha noch da - .....weg­ damit zeit wirds!! Es bemerkt ja eh keiner, weder in­ der Welt, noch in D, ich glaub nicht mal in Berlin. Es­ gibt einfach keine grauere Maus im­ Bundesligafußball....
    Man hatte alle Möglichkeiten als­ Hauptstadtverein groß rauszukommen...und hat alle­ versaut!

    Von Alexander, am Mo 5.Okt. 14:21
  3. Die Hertha ist soooo schlecht eigentlich nicht. Wenn­ bloß nicht immer so viele gegnerische Spieler auf dem­ Platz wären....

    Von nimms_leicht, am Mo 5.Okt. 14:17
  4. ich bleibe dabei die hertha wird nur mit harter arbeit­ und über den kampf im spiel zurück auf die erfolgsspur­ finden.
    dafür ist funkel genau der richtige.
    am ende­ denke ich wirds haarscharf an einer katastrophe vorbei­ zum klassenerhalt reichen.

    Von tequilamacher, am Mo 5.Okt. 14:12
  5. Ist natuerlich nicht gut fuer Berlin aber eins ist­ Gewiss
    wenn man es mit ein wenig Abstand betrachtet­ waren es doch 3 tolle tore ueber die man,wenn der­ Abstieg verhindert ist auch lachen sollte.Von mir aus 3­ x Tor des Monats
    nach der Rettung natuerlich
    DER SGE­ FAN HARALD

    Von haraldkausffm, am Mo 5.Okt. 14:00
  6. Der Torwart ist immer die ärmste Sau wenn seine­ Vorderleute die Arbeit verweigern. Natürlich ist es­ besser zur Seite abzuwehren, aber beim Flugkopfball­ auch nicht ganz einfach. Das war Beamtem-Mikado, wer­ sich zuerst bewegt hat verloren!

    Von Martin R, am Mo 5.Okt. 13:47
  7. ---------------------Sender Global--------------
    Liebe­ Freunde.
    Es steht im berliner Tagesblatt:
    Nur Hoyzer­ kann uns vor dem Abstieg bewahren!

    Von Rüdiger, am Mo 5.Okt. 13:28
  8. @11 kron_zeuge hat - in seinem iroischen Beitrag - wohl­ den Nagel auf den Kopf getroffen. Und wer ihm hier­ negativen Daume verpaßt hat, hat ja wohl starken­ Nachhholbedarf in " zwischen den Zeilen­ lesen" ....

    Von spiel_ball, am Mo 5.Okt. 13:10
  9. wenn man realist ist dann kann man auch die augen nicht­ vor der jetzigen situation verschließen und schon­ wieder von der euro league träumen !

    Von tequilamacher, am Mo 5.Okt. 13:04
  10. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    herta hat mit funkel einen erfahrenen bundesligatrainer­ geholt und ich glaube erwird es richten und herta unter­ die ersten 8 führen

    Von tobiasthevs, am Mo 5.Okt. 13:00
  11. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Ich denke mal das ist nur ein kurzzeitiges Tief der­ Hertha. Realistisch abgeschätzt kommen die sicher noch­ mind. in den UEFA Cup. ^^

    Von Michael, am Mo 5.Okt. 12:49
  12. Der "Fall" der HERTHA ist - für die­ Schnelldenker unter den Kommentatoren ja wohl ­ eindeutig und die Schuldzuweisung klar : die Trainer. ­ Erst Favre, Schweizer -
    nicht Manns genug, um in dieser­ Bundesliga auf Dauer zu arbeiten. Zu weich.
    Und nun­ der Funkel. Mann o Mann- der klassische Versager. Hatte­ doch schließlich Zeit
    genug, um das Ruder rumzureißen.­ Neue Spieler zu holen. Alle auf Sieg zu­ trimmen.
    Fehlanzeige. Schleunigst weg mit dem. Holt den­ Loddar....nur der kann es richten.

    Von kron_zeuge, am Mo 5.Okt. 12:44
  13. erst hatte man kein glück und dann kam auch noch pech­ dazu !

    Von tequilamacher, am Mo 5.Okt. 12:18
  14. Hertha wurde wie eine Schülermannschaft vorgeführt

    Von michael sail, am Mo 5.Okt. 12:12
  15. offensichtlich mochte der junge den favre sehr !

    Von tequilamacher, am Mo 5.Okt. 12:04
  16. @gwh
    friss katzenkot und spring in die spree...aber mit­ betonfüssen.....
    solche fans hat nicht mal hertha­ verdient.....

    Von Spitzenkeeper, am Mo 5.Okt. 11:41
  17. weiter so hertha,
    es war schon etwas mehr wille zu­ spüren,und mit funkel haben sie einen guten trainer­ geholt.bin wieder optimistischer

    Von Hartmut, am Mo 5.Okt. 11:32
  18. der junge torhueter kann einem leid tun,aber warum 2­ mal den selben fehler?
    nach dem 1. gegentor,muesste er­ doch wissen ,dass man ,wenn man per kopf abwehren­ will,nicht in die "mitte" koepfen­ darf.rausgegangen ist er super(wie einst radi)aber er­ haette halt richtung auslinie klaeren muessen.
    aber­ gut,wenn ein "hauptstadtklub" nicht in der­ lage ist erfahrene ersatztorhueter zu haben,kann man­ doch wohl diesem 19-jaehrigen talent keine schuld­ geben.
    @gwh:faengste jetzt an wie ein gewisser typ im­ radsport und schreibst zu jedem fussballartikel­ "geschoben" statt"vollgespritzte­ affen"?dann tuste mir nur noch
    leid:-((

    Von ichsagauchwas, am Mo 5.Okt. 11:22
  19. Hr.Pretz: Das ist aber eine Traurige Geschichte - die­ man mit einer BESSEREN Einkaufs(Personal)politik hätte­ verhindern können !!!
    Zu Burchert : JUNGE SCHAU MAL­ ZURÜCK - AUCH EIN GEWISSER O.KAHN BEKAMM SEINE FAULEN­ EIER (NOCH SCHLIMMERE ALS DEINE RETTUNGSVERSUCHE) UND­ WO LANDETE ER ??? ALS UNVERGESSLICHE NR.1 DER WELT.­ DENN EINS WEISS ICH - DU BIST NICHT NUR GUT -DU BIST IN­ DERINER KLASSE DER BESTE !! IN DIESEM SINNE - KOPF HOCH­ UND VIEL ERFOLG FÜR DICH. Ein User aus Brasil

    Von willi, am Mo 5.Okt. 11:11
  20. @gwh
    kennste dieter nuhr ???
    der hat über leute wie­ dich einen wichtigen satz gesagt:
    wenn man keine ahnung­ hat, einfach 'mal die fress.. halten­ !

    ...ausserdem war kein einziges tor vom hsv­ geschoben.
    eines war geköpft und zwei wurden­ geschossen.

    Von TheSaint62, am Mo 5.Okt. 11:03
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