Eurosport - So 05.Okt. 19:57:00 2008
Der Kapitän übernimmt wieder das Kommando, aber vor der mit Spannung erwarteten Nationalmannschafts-Rückkehr von Michael Ballack trat erst einmal der Team-Manager als Wachrüttler auf den Plan.
Oliver Bierhoff warnte vor dem wichtigen Top-Spiel gegen Russland eindringlich davor, die Qualifikation für die Fußball-WM 2010 als Selbstläufer zu betrachten. "Wir stehen schon unter Druck", erklärte Bierhoff in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", denn nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für Südafrika.
"Keine Bequemlichkeit"
"Wir müssen jetzt aufpassen, dass sich keine Bequemlichkeit und Selbstgefälligkeit in der Mannschaft und im Verband nach dem zweiten Platz bei der EM breitmachen", betonte der Manager.
Auch Bundestrainer Joachim Löw schwor seine Mannschaft auf den anstehenden "WM-Doppelpack" ein. "Ich möchte absolute Konzentration auf die Spiele und gar nichts anderes", sagte Löw der Deutschen Presse-Agentur dpa vor den Heimspielen gegen Russland am kommenden Samstag und vier Tage später gegen Wales.
Die Verhandlungen über WM-Qualifikations- Prämien wurden erst einmal auf Eis gelegt. "Es wird mit Sicherheit kein Gespräch von Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach mit der Mannschaft geben", sagte Verbandssprecher Harald Stenger am Sonntag.
Training, keine Show
Auch der große Fan-Tag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag in Düsseldorf zum Auftakt der Vorbereitung soll nach dem Willen von Löw keine reine Show-Veranstaltung werden. "Wir werden unser vorgesehenes Programm nicht umstellen. Es wird kein Show- Training, sondern ein Training mit Zuschauern", kündigte der Bundestrainer vor dem Vier-Stunden-Event "DFB hautnah" in der LTU-Arena an. Der DFB hofft derweil, bei dem Event im überdachten und geheizten Stadion den vor der WM 2006 an selber Stelle mit 44 000 Besuchern aufgestellten Zuschauerrekord für ein Training zu übertreffen.
Löw blieb von Absagen zunächst verschont, allerdings waren sieben der 22 nominierten Akteure erst am Sonntag für ihre Clubs im Einsatz. Dazu zählte auch England-Legionär Ballack, dessen erste Länderspiel- Einsätze seit dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) und den anschließenden Diskussionen um den Führungsstil des Kapitäns mit Spannung erwartet werden.
Neue, alte Hierarchie
Mit der gleichzeitigen Rückkehr des Bremer Routiniers Torsten Frings wird die Hierarchie in der DFB-Auswahl wieder neu geordnet, zumal auch EM-Stammkräfte wie Per Mertesacker und Arne Friedrich nach Verletzungen wieder zur Verfügung stehen. "Der deutsche Fußball braucht Leadertypen wie Ballack und Frings", sagte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer in der "Welt am Sonntag".
Ballack will nach seiner Fußverletzung das DFB-Team unbedingt auf Südafrika-Kurs halten. "Sechs Punkte gegen Liechtenstein und Finnland wären natürlich optimal gewesen", sagte der 32-Jährige rückblickend auf den Start mit dem 6:0 in Liechtenstein und dem mäßigen 3:3 bei den Finnen. Die bei der EM im Halbfinale an Spanien gescheiterten Russen haben nach erst einer Partie gegen Wales (2:1) drei Punkte auf dem Konto und reisen selbstbewusst nach Dortmund an. "Wir nehmen was mit aus Deutschland - einen Punkt oder alle drei", verkündete Offensiv-Star Andrej Arschawin in der "Bild am Sonntag".
Kommentare 1 - 2 of 2
So - dann wird es ernst jetzt in der Qualifikation. Die Russen sind ein echter Prüfstein und ich habe da so meine Bedenken. Doch gut, die DFB-Auswahl weiss sehr genau, das der Vize-Euro-Platz sehr glücklich zu Stande kam und man sich noch sehr verbessern muss, um international oben mitzumischen. An Talent und Willenskraft fehlt es nicht, doch im spiel-technischen Bereich gibt es einiges zu tun....
Bitte, meine Herren, schlagen sie die Russen zweimal. Gewinnen sie bitte in Deutschland und dann schlagen sie die Russen schon wieder in Russland.
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