US Open - Petkovic: "Ich bin eher speziell"

Eurosport - So 05.Sep. 07:00:00 2010

Dass Andrea Petkovic etwas Besonderes ist, wissen all jene, die ihre zahlreichen Aktivitäten abseits des Courts verfolgen. Doch in New York startet die 22-Jährige nun auch sportlich richtig durch. Es soll nur der Anfang sein, verrät sie im Interview der Woche mit eurosport.yahoo.de.

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Erzählen Sie doch mal etwas über "The Drums"...

Andrea Petkovic: Die Band ist total Retro, und ich finde eigentlich nur ein Lied gut, "Forever and ever" heißt es. Meine Freunde fahren voll auf diese Indy-Sachen ab, und die haben so einen Hype um die Drums gemacht, dass ich es mir nach meiner Niederlage in Montreal gegen Safina angeguckt habe. Da brauchte ich Aufheiterung. Ich fand es so witzig, wie sinnlos der da rumgetanzt hat. Hab' mich totgelacht. Danach hat mich mein Coach Petar Popovic beim Training damit aufgeheitert, wenn ich frustriert war. Von seinem Zuck-Tanz musste ich immer wieder lachen. Und vor dem Match gegen Petrowa hat er gesagt: Wenn du gewinnst, dann tanzt du! Das habe ich gemacht, aber ich habe mich nicht getraut, den Ultra-Retro abzutanzen...

Wie oft wurden Sie seither drauf angesprochen?

Petkovic: Ja, sehr oft, besonders seit es bei Youtube zu sehen ist. Als ich zuletzt noch im Fitnessraum war, da kam David Nalbandian zu mir und sagte: "Hey, great dance!" Das war witzig.

Ist Ihr Trainer nicht sauer, dass Sie ihn nach einem Sieg immer erschießen?

Petkovic: Nein, er schießt ja zurück.

Wie kamen Sie darauf?

Petkovic: Petar trainiert ja sonst eigentlich mit Ivo Karlovic, und das erste, was er damals zu ihm gesagt hat, war: Das Wichtigste ist, wir müssen uns zuerst mal einen Winning-Dance ausdenken... Seitdem macht Karlovic immer so eine Peitschenbewegung. Und irgendwie wirkt er jetzt tatsächlich interessanter, und es kommen Leute am Ende der Partie, um sich das anzugucken. Na ja, und dann hatte ich mit Petar auch dieses Gespräch...

Verstehe. Sie sind in dieser Tenniswelt aber schon etwas Besonderes, oder?

Petkovic: Na ja, vielleicht eher speziell. Ich habe schon die deutsche Disziplin und alles, aber eben auch das serbische Temperament. Das geht leider schon mal durch. Und ich brauche das auch, dass wir mal in eine Bar gehen und zwei Bier trinken. Natürlich nicht vor einem Grand Slam, aber wenn man so vier Wochen unterwegs ist, jeden Tag nur aufs Zimmer und DVD gucken, das geht nicht. Da drehe ich durch.

Sie gelten aber auch als die Intellektuelle der Tennisszene - zumindest äußerlich entsprechen Sie diesem Klischee überhaupt nicht. Sind sie vielleicht eine "Intellektuelle reloaded"?

Petkovic: (lacht) Ja, vielleicht kann man das so nennen. Aber es stimmt, ich werde wohl wirklich so angeguckt. Dabei bin ich gar nicht so intelligent. Ich erzähle viel und gerne und ich erzähle gerne, was in meinen Kopf kommt. Und ich lese gerne. Immer ein Sachbuch und einen Roman parallel.

Was lesen Sie gerade?

Petkovic: "Der lange Weg zur Freiheit" von Nelson Mandela und Fontanes "Effi Briest". Ich bin eigentlich nicht so für Realismus, aber die Geschichte ist interessant, wie ein cooles Mädchen so eingegrenzt wird.

Werden Sie von den anderen Spielern nach Buchtipps gefragt?

Petkovic: Ja schon, Anna-Lena Grönefeld fragt mich auch immer. Aber so ganz den gleichen Geschmack haben wir nicht. Sie liest gerne so etwas wie "Twilight".

Und Musik ist auch noch Ihre Leidenschaft?

Petkovic: Und wie. Wenn die anderen so vor der Playstation oder bei Facebook hängen, surfe ich im Netz gerne nach neuen Bands und Konzertmitschnitten. Wenn ich könnte, würde ich jeden Tag auf Konzerte gehen. Aber ich war noch nie in der Oper, das will ich unbedingt bald machen. Das sollte ich wohl auch, um mein Intellektuellen-Image zu pflegen (lacht).

Bei allem, was Sie so alles machen, wird oft übersehen, dass Sie vor allem eine harte Arbeiterin sind.

Petkovic: Das stimmt. Ich trainiere vom Umfang her fast am meisten, mit den Topspielerinnen. Eine Jankovic sagt zwar immer, sie würde nur eine Stunde trainieren, aber die macht fünfmal so viel wie ich. Das ist Getue. Und auch Djokovic wirkt zwar etwas wie ein Hallodri, aber der arbeitet auch wie ein Ochse. Ich bin jemand, der nie zufrieden ist und sich deshalb immer weiter entwickeln will. Ehrgeiz habe ich immer. Alles, was in meiner Hand liegt, tue ich.

Fehlt Ihnen da manchmal noch die Erfahrung?

Petkovic: Ich fühle mich von der Cleverness schon wie eine Top-Ten-Spielerin, aber von der Erfahrung eher wie eine 17-Jährige. Aber ich kann so noch wie ein kleines Kind durch die Tenniswelt gehen und staunen.

Und wie sehen Sie diese Welt?

Petkovic: Ich sehe Tennis ganz anders als viele. Ich spiele ganz klar, um zu gewinnen. Aber ich sehe uns in erster Linie als Entertainer. Die Leute bezahlen, um uns zu sehen und unterhalten zu werden. Und das ist ein Geben und Nehmen: Wenn die Leute nicht kommen, verdienen wir kein Geld und wenn wir sie nicht unterhalten, kommen sie nicht. Ich sehe das eher wie Djokovic - vielleicht ist das die serbische Mentalität. Man muss auf dem Platz einfach mal was machen. Tennis ist so eine tolle Sportart, und ich habe das Gefühl, viele kapieren das gar nicht. Und abseits vom Platz gehört so etwas wie bloggen dazu, um die Leute mit einzubeziehen.

Während der US Open bloggen Sie für ESPN und verraten unter anderem, dass die männlichen Spieler alle nackt in der Umkleide umherlaufen. Woher wissen Sie das?

Petkovic: (lacht) Ich habe sehr gute Quellen, die darf ich aber natürlich nicht preisgeben.

TV-Tipp:

Verfolgen Sie die US Open vom 30. August bis 12. September LIVE im TV bei Eurosport. Im Eurosport Player (www.eurosportplayer.de) können Sie das Grand-Slam-Turnier ebenfalls live verfolgen und zudem in Eigenregie aus bis sechs verschiedenen Courts wählen.

Das Gespräch führte Petra Philippsen / Eurosport

Kommentare 1 - 18 of 18

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. Raik and his cat rulez!

    Von Albtraum Toni (PK), am Mo 6.Sep. 13:02
  2. Sehr interessantes Interview und es macht Sie richtig­ sympatisch,

    finde ich zumindest.

    Von Rita, am Mo 6.Sep. 12:43
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    Eine eingebildete Tussi ist sie - sonst gar nichts.

    Von Andrea, am Mo 6.Sep. 6:00
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    Ach Schiavone die Alte hat sie was zwischen den Füßen­ dass die alte so geht wie ein Mann so nach außen? das­ hab ich noch nie gesehen

    Von Patrick Winkler, am Mo 6.Sep. 5:25
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    achb die Alte die schon sepziell, speziell im Bett­ wollte sie wohl sagen!

    Von Patrick Winkler, am Mo 6.Sep. 5:24
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    Sie ist ein Mädchen namens Andrea, das - wie manch­ andere auch - etwas maskulin wirkt.
    Darum bleibt sie­ aber trotzdem eine Frau.
    Und sie ist ein Lichtblick für­ das deutsche Damentennis.
    Schreibt Euch das endlich mal­ hinter die Ohren.

    Von brot.und_spiele, am So 5.Sep. 10:58
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    Sie ist speziell eingebildet, das ist alles.

    Von Andrea, am So 5.Sep. 9:49
  8. Natürlich ist sie was spezielles, denn sie ist in der­ Lage 2 Runden bei den US Open zu gewinnen, was andere­ Deutsche ja nicht schaffen

    Von Tenniskritiker Nummer 59357, am So 5.Sep. 8:35
  9. Einer der wenigen Lichtblicke im Deutschen Tennis ...­ Respekt wie sich die kleine durchgekämpft hat. Auch en­ sehr ansehnliches Tennis!

    Von Glynn, am So 5.Sep. 6:59
  10. Mal ein anderes Interview, aber passt zu ihr.

    Von Jennifer, am So 5.Sep. 4:38
  11. gutes interview.

    Von Kalle, am So 5.Sep. 4:29
  12. hihi, bist ja so lustig, Franklin

    Von tennisprofi23, am So 5.Sep. 4:27
  13. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Sie wird es schaffen, wenn sie die Nerven behält, was­ man ja nicht immer sagen kann. Aber ich glaube sie­ verliert heute 6:7 6:2 und 5:7

    Von tennisprofi23, am So 5.Sep. 4:14
  14. Petko goes top 2010.

    Von Ingo, am So 5.Sep. 4:14
  15. gegen peng wirds richtig schwer aber petko hat das zeug­ sie zu schlagen

    Von ghenrik10, am So 5.Sep. 3:42
  16. Das wird etwas.

    Von Ranjo, am So 5.Sep. 3:38
  17. @caterkarlo49: Gut, dass die Rechtschreibung für deinen­ Kommentar außer Kraft gesetzt ist - oder ist das eine­ geheime Art von Ironie?

    Von korb_leger, am So 5.Sep. 3:33
  18. Ich glaube, gegen Peng hat Petko ne Chance auf das­ Achtelfinale. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen.

    Von gabba_gandalf, am So 5.Sep. 3:24
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