Eurosport - Sa 05.Jul. 19:33:00 2008
Die Olympia-Hoffnungen Robert Harting, Ariane Friedrich und Betty Heidler haben ihre Titel bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg verteidigen können. Europameister Ingo Schultz hat hingegen das 400-Meter-Finale und damit seine letzte Chance auf einen Staffelstart in Peking klar verpasst.
Der 32-Jährige Schultz musste sich im Vorlauf mit schwachen 47,12 Sekunden und Platz 11 begnügen. Kurzkommentar: "Ich sag' dann mal Tschüss."
"Aufsteiger" gab es im Stadion des Bundesliga-Absteigers 1. FC Nürnberg nicht. Bezeichnend für die eher durchschnittlichen Leistungen: Ausgerechnet ein Ehrengast kassierte den größten Beifall der rund 14.500 treuen Fans. Der fünfmalige Diskuswurf-Weltmeister Lars Riedel wurde drei Tage nach seinem Rücktritt nun auch offiziell vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) aus der Nationalmannschaft verabschiedet.
Ein-Frau-Show von Friedrich
Einer von Riedels "Erben", Vizeweltmeister Harting (Berlin), war erneut der Chef im Ring: Mit 66,26 Metern setzte sich der selbst ernannte Olympia-Medaillenkandidat vor dem Wattenscheider Michael Möllenbeck durch, der mit 62,98 Metern die für Peking geforderte zweite Normerfüllung (64,50) erneut verpasste.
Die nächste Ein-Frau-Show lieferte Hochspringerin Ariane Friedrich, die beim Einspringen böse stürzte. "Ich hab mich da flach gelegt und auf einmal den Boden geküsst. Ich weiß immer noch nicht, warum", sagte die Frankfurterin nach dem Wettkampf mit schmerzverzerrtem Gesicht und kühlte sich ihre dicken Knie mit Eisbeuteln. Dennoch spielte sie mit der Konkurrenz: Mit einem weiteren Zwei-Meter-Sprung verfehlte Friedrich ihre Saisonbestleistung vom Europacup in Annecy nur um drei Zentimeter.
Weitere Enttäuschung für Heidler
Trotz ihres vierten Titels in Serie war Nürnberg für Hammerwurf- Weltmeisterin Heidler eine weitere Enttäuschung. "Schlechte Weite, schlechter Wettkampf. Ich bin mit viel Vorfreude und Optimismus hergekommen und konnte überhaupt nicht umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte", meinte die 24-Jährige von der LG Frankfurt/Main nach der ersten Entscheidung, die sie mit nur 68,64 Metern vor ihrer Vereinskollegin Andrea Bunjes (64,00) gewann.
Bereits im Vorlauf hatten sich die besten 800-Meter-Läufer geschworen: Diesmal packen wir die Norm! Chef-Bundestrainer Jürgen Mallow engagierte den Dortmunder Steffen Co sogar als Tempomacher - doch es wurde wieder nichts: René Herms (Braunschweig), Olympiasieger Nils Schumann (Erfurt) und Nachwuchsmann Robin Schembera (Leverkusen) verpassten die Richtzeit von 1:45,50 Minuten um mehr als eine Sekunde. Herms: "Man hat gemerkt, dass alle wollen. Aber irgendwie klappt's nicht." Schumann blieb als "alter Hase" gelassen: "Wenn man's drauf hat, macht man's einfach."
Lobinger entthront Ecker
Das Stabhochsprung-Trio Tim Lobinger (München), Danny Ecker (Leverkusen) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) hat bei der Olympia-Lotterie "3 aus 7 für Peking" die Glückslose gezogen. Als alles darauf ankam, war Altmeister Lobinger da: Um 18.09 Uhr glückte dem 35-Jährigen mit 5,75 Meter der Sprung nach Peking. Trotz Achillessehnen-Beschwerden landete der höhengleiche Ecker als entthronter Titelverteidiger auf dem zweiten Platz. Als Dritter mit einem Versuch mehr über 5,75 Meter hat auch der erst 18 Jahre alte Junioren-Weltrekordler Holzdeppe sein Olympia-Ticket in der Tasche.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos anmelden.