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Deutsche Reiterin Hoy bangt um ihren Olympiatraum

Sa 05 Jul, 16:38 Uhr


(sid) Als Frank Ostholt mit dem Siegerlächeln über die Ziellinie ritt, bangte Bettina Hoy in einer Aachener Pferdeklinik um ihren Olympia-Traum. Ihr Schimmel Ringwood Cockatoo hatte sich am Tag zuvor in der Drei-Sterne-Prüfung der Vielseitigkeitsreiter eine Verletzung an der linken Hinterhand zugezogen und konnte zum Geländeritt des CHIO am Samstag nicht mehr starten. Nur aus der Ferne hörte Hoy vom deutschen Doppeltriumph.

"Zum Glück sind die Sehnen oder Bänder nicht stark geschädigt. Wenn die Verletzung in zwei, drei Tagen abklingt, dann ist sie bei Olympia dabei", sagte Hans Melzer. Der Bundestrainer gab aber keine Entwarnung: "Das Pferd lahmt. In dieser Verfassung könnten wir es auf keinen Fall mitnehmen."

"Irgendwie geht bei mir nichts ohne Drama"

Hoy selbst war ziemlich geschockt: "Irgendwie geht bei mir nichts ohne Drama. Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugemacht." Dennoch blieb sie optimistisch. Nach ihrer Einschätzung müsste der Bluterguss am Sitzbeinhöcker bei Cockatoo in wenigen Tagen abgeheilt sein. Stärkere Schmerzmittel will sie dem Pferd wegen der Doping-Gefahr nicht geben. Am Wochenende soll er auf einem Turnier in Hünxe starten. Auf einen zwischenzeitlichen Transport in die englische Heimat nach Gatcombe verzichtet sie.

Für die bekannteste deutsche "Buschreiterin" wäre das Olympia-Aus ein Alptraum. Nach ihrem Fiasko vor vier Jahren bei den Spielen in Athen hatte sie schon in Einzel und Mannschaft Gold gewonnen, ehe sie wegen eines Formfehlers beim Überschreiten der Startlinie auf den neunten und die Mannschaft auf den vierten Platz zurückfiel. Kurz vor der Aberkennung hatte sie noch die Medaillen in die TV-Kameras gehalten und den legendären Spruch gerufen : "Papi, ich hab" sie."

Andrew Hoy nicht für Olympia nominiert

Erst vor drei Tagen hatte Hoys Ehemann Andrew das Olympia-Aus verkraften müssen. Der australische Weltklasse-Reiter, der bei den sechs vergangenen Olympischen Spielen dabei war und schon dreimal Gold in der Vielseitigkeit gewonnen hatte, wurde nicht nominiert. "Jetzt kann sich Andrew um die deutsche Mannschaft kümmern", hatte seine Frau gesagt.

Beim CHIO in Aachen hatte die Team-Weltmeisterin Hoy nach der Dressur noch geführt. Im Springparcours stürmte Ringwood Cockatoo bei einem einfachen Hinderniss in die Stangen und verletzte sich. "Ich hatte zuvor das Zaumzeug falsch eingestellt. Das war die Ursache für die Unruhe im Parcours", sagte die 45-Jährige Hoy.

"Für sie ist alles schief gegangen"

"Für sie ist alles schief gegangen, was hätte schief gehen können", sagte Team-Kollege Hinrich Romeike (Nübbel), der mit Marius Platz fünf belegte. "Ihr Ausfall wäre ein großer Verlust für uns", meinte Sieger Ostholt, der mit seinem Olympia-Pferd Mr. Medicott auch den dritten Rang in der Einzelwertung belegte.

"Die Mannschaft hat gut reagiert", lobte Melzer, dessen Team wie schon im Vorjahr den Nationenpreis mit 188,40 Punkten vor Schweden (192,50) und Großbritannien (215,40) Punkte gewann. Im Einzel war Ostholt mit Platz eins und drei der strahlende Sieger. "Ich bin sprachlos", sagte der Warendorfer, der ausgerechnet mit dem 13 Jahre alten Air Jordan gewann. Den Hannoveraner nimmt er nicht mit zu Olympia, sondern setzt auf den erst neun Jahre alten Mr. Medicott. "Ich bin mir sicher, dass das jüngere Pferd bei dem Klima die richtige Wahl ist", sagte Melzer.

Werth erneut überragend

In der Dressur setzte die viermalige Olympiasiegerin Isabell Werth ihren Höhenflug fort. Die Doppel-Weltmeisterin aus Rheinberg gewann auf ihrem Wallach Satchmo den Grand Prix Special mit 78,640 Punkte. "Das war unglaublich und noch besser als im Grand Prix", sagte Werth. Nadine Capellmann (Würselen/72,240) landete mit Elvis auf Rang drei. Heike Kemmer (Winsen/71,160) kam mit Bonaparte nach einigen Unsicherheiten auf Platz sechs. Newcomer Matthias Alexander Rath (Kronberg) konnte sich nach seinem Einbruch im Grand Prix, der ihm wohl das Olympia-Ticket gekostet hat, im Special steigern und wurde mit Sterntaler Achter.

 

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