Eurosport - So 08.Jun. 14:07:00 2008
Es ist der traditionelle Härtetest wenige Wochen vor Tour-Start: Die "Dauphiné Libéré" dient als wichtige Standortbestimmung für die Stars, während die Helfer sich noch einmal für die letzten freien Tour-Plätze in ihren Mannschaften empfehlen können.
Ganz am Rande geht es bei der achttägigen Rundfahrt auch noch um einen der begehrtesten Siege überhaupt - die hochklassige Besetzung und das schwere Profil machen den Triumph in Südwestfrankreich so wertvoll.
Die Jubiläumsausgabe der 60. Dauphiné führt von Avignon nach Grenoble über knapp 1100 Kilometer und insgesamt sieben schwere Anstiege, macht aber diesmal einen Bogen um den Mont Ventoux. Den Auftakt macht wie üblich ein Prolog-Zeitfahren, diesmal über 5,6 Kilometer mit Ziel am Rande der Altstadt von Avignon, direkt am Rhone-Ufer. Sprinter wie Thor Hushovd (Credit Agricole) oder Heinrich Haussler (Gerolsteiner) und mutige Ausreißer haben danach auf den ersten beiden Etappen ihre Chance, bevor es für die Anwärter auf den Gesamtsieg ernst wird.
"Marathon" auf Königsetappe
Im Zeitfahren wird sich die Spreu bereits etwas vom Weizen trennen, auch wenn der Kampf gegen die Uhr mit 31 Kilometern deutlich kürzer als in den letzten Jahren ist und so die Favoriten danach noch nicht allzu weit auseinander liegen dürften. Die zweiten vier Tage der Dauphiné finden dann in den Alpen statt, wobei die einzige Bergankunft erst auf den vorletzten Tag gelegt wurde, um die Spannung möglichst lange hoch zu halten.
Den Auftakt der Kletterprüfungen macht der "Salève" (1. Kategorie) im Finale der 4. Etappe nach Annemasse, bevor es tags darauf auf dem Weg nach Morzine den Col de Joux-Plane" (hors catégorie) zu erklimmen gilt.
Die Königsetappe aber wartet dann wie immer in den letzten Jahren am Samstag auf Fans und Fahrer: Über nicht weniger als 233 Kilometer geht es zur Bergankunft in La Toussuire. Auf dem Weg in den Skiort auf 1695m Höhe ist davor der "Höhepunkt" der Rundfahrt, der "Col de la Croix de Fer" (2067m), zu meistern. Das große Finale am Schlusstag bietet schließlich nochmals beste Gelegenheiten, die Gesamtwertung nochmals ordentlich in Bewegung zu bringen: Zwar sind es nach Grenoble nur noch 127 Kilometer, doch drei anspruchsvolle Anstiege in der zweiten Hälfte der Etappe versprechen Spannung bis zuletzt.
Topstars en masse
Die Besetzung der Dauphiné ist einmal mehr extrem hochklassig, zumal die Veranstalter sich entschieden haben, auch das Team Astana starten zu lassen. Damit ist mit Levi Leipheimer der Sieger von 2006 am Start, de sich aber härtester Konkurrenz gegenüber sieht. Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) und dessen Teamkollege Oscar Pereiro sowie Haimar Zubeldia und Samuel Sanchez (Euskaltel) sind zwei starke spanische Duos, dazu kommen ihre Landsmänner Carlos Sastre (CSC), Manuel Beltran (Liquigas) und Jose Angel Gomez Marchante (Saunier Duval).
Hoch favorisiert war bis vor kurzem auch Cadel Evans (Silence), aber der Australier hat sein Trainingslager angeschlagen beendet, so dass hinter seiner Form ein Fragezeichen steht. Für ihn könnte aber sein ukrainischer Edelhelfer Yaroslav Popovych in die Bresche springen. Nach langer Krankheit ist auch Michael Rogers (High Road) als zweiter Topfahrer aus "down under" noch nicht wieder auf Spitzenniveau. An seinen dritten Gesamtrang von 2006 anknüpfen möchte hingegen Bernhard Kohl, der Österreicher vom Team Gerolsteiner, und sehr gespannt darf man auf Rabobank-Klettertalent Robert Gesink sein: Er ist nicht für die Tour de France vorgesehen und kann somit bei der Dauphiné absolut Vollgas geben.
Nicht am Start ist hingegen Vorjahressieger Christophe Moreau: Sein Wechsel zum Zweitliga-Team Agritubel brachte ihn um die Chance zur Titelverteidigung, da die Organisatoren neben den Rennställen der ProTour keine weiteren Mannschaften einluden.
Hinweis:
Die Tour-Generalprobe LIVE bei Eurosport-TV: Verfolgen Sie die "Dauphiné Libéré, den einwöchigen Tour-Test in den Alpen mit exzellenter Besetzung, vom 8. - 15. Juni mit Ulli Jansch und Karsten Migels!
Kommentare 1 - 2 of 2
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