Eurosport - Mo 05.Mai. 20:36:00 2008
Die deutsche Nachwuchshoffnung Sabine Lisicki ist ihrem Ziel ein großes Stück näher gekommen - eine Position in den Top 100 der Welt. Mit einem souveränen 7:5, 6:1-Erfolg gegen Shahar Peer zog die Berlinerin in die zweite Runde der German Open ein. Doch damit soll es noch lange nicht getan sein...
"Das Turnier ist für mich mit dem heutigen Tage nicht beendet, ich möchte nicht nur um die Weltranglistenplätze 90 spielen. Mein Ziel sind ganz klar die Top 50", gab sich eine strahlende Sabine Lisicki nach ihrem Autaktsieg gegen die Israelin Peer beim WTA-Turnier in ihrer Heimatstadt Berlin selbsbewusst und fügte an: "Dieser Sieg gibt mir Selbstvertrauen, denn ich weiß, dass ich nicht nur mitspielen, sondern auch gewinnen kann."
Lisicki gegen Kinderlärm immun
Dabei sah es zu Beginn gegen die Nummer 18 der Welt alles andere als nach einem klaren Erfolg aus. Die am Kindertag von den überwiegend jugendlichen Zuschauern ausgehende Unruhe auf den Rängen des Steffi Graf-Stadions schien sich auf die 18-Jährige zunächst zu übertragen. Schnell geriet Lisicki mit 0:2 ins Hintertreffen. Mit zunehmender Spieldauer sank der Lärmpegel merklich, wohl auch durch die nunmehr unweit des Centre Courts stattfindende Autogrammstunde, gleichzeitig gewann das Spiel der Nummer 102 der Welt an Fahrt und Qualität. Mit langen Grundlinienschlägen gepaart mit glänzend gespielten Stoppbällen bekam Lisicki die Partie zusehend in den Griff und gewann folgerichtig den ersten Satz nach 50 Minuten mit 7:5.
"Ich war im Vorfeld schon sehr nervös, denn ich wollte unbedingt gewinnen", beschrieb Lisicki ihre Gefühlswelt vor dem Spiel. "Letztlich haben mich die Kinder aber nicht so sehr gestört, ich glaube ihr hat es mehr ausgemacht", erklärte die Lokalmatadorin.
Lob von Barbara Rittner
Im zweiten Satz gab Lisicki eine Kostprobe ihrer Fähigkeiten und zeigte, warum ihr großes Ziel Nummer eins der Welt zu werden, nicht aus der Luft gegriffen ist. Immer wieder lockte sie Peer mit Stoppbällen ans Netz, die Israelin fand kein Mittel und fügte sich schnell in ihr Schicksal. Nach nur 26 gespielten Minuten im zweiten Durchgang riss Lisicki jubelnd beide Arme in die Luft.
Fed Cup-Teamchefin Barbara Rittner zollte ihrem Schützling großes Lob: "Das war ein Superauftakt für Sabine. Vor allem, wenn man bedenkt, wie sie mit dem Druck umgegangen ist und der Aufmerksamkeit, die ihr hier von allen Seiten entgegen gebracht wird."
Papa Lisicki warnt: "Ein Schritt nach dem anderen"
In der zweiten Runde trifft Lisicki Sybille Bammer aus Österreich. Im Anschluss könnte es die Berlinerin mit Vorjahressiegerin Ana Ivanovic zu tun bekommen, doch daran "verschwendet sie keine Gedanken, denn man weiß nicht, was die zweite Runde bringt", warnte Vater und Trainer Richard Lisicki vor allzu großen Erwartungen.
Neben Lisicki steht auch Angelika Bachmann in der zweiten Runde. Die Münchnerin bezwang die Weißrussin Jekatarina Zechalewitsch mit 7:6 (9:7), 3:6, 6:3. Dagegen schied Julia Görges gegen die Russin Dinara Safina mit 3:6, 4:6 aus. Angelique Kerber musste nach 0:6, 3:5 und 0:15 gegen die an 11 gesetzte Polin Agnieszka Radwanska aufgeben, nachdem sie sich bei einem Sturz das rechte Handgelenk verletzt hatte. Radwanska ist nun die nächste Gegnerin von Bachmann. Martina Müller hat am Dienstag als letzte Deutsche die Chance, in die zweite Runde einzuziehen.
Dagegen hat Amelie Mauresmo ihre Teilnahme in Berlin kurzfristig abgesagt. Die ehemalige Weltranglisten-Erste aus Frankreich musste wegen einer Muskelzerrung im Rippenbereich passen.
TV-Hinweis:
Ab Dienstag, dem 6. Mai (ab 12:45 Uhr) berichtet Eurosport täglich mehrere Stunden Live von den German Open in Berlin.
Aus Berlin berichtet Karl Dzuba / Eurosport