Champions League - Karabatic, Kampf und Konterkunst

Eurosport - Mo 05.Mai. 16:25:00 2008

HANDBALL 2007-2008 Champions League Ciudad Real Kiel Karabatic - 0

Wie ein angeschlagener Boxer wurde Karabatic in der 37. Minute vom Feld geführt. Der Kieler war sichtlich benommen, seinem Kampfgeist konnte aber auch dieser "Niederschlag" nichts anhaben. Als der spanische Meister in der Abwesenheit des Superstars auf 23:20 davonzog, war es Karabatic, der direkt nach seiner Rückkehr mit seinem fünften Tor verkürzte.

Unnachahmlich, wie der 24-Jährige die Real-Deckung und den überragenden Schlussmann Arpad Sterbik mit harten, platzierten Würfen aus dem Rückraum immer wieder überwand. Vor allem dann, wenn der Schiedsrichter "passives Spiel" anzeigte und die "Zebras" unter Druck gerieten, übernahm der derzeit beste Handballer der Welt die Verantwortung und traf aus teilweise großer Distanz.

"Wir hatten den stärkeren Willen"

"Ich versuche einfach immer, der Beste zu sein. Ich arbeite konstant an mir und lasse mich nicht unter Druck setzen. Meine größe Stärke aber ist mein Wille", verriet der linke Rückraumspezialist vor kurzem gegenüber eurosport.yahoo.de. sein Erfolgsrezept. Das Spiel gegen Ciudad legte davon ein beeindruckendes Zeugnis ab.

Nehmerqualitäten bewies auch Dominik Klein. Der Linksaußen wurde von David Davis in der 4. Minute mit der Hand voll im Gesicht getroffen und musste blutüberströmt vom Feld. Doch auch die Nummer 33 des THW kam in der zweiten Halbzeit in die Begegnung zurück und leistete seinen Beitrag zum Projekt Titelverteidung. "Wir haben uns vorgenommen, hier zu gewinnen. Wir wollten nicht taktieren. Wir hatten heute den stärkeren Willen, haben als Team überzeugt", unterstrich der deutsche Nationalspieler in den "Kieler Nachrichten".

"Er wollte sehen, dass ich lebe"

In der Tat war an diesem Abend vor 5.800 Zuschauern in der proppevollen Quijote Arena die gesamt Leistung des Triple-Siegers beeindruckend, der die Real-Deckung mit gelungenen Konterspielzügen ein ums andere Mal aushebelte. Schlussmann Thierry Omeyer etwa erwischte einen klassischen Fehlstart in die Partie und musste beim Stand von 8:7 für den THW vorübergehend seinem Kollegen Mattias Andersson Platz machen. Doch auch der 31-Jährige war weit davon entfernt, sich entmutigen zu lassen - und so wuchs der Franzose in den letzten 22 Minuten des Spiels mit elf Paraden über sich hinaus.

"Am Anfang war ich am Boden, es hat nichts geklappt. Der Trainer hat immer zu mir gesagt, dass ich nicht nur zuschauen soll. Er wollte sehen, dass ich lebe. Das habe ich dann auch getan", beschrieb Omeyer das Geschehen.

Im Rückspiel am 11. Mai haben die "Zebras" nun beste Chancen, ihren Platz auf "Euroaps Thron" zu verteidigen - auch wenn Serdarusic wie gewohnt mahnte: "Wenn es nächsten Sonntag umgekehrt läuft, Ciudad einen guten und wir einen schlechten Tag haben, dann sieht alles anders aus." Bange sein muss den Norddeutschen aber nicht - denn wenn es nach Klein geht, dann war die famose Leistung beim Erfolg im ersten Duell "ein typisches Spiel für diesen THW Kiel".

TV-Tipp: Verfolgen Sie das Final-Rückspiel in Kiel am Sonntag (11. Mai) ab 17:45 Uhr live im TV bei Eurosport. Auf eurosport.yahoo.de können Sie die Partie im Live-Videostream und im Live-Ticker mitverfolgen.

Tobias Laure / Eurosport

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