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Rainer Schüttler hofft auf Olympia

Mo 05 Mai, 13:26 Uhr


München (dpa) - Mit dem zweiten Doppel-Titel binnen zwei Wochen in der Tennistasche machte sich Rainer Schüttler auf den Weg zur nächsten Herausforderungen.

Doch der Korbacher flog nicht etwa von München aus nach Rom zu dem Masters-Turnier, sondern stieg in sein Auto und brauste nach Dresden zu einem niederklassigen Challenger. Der 32-Jährige hat trotz des Erfolgs an der Seite von Davis-Cup-Spieler Michael Berrer schon bessere Tage erlebt. 2003 stand er im Finale der Australian Open gegen Andre Agassi, dem er später im Jahr auch im Halbfinale der ATP- WM unterlag. Bis auf Platz fünf der Weltrangliste war er am 26. April 2004 aufgestiegen und wurde nach allerlei Ungemach mit Krankheit und Formkrisen aktuell bis auf Platz 89 durchgereicht.

Die Pleitenserie im Einzel endete auch in München wieder nicht. Aus in der ersten Runde hieß das «nackte» Ergebnis - an das sich Schüttler in den vergangenen Monaten gewöhnen musste. Achtmal schied er in diesem Jahr bereits in der ersten Runde aus. Doch im Doppel holte sich der einstige Davis-Cup-Spieler bei der mit 349 000 Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung in München sein Erfolgserlebnis - so wie auch vierzehn Tage zuvor in Houston/Texas mit dem Letten Ernests Gulbis.

«Im Doppel habe ich die nötige Lockerheit, da setze ich mich vielleicht nicht so unter Druck und versuche nicht, mit aller Gewalt gut zu spielen wie im Einzel», meinte Schüttler, der in dieser Saison bei drei Turnieren im Doppel antrat und zweimal den Titel gewann. Schüttler, der erstmals mit dem Stuttgarter Berrer zusammenspielte, sieht sich dennoch vor allem als Einzelspieler: «Das Doppel ist für mich dazu da, dass ich Dinge wie Serve and Volley fürs Einzel üben kann. Doppel ist eine Zugabe.»

Auf eine Nominierung im Doppel für die Olympischen Spiele in Peking spekuliert der Mann, der 2004 in Athen an der Seite des Hannoveraners Nicolas Kiefer die Silbermedaille gewann, nicht. «Ich weiß gar nicht wie die Nominierungskriterien fürs Doppel sind, mein Ziel war es, mich fürs Einzel zu qualifizieren, und darauf hoffe ich noch, auch wenn es sehr schwer wird», sagte Schüttler. Gleichwohl: «Wenn ich überhaupt zu Olympia fahren kann, freue ich mich.»

Mit dem Rückenwind aus den Doppelsiegen will Schüttler nun auch im Einzel zurück in die Erfolgsspur finden. «Bis zu den US Open will ich gern zurück unter die Top 50 der Welt», sagte der im schweizerischen Altstätten lebende Hesse. Der letzte seiner vier Einzel-Titel auf der ATP-Tour datiert immerhin schon aus dem Oktober 2003 in Lyon. 2004 in Monte Carlo bestritt er sein letztes Finale. Dann kamen die Verletzungen: Ende 2004 musste er sich am Knie operieren lassen, fast das gesamte Jahr 2006 litt er an Pfeiffer'schem Drüsenfieber.

An ein Karriereende hat der 32-Jährige, der in seiner Karriere knapp sechs Millionen Dollar Preisgeld eingespielt hat, in den vergangenen zwei Jahren häufig gedacht. Etwa seit einem halben Jahr sei er nun aber wieder verletzungsfrei und habe «einfach noch viel Spaß am Tennis». Daher habe er auch kein Problem damit, von Dienstag an bei dem mit 50 000 Euro dotierten Challenger im Dresdner Waldpark aufzuschlagen. «Obwohl ich natürlich schon lieber in Rom dabei wäre.»