Eurosport - So 05.Apr. 16:53:00 2009
Der Abstiegskampf in der Bundesliga geht in die heiße Phase. In Karlsruhe und Gladbach spukt das Abstiegsgespenst schon viele Wochen. Mit einem Sieg könnten die "Fohlen" das erste Mal seit dem 14. Spieltag wieder die Abstiegsränge verlassen. Der KSC muss siegen - sonst wird die Lücke fast zu groß.
Über mangelnde Spannung in der Bundesliga können sich Fans und Zuschauer in dieser Saison nicht beklagen. An der Tabellenspitze geht es so eng zu wie schon lange nicht mehr. Doch auch im Keller müssen noch sieben Teams um den Klassenerhalt bangen.
Für die Karlsruher geht es am Sonntag (ab 17:00 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) aber schon um alles. Erst 17 Punkte sammelte das Team von Edmund Becker, das in der vergangenen Saison mit Platz elf noch bester Aufsteiger war. In dieser Spielzeit läuft es jedoch überhaupt nicht rund. Nach 25 Spieltagen trennen die Badener schon sieben Punkte vom rettenden Ufer - bei einer Niederlage ist man der zweiten Liga näher als dem Verbleib in der Bundesliga.
Das Glück unter dem Rasen
"Es ist für uns ein absolut richtungsweisendes Spiel", sagte Becker, der sich bewusst ist, dass nur ein Sieg zählt, um den Anschluss nicht zu verlieren. Um dem nötigen Glück, das im Abstiegskampf entscheidend sein kann, ein wenig nachzuhelfen, werden im Wildparkstadion Ein-Cent-Stücke vergraben. Diese sollen "glücksbringend" wirken und dem KSC die wichtigen drei Zähler einbringen.
Gestärktes Selbstbewusstsein sollten die Spieler nach der intensiven Vorbereitung am spielfreien Wochenende haben. "Wir haben auf hohem Niveau und sehr aggressiv trainiert", versicherte Becker. Und auch am Torabschluss wurde fleißig und erfolgreich gearbeitet. Bei einem Testspiel gegen einen Landesligisten erzielten die Profis 16 Tore.
Personell muss der Coach definitiv auf vier seiner Akteure verzichten. Maik Franz, Bradley Carnell und Joshua Kennedy stehen noch nicht zur Verfügung, Stefan Buck fällt wegen einer Wadenverletzung aus.
Direkten Konkurrenten auf Distanz halten
Bei der Borussia hat sich die Situation ein wenig entspannt. Mit 22 Punkten belegt man den 16. Platz, der zur Relegation berechtigt. Ein Sieg bei den Badenern könnte die Elf von Trainer Hans Meyer aber vorerst aus der kritischen Zone herauskatapultieren. Nach den vergangenen Wochen ist die Stimmung im Team gut. Vor der knappen 0:1-Schlappe gegen Bochum gab es zwei Siege in Köln und gegen Hamburg. In Karlsruhe will man die Chance nutzen, den Tabellenletzten auf Distanz zu halten.
Meyer bringt die Bedeutung der Partie auf den Punkt: "Genau so, wie im Spiel Wolfsburg gegen Bayern am Wochenende nicht der Meister ermittelt wird, ist nach unserem Duell die Abstiegsfrage nicht entschieden. Es liegt zwar eine Menge zwischen Sieg und Niederlage, jedoch können wir weder mit drei Punkten den Klassenerhalt feiern noch sind wir nach einer Niederlage abgestiegen."
Zwei Hiobsbotschaften gab es für die "Fohlen" vor dem Spiel. Rob Friend und Sebastian Jaures können die Reise nach Baden nicht antreten. Friend musste ein entzündeter Schleimbeutel an der linken Ferse entfernt werden. Verteidiger Jaures hat einen Einriss des Außenmeniskus im linken Knie erlitten und fällt voraussichtlich die restliche Saison aus. Auch Marko Marin, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist, und Tony Jantschke sind nicht dabei. Somit muss Meyer die zuletzt erfolgreiche Elf auf mindestens zwei Positionen verändern.
Voraussichtliche Aufstellungen:
Karlsruher SC: M. Miller - A. Görlitz, Drpic, S. Langkamp, Eichner - Federico, Mutzel, da Silva, Stindl - Freis, Kapllani
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Stalteri, Brouwers, Daems, Levels - Bradley, Galasek - Baumjohann - Neuville, Matmour - Colautti
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
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