Bundesliga - Schalke verdaut Barcelona-Schock

Eurosport - Sa 05.Apr. 19:40:00 2008

Schalke 04 hat mit einem glanzlosen Arbeitssieg gegen "Angstgegner" Hansa Rostock weiteren Boden im Kampf um die Champions-League-Plätze gut gemacht. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gewann dank eines Treffers von Halil Altintop (52.) mit 1:0 gegen die Hanseaten und eroberte Rang zwei.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Schalke-Rostock Altintop - 0

Der Aufwärtstrend in der Bundesliga für den FC Schalke 04 hat Bestand. Nachdem die Knappen unter der Woche eine 0:1-Heimniederlage gegen den FC Barcelona hinnehmen mussten, rehabilitierten sie sich in der Bundesliga und besiegten "Angstgegner" Hansa Rostock. Das Pagelsdorf-Team zeichnete sich lediglich durch gute Defensiv-Aktionen aus. Ideen im Spiel nach vorne waren nur ansatzweise zu erkennen. Doch auch die Gelsenkirchener bekleckerten sich nicht mit Ruhm und taten sich lange. Trotzdem zeigte sich Mirkos Slomka nach den 90 Minuten zufrieden: "Ich finde, dass wir schon in der ersten Halbzeit einige gute Aktionen und Kombinationen hatten. Auch Kuranyi hat sich nach seiner Einwechslung drei gute Chancen erarbeitet. Zwei davon hat der Rostocker Torwart sehr gut gehalten". Wer gedacht hätte, Trainer Frank Pagelsdorf wäre nach der Niederlage enttäuscht, irrte sich. "Nach dem Wolfsburg- Spiel habe ich eine Reaktion erwartet. Die hat die Mannschaft gezeigt und zumindest einen großen Fight hingelegt", so der Hansa-Coach.

1.Halbzeit

Der Siegeswille war den Schalkern klar anzumerken. Von Beginn an machte das Team um Trainer Mirko Slomka Druck. Hansa-Coach Frank Pagelsdorf stellte seine Abwehr jedoch sehr gut auf den Gegner ein. So waren Torchancen auf Schalker Seite Mangelware. Das erste Ausrufezeichen setzte Halil Altintop in der 8. Spielminute. Sein strammer Schuss aus 20 Metern verfehlte jedoch das Hansa-Gehäuse knapp. In der 13. Spielminute kamen die Gäste zum ersten Mal gefährlich an den Strafraum der Heimelf, doch der Patzer von Manuel Neuer, der eine hohe Flanke unterschätzte, blieb ohne Folgen. Solche "Hansa-Ausflüge" sah man im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nur selten. Doch auch die Knappen sprühten nicht vor Torgefahr. So griffen die Hausherren immer wieder auf Fernschüsse zurück, die Hansa-Schlussmann Stefan Wächter jedoch kaum in Verlegenheit brachten. Die erste klare Torchance des Spiels hatte Abwehrchef Marcelo Bordon, dessen wuchtiger Kopfball, nach einer Pander-Ecke, von der Rostocker Abwehr geblockt wurde. Acht Minuten später legte Jermaine Jones einen ansehnlichen Sololauf hin, den er mit einem Fernschuss aus 18 Metern abschloss. Der Ball verfehlt jedoch das Gehäuse. Erneut ein Schuss aus weiter Distanz sorgte in der 40. Minute für ein Raunen in der ausverkauften Veltins-Arena. Wieder war es Fernschuss-Spezialist Altintop, der das Tor nur knapp verfehlte. In der 44. Minute hatte die Heimelf Glück - Jones reißt im Laufduell Amir Shapourzadeh zu Boden und sieht von Schiedsrichter Knut Kircher die Gelbe Karte. Jones war allerdings letzter Mann und hätte sich über den roten Karton nicht beschweren dürfen. Den fälligen Freistoß von Tobias Rathgeb fischte Manuel Neuer mit viel Mühe aus dem linken Toreck.

2. Halbzeit

Die zweite Spielhälfte bot den Zuschauern keine großen Überraschungen: Schalke tat sich weiter schwer gegen die massierte Hansa-Abwehr und die Gäste hatten in der Offensivbewegung so gut wie keine Überraschungsmomente. In der 48. Minute stand Schiedsrichter Kircher im Mittelpunkt: Westermann wurde im Strafraum der Gäste von Gledson und Kai Bülow in die Zange genommen und kam zu Fall. Zum Entsetzten der Schalker blieb der Elfmeterpfiff jedoch aus. Lange mussten sich die Knappen darüber nicht aufregen, denn vier Minuten später erzielte Altintop das erlösende 1:0. Nach einer Flanke von Albert Streit wuchtete der Türke den Ball mit dem Kopf in die Maschen. Nach der Führung brachte Slomka Kevin Kuranyi, dem er eine Auszeit "gönnte", für den agilen aber glücklosen Sören Larsen. Kaum im Spiel hatte der Nationalstürmer schon das 2:0 auf dem Fuß. Doch Stefan Wächter parierte den seinen Schuss. Von Rostock war bis dato nur wenig zu sehen - bis zur 70. Minute: Nach einem Eckball kommt das Leder zu Gledson, dessen Kopfball Manuel Neuer glänzend parierte. Den Nachschuss vom eingewechselten Waku-Menga Addy konnte Albert Streit von der Linie kratzen. Kurz vor Schluss stand Kevin Kuranyi wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einem Zuckerpass von Fabian Ernst findet er seinen Meister erneut in Stefan Wächter. Die Moral der Rostocker war nun endgültig gebrochen.

Spieler des Spiels: Halil Altintop

Nicht zuletzt durch seinen entscheidenden Treffer war der Türke für Mirko Slomka heute der wichtigste Spieler. Er ackerte enorm und nahm das Gehäuse von Stefan Wächter immer wieder unter Beschuss.

Andreas Weiß / Eurosport