Eurosport - Mi 05.Mrz. 09:30:00 2008
Das deutsch-spanische Duell in Dubai ging mit 3:0 klar an die Iberer: Trotz eines couragierten Auftritts musste sich auch Philipp Kohlschreiber in der ersten Runde des ATP-Turniers Rafael Nadal 6:3, 1:6, 4:6 geschlagen geben. Zuvor scheiterten Tommy Haas und Rainer Schüttler ebenfalls an Spaniern.
Kohlschreiber wusste, dass Nadal heute zu packen war. "Er wäre heute sicher zu knacken gewesen. Schade, die Chance war zum Greifen nah", ärgerte sich der 24-Jährige. "Aber der letzte Ball hat gefehlt und am Schluss war ich nicht abgezockt genug. Mir fehlte ein bisschen die Abgeklärtheit." Fast zweieinhalb Stunden machte der momentan beste deutsche Spieler dem Kraftpaket aus Spanien das Leben schwer, am Ende kassierte der Augsburger aber dann doch die vierte Pleite im vierten Vergleich mit Nadal.
Kohlschreiber trumpfte im ersten Satz groß auf und brachte den favorisierten Mallorquiner mit klugen Bällen an den Rand der Verzweiflung. Danach erhöhte sich bei dem deutschen Davis-Cup-Spieler aber die Fehlerquote, die Nummer 27 der Welt verlor den Roten Faden. Vor allem die Rückhand machte dem 24-Jährigen Probleme: Viel zu häufig landeten die Bälle im Netz.
"Gewisse Zweifel" bei Nadal
Nadal präsentierte sich nicht in bester Verfassung. "Rafa" profitierte einfach von der hohen Fehlerquote des Augsburgers. Als der French-Open-Champion dann im dritten Satz das zweite Break schaffte, war das Match praktisch entschieden.
Nadal, der mit seiner Leistung offenbar selbst nicht zufrieden war, lobte seinen deutschen Gegner. "Er hat das Turnier in Auckland gewonnen und auch hier sehr gut gespielt", so Nadal, der zugab, mit "gewissen Zweifeln" ins Scheichtum gereist zu sein. "Beim Turnier in Rotterdam habe ich ein wenig meine Konzentration verloren", analysierte der Linkshänder seine Startschwierigkeiten im Auftaktmatch gegen Kohlschreiber.
Nieminen unterliegt klar
In den weiteren Partien des zweiten Turniertages gab es nur eine Überraschung: Der Finne Jarkko Nieminen musste sich Olivier Rochus aus Belgien überraschend klar mit 1:6, 2:6 geschlagen geben. Der Serbe Janko Tipsarevic unterlag Feliciano Lopez (Spanien) 3:6, 6:4, 4:6. Tipsarevics Landsmann Novak Djokovic hatte hingegen keine Probleme in seiner Erstrunden-Partie. Der Australian-Open-Champion besiegte den Kroaten Marin Cilic klar 6:4, 6:3.
Den Sprung in die zweite Runde schaffte auch Paul-Henri Mathieu. Der Franzose setzte sich gegen den Qualifikanten Joseph Sirianni aus Australien problemlos mit 6:4, 6:4 durch. Auch Tomas Berdych (Tschechien) zog durch ein 6:3, 6:2 gegen Gael Monfils aus Frankreich in die zweite Runde ein. Kurzen Prozess machte der Russe Michail Ledowskich mit Mahmoud Nader aus den Vereinigten Arabischen Emiraten: Am Ende war Nader beim 6:1, 6:1-Sieg Ledowskichs nicht mehr als ein Trainingspartner.
Roddick souverän
Überraschend wenige Mühe hatte der US-Amerikaner Andy Roddick mit Juan Carlos Ferrero aus Spanien. Nach exakt 59 Minuten und 58 Sekunden stand der 6:2, 6:4-Erfolg des 25-Jährigen fest. Ferrero hatte während des kompletten Matches keine einzige Breakmöglichkeit und musste seinerseits den Aufschlag drei Mal abgeben.
Stefan Zürn / Eurosport