Bundesliga - Bitterböse Glückwünsche an Hoeneß

Do 05.Jan. 09:25:00 2012

Zum 60. Geburtstag von Bayern-Präsident Uli Hoeneß haben auch einige langjährige Gegner, Rivalen und Intim-Feinde gratuliert. "Natürlich wünsche ich ihm alles Gute. Jeder weiß um seine Verdienste für den deutschen Fußball", erklärte beispielsweise Christoph Daum.

FOOTBALL, Willi Lemke - 0

"Auch ich möchte mich in die Reihe derjenigen einreihen, die das zu würdigen wissen", sagte der Trainer des FC Brügge der Kölner Zeitung "Express".

Diverse Angebote, dem Bayern-Präsidenten zu dessen Geburtstag an diesem Donnerstag einen öffentlichen Glückwunsch-Brief zu schreiben, habe er aber abgelehnt. "Uli Hoeneß sollte diesen Tag genießen und mit Freude auf sein Lebenswerk blicken. Und nicht wieder mit einer Reaktion von mir konfrontiert werden müssen. Das liegt mir am wenigsten am Herzen", sagte Daum.

Mit einer ähnlichen Zurückhaltung wollte Intim-Feind Willi Lemke nicht aufwarten. In der "Sport Bild" nutzt der ehemalige Präsident von Werder Bremen die Chance zur Abrechnung. "Ich heiße den Mann, zu dem ich nach wie vor ein miserables Verhältnis habe, herzlich Willkommen im Club der alten Säcke", ätzt Lemke und fährt verbittert fort: "Kein Mensch der Welt hat mich über fast drei Jahrzehnte so niedergemacht. Keiner hat so dreiste Sprüche Richtung Bremen geschickt. Ich mag Uli Hoeneß nicht wirklich. So wie er, so will ich nie! In Szene gesetzt hat er sich immer, wenn eine Kamera in der Nähe war. Ich habe keine Lust, mich zu versöhnen, ich werde mich auch für nichts entschuldigen oder etwas richtigstellen.“

Zum 60. Geburtstag von Bayern-Präsident Uli Hoeneß haben auch einige langjährige Gegner, Rivalen und Intim-Feinde gratuliert. - 2 Vor der "außerordentlichen Lebensleistung" habe er Respekt, meinte Lemke zwar, aber nicht vor dem Charakter des Jubilars. "Ich wünsche Uli Hoeneß alles Gute zum Geburtstag! Er soll so bleiben, wie er ist - aber da mach ich mir ehrlich gesagt auch gar keine Sorgen."

Campino, Frontmann der "Toten Hosen", hatte Hoeneß einst mit dem Lied "Wir würden nie zum FC Bayern gehn!" den Fehdehandschuh vor die Füße geworfen. Doch im Gegensatz zu Lemke gibt sich der Punker gelassen und fair. "Lieber Uli, ich freue mich sehr, Ihnen auf diesem Wege zu Ihrem sechzigsten Geburtstag gratulieren zu dürfen, obwohl die Formulierung dieser Wünsche kein leichtes Unterfangen ist. Die einen befürchten einen Angriff oder eine Provokation von mir, die anderen noch etwas viel schlimmeres: Hochverrat durch Annäherung und Sympathie. Ich werde versuchen, mich davon nicht irritieren zu lassen."

"Hätte das Schicksal Sie zu einem meiner beiden Lieblingsvereine verschlagen - wahrscheinlich hinge heute noch ein Poster von Ihnen über meinem Bett. So ist es ja nun nicht gekommen; stattdessen sang ich mit den Toten Hosen aus vollem Hals "Wir würden nie zum FC Bayern gehen." Damit lösten wir deutlich mehr Ärger aus, als hätten wir den Papst beleidigt. Zu Ihrer späten Genugtuung darf ich Ihnen berichten, dass daraufhin im Süden des Landes die Verkäufe sämtlicher Tote Hosen-CDs deutlich eingebrochen sind und sich bis heute nicht erholt haben."

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dpa

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