Wimbledon - Hartes Urteil gegen Hingis

Eurosport - Sa 05.Jan. 12:38:00 2008

Martina Hingis wurde von einem Anti-Doping-Tribunal des Internationalen Tennisverbandes (ITF) für zwei Jahre gesperrt.

TENNIS 2007 Hingis - 0

Unrühmliches Ende einer großen Karriere: Martina Hingis, die im November ihren Rücktritt erklärte, wurde von einem Anti-Doping-Tribunal des Internationalen Tennisverbandes (ITF) für zwei Jahre gesperrt. Die Schweizerin war im Juni 2007 in Wimbledon positiv auf Kokain gestestet worden.

Neben der Sperre wurden auch alle Ergebnisse und Preisgelder der 27-Jährigen ab dem Grand-Slam-Turnier von Wimbledon 2007 gestrichen. Damit muss Hingis rund 88.000 Euro an die ITF zurückerstatten.

Die Spielerin hatte einen Drogenmissbrauch stets bestritten: "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass ich nichts genommen habe. Ich bin frustriert und ärgerlich. Drogen zu nehmen würde mir Angst machen", erklärte Hingis. In Wimbledon war die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin in der 3. Runde an der US-Amerikanerin Laura Granville mit 4:6, 2:6 gescheitert. Im Anschluss waren sowohl die A- als auch die B-Probe positiv. Zwischen A- und B-Probe ließ die Schweizerin eine Haaranalyse vornehmen. Nach eigener Aussage sollen bei dieser Analyse keine Spuren von Kokain entdeckt worden sein.

Hingis-Einspruch zurückgewiesen

Die ITF sieht das allerdings anders: Es sei unstrittig, dass die positive Probe, in der ein Derivat des Kokains gefunden wurde, eindeutig zu Hingis gehöre. Dieses Derivat ist laut der aktuellen Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA eine verbotene Substanz. Das Tribunal wies damit den Einspruch von Hingis zurück, wonach es Zweifel an der Identität der Proben gegeben haben soll.

Zu Beginn der Saison 2006 hatte Hingis ihr Comeback im Tenniszirkus gegeben. 2007 litt sie unter Rücken- und zuletzt auch Hüftproblemen. Das hatte Spekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt angeheizt. Während ihrer Glanzzeit Ende der 90er Jahre dominierte sie die Konkurrenz nach Belieben, legte im Herbst 2002 wegen anhaltender Knöchel- und Fußprobleme dann aber den Schläger zur Seite, ohne von Rücktritt zu sprechen. Nach dreijähriger Pause stieß sie wieder bis auf Platz sechs der Weltrangliste vor.

Die Schweizerin war im Oktober 1994 im Alter von nur 14 Jahren Profi geworden. Den letzten ihrer fünf Grand-Slam-Titel gewann sie 1999 in Australien. 1997 verhinderte nur die überraschende Finalniederlage bei den French Open gegen die Kroatin Iva Majoli den Grand Slam. Tennis-Geschichte schrieb auch die legendäre Finalniederlage gegen Steffi Graf zwei Jahre später in Paris.

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