Eurosport - Di 04.Dez. 18:46:00 2007
"Die Deutschen sind für mich einer der EM-Favoriten", sagt Davor Suker. Der ehemalige Stürmerstar lobt in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" die DFB-Elf und stapelt tief, wenn es um die Ambitionen seines Heimatlandes geht: "Schon die Quali ist für uns wie ein Finale", erklärt der 39-Jährige.
"Kroatien ist nicht so weit, dass man sagen kann, wir wollen unbedingt ins Halbfinale. Die Elf kann das schaffen - aber es kann nicht ihr Ziel sein. Ich sehe im Moment keine Prosineckis und Bobans", ergänzte der Ex-Profi, der unter anderem bei Real Madrid, Arsenal und 1860 München spielte.
Trotzdem sieht Suker positive Ansätze in der Mannschaft von Trainer Slaven Bilic. "Das Team besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Generationen. Die Alten bilden die "Selbstvertrauen-Gruppe" - da sind die Kovacs und Simics, die Erfahrung einbringen. Die Jungen stellen die Techniker. Sie spielen den modernen und schnellen Fußball." Allerdings sieht der der ehemalige Angreifer eine Lücke, da stabile Spieler im Alter zwischen 27 und 29 Jahren fehlen.
Wichtigster Mann des WM-Dritten von 1998 ist Luka Modric. Der 22-jährige Mittelfeldspieler könnte "einer wie Boban werden. Im Mittelfeld liegt die Zukunft dieser Elf. Auch Niko Kranjcar ist sehr weit mit seinen 23 Jahren, und der Schalker Ivan Rakitic ist erst 19", betont Suker. Die Offensive hingegen ist auf einen Mann zugespitzt: Eduardo vom FC Arsenal. "Der schießt 80 Prozent aller Tore in der Nationalelf", sagt der kroatische Rekord-Torjäger über den eingebürgerten Brasilianer.
"Moderne Dimension" der DFB-Elf
Den Härtetest müssen die "Kockasti", was soviel bedeutet wie "die Karierten", im zweiten Gruppenspiel gegen Deutschland bestehen. "Die Deutschen können immer noch kämpfen und haben eine moderne Dimension hinzugewonnen. Wir dagegen sind seit 2002 bei allen Turnieren gewesen, aber immer in der Vorrunde ausgeschieden", beschreibt Suker die Unterschiede der beiden Mannschaften.
Das Duell selbst hat inzwischen fast schon Tradition. 1996 bezwang die DFB-Auswahl Kroatien im EM-Viertelfinale mit 2:1, zwei Jahre später schlugen Suker und Co. mit einem 3:0 im WM-Viertelfinale zurück. 2008 gilt Deutschland als Favorit, doch dürfte den Kroaten die "Außenseiter-Rolle" liegen. Nicht umsonst hat Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff Kroatien zum Geheimfavoriten der EM ausgerufen.
Tobias Laure / Eurosport