Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV kann den Sprung in die K.o.-Runde schon in Zagreb perfekt machen, dem 1. FC Nürnberg droht gegen AZ Alkmaar hingegen das vorzeitige Aus.
Die Ausgangslage der beiden deutschen Vertreter könnte zum Auftakt des 4. Gruppen-Spieltages im Fußball-UEFA-Cup am 5. Dezember unterschiedlicher nicht sein. Die Hanseaten reisen nach zwei Siegen ohne jeden Druck in die kroatische Hauptstadt. Für den «Club» ist der Europacup willkommene Abwechslung vom Bundesliga-Abstiegskampf. Mit dem ersten Sieg in der Gruppenphase wollen die Franken Selbstvertrauen für den Jahresendspurt tanken und die Chance auf ein Weiterkommen auf internationalem Parkett wahren. Am Donnerstag empfängt zudem Bayer 04 Leverkusen den tschechischen Vertreter Sparta Prag. Bundesligaprimus Bayern München ist spielfrei.
Vier Tage nach dem Dämpfer von Bremen kommt die Partie bei Dinamo Zagreb für den HSV gerade recht, um zurück in die Erfolgsspur zu finden. «Wir werden alles für den deutschen Fußball geben», versprach HSV-Trainer Huub Stevens vor dem dritten Gruppenspiel. Im Klartext: Trotz des Hammerprogramms der Vorwochen denkt der Niederländer nicht an eine große Rotation, um seine Profis zu schonen. Er ist auch stolz, dass kein deutscher Club bisher so viele Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung gesammelt hat wie sein HSV.
Die bisherige Bilanz 2007 spricht für sich: Unter Stevens haben die Norddeutschen noch nie zweimal nacheinander verloren. «Unser Ziel ist es, die Gruppe als Erster abzuschließen», sagte Nationalspieler Piotr Trochowski vor dem Duell im berüchtigten Maksimir-Stadion. «Da muss man mit Stimmung rechnen», warnte Stevens. Wie aufgeheizt die Atmosphäre sein kann, erfuhr zuletzt Werder Bremen in der Champions- League-Qualifikation. Kroatien Meister, bei dem der Ex-Duisburger Georg Koch im Tor steht, führt zwar unangefochten die Liga an, steht aber in der UEFA-Cup-Gruppe D als Vierter (1 Punkt) unter Zugzwang.
Der 1. FC Nürnberg muss beim vierten Spiel binnen elf Tagen den strapaziösen Spagat zwischen UEFA-Cup und Bundesliga bewältigen, doch Hans Meyer traut seiner Mannschaft einen erfolgreichen Kraftakt gegen Alkmaar zu. «Die Chance ist nicht riesig, aber sie ist da», sagte der Trainer des deutschen Pokalsiegers vor dem Duell mit dem niederländischen Erstdivisionär. Mit einem Sieg würde der FCN seine Chance aufs Überwintern im UEFA-Cup wahren, in der Liga ist nach dem 0:1 beim MSV Duisburg jedoch der Notstand ausgebrochen.
«Die Bundesliga hat absolute Priorität, und gegen Hertha BSC stehen wir gewaltig unter Druck», betonte Meyer, der zum 75. Mal bei einem Europacupspiel auf der Trainerbank sitzen wird. Auch Sportdirektor Martin Bader auf eine erfolgreiche Generalprobe für das Punktspiel gegen Berlin: «Ganz wichtig ist aber, dass die Spieler gesund bleiben. Verletzungen wären eine Katastrophe.» Trotz der «prekären Lage in der Liga misst Bader dem Alkmaar-Spiel große Bedeutung zu, «denn wir haben ein Jahr lang hart dafür gearbeitet, international zu spielen. Deshalb stellen wir das Thema nicht einfach in die Ecke und werden uns nicht sang- und klanglos verabschieden.»


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