Eurosport - Di 03.Nov. 14:21:00 2009
Eurosport-Mitarbeiter Dirk Lützig hat den Marathon in New York erfolgreich hinter sich gebracht. Seine Zeit: 3:19:47 Stunden. Hier schildert er seine Eindrücke am Tag eins nach dem anstrengenden Erlebnis.
Die Frage, die ich seit dem Ende des Marathons am meisten von meiner Familie, Freunden und Kollegen gehört habe ist: "Wie geht es Dir jetzt?". Die Antwort war und ist: "Sehr gut!". Es scheint so, als ob ich, wie nach meinem Debüt-Marathon letztes Jahr im Bottwartal, die Strapazen gut wegstecke.
Die Beine schmerzen zwar immer noch etwas, aber auch nicht mehr als der Muskelkater nach einer 6-8 Stunden langen Wandertour in den Tagen danach. Ich war heute in New York unterwegs und bin dabei ein bisschen durch Manhattan gebummelt. Dabei bin ich auch Treppen runter und wieder hinauf gelaufen (U-Bahn). Das Einzige, was wirklich Überwindung kostet ist in die Hocke zu gehen, um etwas aufzuheben aber selbst das geht einigermaßen. Ich kann mir durchaus vorstellen in 2-3 Wochen wieder zu laufen.
Mein Fazit bezüglich New York
Den New York Marathon zu laufen war ein unvergessliches Erlebnis. Es war mein erster großer Marathon (Anzahl der Läufer, Größe des Events) und alleine dies war schon sehr, sehr spannend mitzuerleben. Ich bin glücklich, dass ich die Chance hatte, daran teilzunehmen. Mit der Zeit bin ich auch zufrieden, mich ärgert eher die Art, wie der Lauf geendet hat. Anstatt einen Schlussspurt anzuziehen auf den letzten zwei Kilometern und dann relativ locker ins Ziel zu kommen, wie letztes Jahr, war es dieses Mal eine einzige Qual und so konnte ich das Ende nicht wirklich genießen.
Klar, am Ende zählt nur das (sehr gute) Ergebnis. Aber als Perfektionist hätte ich gerne einen runden Lauf gehabt. Zumindest verstehe ich jetzt was mit Top-Läufern los ist, wenn sie 400 Meter vor dem Ziel praktisch stehen bleiben und noch von dem Verfolger eingeholt werden, der dann "vorbeifliegt". Aus Erfahrung lernt man. Wer New York locker laufen will, sollte genug Reserven für die letzten 7-8 km bereit haben.
Würde ich New York als Debüt-Marathon empfehlen?
Eher nicht, auch wenn es verlockend scheint, das Debüt bei dem größten/bekanntesten Marathon zu geben. Das harte Ende wird sicherlich dem einen oder anderen die Lust auf einen weiteren Marathon nehmen. Anderseits kann das Anfeuern der Menschenmenge durchaus anspornen. Man sollte zumindest schon mal einen Halbmarathon gelaufen sein, bei dem man die Getränkeaufnahme "geprobt" hat, denn diese war nicht immer einfach bei der Menge der Läufer.
Habe ich wieder vor New York zu laufen? - Durchaus, allerdings erst wieder in ein paar Jahren. Im Moment sehe ich nicht, wie ich meine Zeit hier deutlich steigern sollte, ohne ein paar Jahre mehr Training. Ich wollte New York in erster Linie laufen, weil es der größte und bekannteste Marathon ist, den ich schon seit Jahren bei Eurosport verfolgt habe. Dies kann ich jetzt als "erledigt" abhaken.
Was sind meine nächsten Ziele?
Da ich (noch) nicht mit dem "Marathon-Virus" infiziert bin und somit 1-2 pro Jahr laufen muss, werde ich mich als Wettkampftyp eher in Richtung Verbesserung der Zeiten orientieren. Dazu benötigt man eine sehr schnelle Strecke und die ist in Deutschland bekanntlich Berlin mit dem aktuellen Männer-Weltrekord. Alternativ kämen auch Frankfurt oder Hamburg in Betracht.
International wäre es Chicago, wobei die Strecke so schnell ist, dass die Bestzeiten von Top-Athleten dort immer nur mit einer Einschränkung gesehen werden. Mein Ziel auf längere Sicht ist die Sub-3:00-Stunden-Schallmauer auf die Marathondistanz. Geht man von der Regel aus, dass Amateure in New York zehn Minuten mehr brauchen als auf einer normalen Strecke, dann ist dieses Ziel mit aktuell 03:09:xx nicht so abwegig.
Alternativ könnte ich mir aber auch Marathons in reizvollen Gegenden oder mit ungewöhnlichen Bedingungen vorstellen. So z.B. den Hawaii-Marathon oder aber einen Untertage-Marathon in einem ausgedienten Salzstock.
Kommentare 1 - 10 of 10
Hey Lütze, was für eine Leistung!!! :-)) Nicht nur auf dem schweren Asphalt von New York, sondern auch an der Feder. Tolle Berichte, die ich hier gelesen habe. Falls Du einen neuen Job brauchst, in der Eurosport-Redaktion ist immer ein Platz für Dich frei. Klasse, einfach klasse!!! LG Adams
Schöne Berichtsreihe, wirklich interessant und auch der letzte Bericht ist ein guter Abschluß. Ich wußte garnicht wo man überall Marathon laufen kann. Dabei spiele ich auf das Salzbergwerk an.
Klar, kein Wunder nach der Leistung müssen neue Ziele her.
Herr Luetzig Gratulation und Danke für die tolle Berichterstattung!
*Neid ist hier wohl absolut fehl am Platz..
ICH BIN AUCH SCHON EIN MARATHON UNTER 3 STUNDEN GELAUFEN, ABER DAS INTRESSIERT NATUERLICH KEIN MENSCH!DAS IST ECHT TRAURIG :(
Schöner Abschluß der NY-Marathon-Berichterstattung von Dirk Lützig. Mercie vielmals, hat sich gut lesen lassen ....
Und für die nächsten Lauf-Projekte ordentliches Durchhaltevermögen und Super-Zeiten.
Schöne Tage noch in Manhatten.
schöne reihe, die sich gut lesen lässt. motiviert zum selber machen. kompliment herr lützig.
Die ersten beiden Artikel fand ich informativ, interessant und durchaus empfehlenswert.
Nun, ist aber auch wieder gut.
Wir haben alle verstanden, dass er sich TOLL fühlt und ganz anders als all die anderen ÜBERHAUPT KEINE Probleme hatte .."dies wegzustecken" und nun die "sub 3h" Marke anpeilen kann. Das interessiert nun wieder keinen ausser ihn selbst.
Bevor er nun vom IRONMAN träumt, sollte man die Kolumne beenden.
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