Eurosport - Sa 31.Okt. 23:44:00 2009
Eurosport-Mitarbeiter Dirk Lützig läuft den Marathon in New York, der am Sonntag über die Bühne geht. Hier schildert er seine Eindrücke.
Die letzten Stunden vor meinem Saison-Highlight des Jahres: New York City Marathon 2009. Die Spannung steigt langsam aber sicher, und ich bin froh, die letzte Nacht lange und gut geschlafen zu haben. Die nächste Nacht wird sicher kurz, denn ich werde um 3.00 Uhr morgens aufstehen müssen, um den Bus, der mich zum Start bringt, zu erwischen (Abfahrt ist um 5.00 Uhr bei der "Public Libary" mitten in Manhattan).
Ab 7.00 Uhr sind viele Brücken und Straßen gesperrt, denn die Sprengstoff-Experten müssen sie absuchen, bevor der Startschuss fallen kann. Ja, der 11. September ist immer noch gegenwärtig in dieser Stadt.
Gift für die Beine
Seit gestern bin ich dabei, Kohlenhydrate zu bunkern. Leckere Pasta gestern mit einer guten Gemüse-Sauce als Abendessen und am heutigen Samstag bisher ein Frühstück bestehend aus zwei Portionen Müsli, einer Banane und Orangensaft. Nachher noch mal ein bis zwei Portionen Pasta: Und: den ganzen Tag über viel trinken (Wasser).
Ich plane, den größten Teil des Tages im Hotel zu verbringen ("Nicht stören"-Schild hängt vor der Tür), denn von dem, was ich in New York sehen will, geht viel nur zu Fuß und bei schönem Wetter. Im Moment ist es aber bewölkt, und es ist Regen zumindest für die Nacht angesagt. Leider muss ich auch auf die berühmte Halloween-Parade verzichten, denn für einen guten Platz muss man Stunden vorher dort sein und dann stehen. Das wäre Gift für meine Beine. Aber dieses Opfer bringe ich gerne für eine gute Zeit.
Knackige Anstiege
Körperlich fühle ich mich gut, auch wenn ich mir eine leichte Erkältung eingefangen habe (etwas Schnupfen und rauer Hals). Die drei Testläufe in Boston und Bar Harbor liefen sehr gut mit Durchschnittszeiten um die 4:40 Minuten pro Kilometer, was in etwa meinem anvisierten Renntempo entspricht. Außerdem hatten beide Strecken knackige Anstiege, was auch in New York der Fall ist.
Leider habe ich gestern verpasst, mich für den "Continental International Friendship Run" anzumelden, der heute morgen hier durchgeführt wurde. Zwar nur sechs Kilometer lang, allerdings wäre dies eine Gelegenheit gewesen, den Asphalt zu testen.
Auf der Marathon-Messe
So muss ich mich auf mein Gefühl und mein Auge verlassen. Danach ist die Qualität des Belages schlecht, was sicherlich auch mit dafür verantwortlich ist, dass in New York keine Top-Zeiten gelaufen werden (Experten sagen, dass Profis zwei Minuten und Amateure bis zu zehn Minuten im Vergleich zu einer schnellen Marathon-Strecke wie in Berlin verlieren).
Gestern auf der Marathon-Messe, wohin jeder Athlet muss, um seine Startnummer in Empfang zu nehmen, bekam ich zum ersten Mal wirklich ein Gefühl dafür, wie groß dieser Lauf ist. 37.000 Teilnehmer ist eine abstrakte Zahl, aber auf der Messe manifestierte sich dies in einer Masse von Leuten. Es herrschte geradezu ein babylonisches Sprachgewirr (ich hörte Fetzen von Deutsch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch, Norwegisch oder Schwedisch und welche, die ich nicht zuordnen konnte. Jeder war damit beschäftigt, Kleidungsstücke der verschiedenen Sponsoren und Hersteller anzuprobieren und zu kaufen. Ich selber konnte nicht widerstehen und habe mir zwei Laufshirts gekauft. Ich habe aber auch Leute mit fünf oder mehr Sachen an den Kassen gesehen.
Neue Ziele im Gepäck
Zudem habe ich mich an einem Informationsstand mit Prospekten kommender Marathons eingedeckt. Mal sehen, ob ich nach dem Zieleinlauf in New York noch mal einen Marathon laufen will. Wenn ja, dann habe ich jetzt genug potentielle Ziele im Gepäck.
Ich habe schon in Deutschland alle verfügbaren Informationen bezüglich des Laufes zusammengetragen (Streckenbeschaffenheit, Höhenprofil, markante Punkte, Getränkestationen). Diese werde ich mir jetzt zur Gemüte führen und versuchen so gut es geht einzuprägen. Dann werde ich mir noch eine "Powergel-Strategie" zurechtlegen (wann nehme ich ein Gel zu mir), früh zu Bett gehen und morgen mein Bestes geben.
Lesen Sie am Sonntag auf eurosport.yahoo.de, wie es unserem Mitarbeiter auf den langen 42,195 Kilometern ergeht und was er unterwegs so alles erlebt.
Kommentare 1 - 16 of 16
Hallo Dirk,
super Zeit, bin sehr beeindruckt. Solche Helden kennen wir.
Gruß aus Sindelfingen!
Die Nachbarn verfolgen deine Karriere.
Hey Lütze, was für eine Leistung!!! :-)) Nicht nur auf dem schweren Asphalt von New York, sondern auch an der Feder. Tolle Berichte, die ich hier gelesen habe. Falls Du einen neuen Job brauchst, in der Eurosport-Redaktion ist immer ein Platz für Dich frei. Klasse, einfach klasse!!! LG Adams
Dicke Glückwünsche und Respekt! Ich glaube da war noch halb Kenia hinter dir...
SUPER, wirklich SUPER - wir sind stolz auf Dich!!!!!!!!!!
Und auch noch eine grandiose Zeit - unglaublich!
Congratulations - was für ein tolles Ergebnis - was ein Wahnsinnslauf !!!!!
Woooooooooooooooow toll- congratualtions from here Dirk !!!!!
Wir sind stolz auf Dich!!!!!!!!!!!!!!
Jawohl 3:19:47 super gelaufen. Congratulations.
P.S: Da ist noch mehr für*s nächste Mal.
Bin auch das erste Mal unter 3:20:00 gelaufen. -- 3:17:03
Nächstes Jahr peile ich die 3:10:00 an.
MFG
So wie es aussieht wird Dirk unter 3:20:00 laufen. Zwischenzeit bei km 40 ist 3:07:42.
Siehe meine Zeit vom Frankfurter Marathon 2009. BIP Nummer: 2263. Laufzeiten sehen fast identisch aus, nur mein Einbruch ab km 30 war nicht so heftig. ;-)
Trotzdem super Leistung.
Schöner Artikel!
TOI - TOI - TOI für den NY-Lauf.
Wir haben Dich beim Start gesehen und drücken die Daumen, daß Du Deine Wunschzeit von 3.30 Uhr erreichst. Grüße von Deiner Sindelfinger Verwandtschaft.
Este es mi hermano! Zeig den Kenianern wo vorne ist!
Klasse geschrieben! Bist zu beneiden - wir drücken alles was wir haben! Viiiiiiiiiiel Glück und Erfolg heute !!!!
klasse geschrieben! Wir drücken alles was wir haben! Viel Glück heute !!!!!!!!!!!!!!!
...New York ist geanial, einfach genial...Lüüütze...gib alles...
bin vor zwei jahren new york gelaufen. das frühe aufstehen lohnt sich!!! zuschauer an der strecke sind supper drauf.würde gerne mitlaufen.
Wenn ich so früh aufstehe, würd mich das für den Lauf sicher auch nochmal 5min kosten - wegen fehlender Frische... trotzdem alles Gute heute!
unglaublich um 3 uhr morgens aufzustehen und ein paar stunden einen marathon laufen. hatte auch mal überkegt den ny zu laufen, aber unter diesen voraussetzungen. ;-) schöner artikel.
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