Eurosport - Mo 02.Nov. 16:29:00 2009
Dirk Nowitzki geht mit den Dallas Mavericks in seine zwölfte NBA-Saison. Den Sommer über hat er vier Monate lang kein Spiel bestritten, sondern lediglich Einzel- und Konditionstraining absolviert. Im Interview der Woche verrät der Superstar, wie sich das auf seine Spielweise auswirkt.
Herr Nowitzki, Sie haben über den freien Sommer abgenommen. Wie wirken sich sieben Kilo weniger auf ihr Spiel aus?
Dirk Nowitzki: Ich bin jetzt agiler. An meinem Spiel wird sich dadurch aber nichts ändern. Ich wollte leichter werden, weil das gesünder ist. Gerade nach der langen Spielpause will ich mir die Knochen nicht kaputt machen. Ein bisschen dribbeln und von außen schießen, das wird weiterhin mein Spiel ausmachen. Allerdings habe ich in den ersten Spielen schon ein paar Dreier geschossen, was in der Vorsaison gar nicht vorkam.
Wie nah sind die Mavericks dem Ziel Meisterschaft nach dem Saison-Auftakt
Nowitzki: Das erste Spiel war, drastisch ausgedrückt, ein Griff ins Klo. Aber wir haben im Trainingscamp gut gespielt, gut trainiert und auch schon sehr gute Spiele gemacht. Gerade mit so vielen neuen Mitspielern wäre ein guter Start von Vorteil gewesen.
Mit Josh Howard und Tim Thomas sind zwei Leistungsträger seit Saisonbeginn verletzt. Wie kompensieren die Mavericks diese Ausfälle?
Nowitzki: Die ganze Liga hat Verletzungsprobleme. Wichtig für uns ist, dass Josh bald wieder dazustößt und nicht nur drei oder vier Spiele fit ist, sondern die Saison verletzungsfrei durchspielen kann. Unsere Offensive braucht Josh unbedingt. Er ist explosiv, dynamisch und sorgt mit einem guten Wurf von außen für Gefahr. Tim ist einer der besten Dreier-Schützen, den wir ebenfalls schmerzlich vermissen.
Die Mavericks haben diese Saison viele Positionen mit ähnlichen Spielertypen mehrfach besetzt. Das schreit förmlich nach Unzufriedenheit auf Grund von mangelnder Einsatzzeit.
Nowitzki: Wir haben eine erfahrene Mannschaft, da muss jeder sein Ego dem Wohl der Mannschaft unterordnen. Als Profi muss man sich im Training präsentieren, hart spielen. Bei 82 Spielen kriegt jeder seine Chance, die muss man dann punktgenau nutzen. Wenn alle fit sind, wird es für manche Spieler jedoch schwierig, Einsatzminuten zu bekommen.
Wie läuft die Integration der Neuzugänge?
Nowitzki: Die neuen Leute passen super in die Mannschaft, die Chemie stimmt. Wir haben in der Umkleidekabine einen Riesenspaß. Auch sportlich ist die Truppe athletischer als letztes Jahr.
Sie sind 31 - ein Alter, in dem man in der Blüte steht oder ans Karriereende denkt.
Nowitzki: Bei mir ist es auf jeden Fall die Blüte. Ich habe keine körperlichen Probleme und kann noch drei bis vier Jahre auf hohem Niveau spielen. Schließlich will ich noch meinen Traum verwirklichen und die Meisterschaft holen. Wenn man über 30 ist, überlegt man allerdings schon, was nach dem Profi-Basketball kommt. Der Sportart will ich auf jeden Fall treu bleiben, in welcher Funktion ist noch unklar. Du musst dich fragen, ob der Körper noch mitspielt, ob es noch Spaß macht. Ich will nicht früh aufstehen und sagen: "Ich muss jetzt zur Arbeit gehen." Bevor Basketball zur Quälerei wird, höre ich lieber vorher auf.
Worauf freuen Sie sich diese Saison am meisten?
Nowitzki: Nach vier Monaten ohne Spiel freue ich mich auf die Saison fast so sehr wie in meinem Rookie-Jahr. Ganz besonders gespannt bin ich auf das All-Star-Game im Februar im neuen Football-Stadion in Dallas. Das wird eine Riesensache für die Stadt, weil da über 100.000 Zuschauer rein passen.
Kommentare 1 - 2 of 2
Sehe ich genauso. Die Mavs haben ihre besten Zeiten hinter sich. Schade für Dirk, der in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Leistung in der NBA gezeigt hat. Aber mit den "alten Herren" um Jason Kidd hat Big-D keine Chance. Spätestens im Achtel- oder Viertelfinale ist wieder mal Schluss.
Vielleicht sollte Dirk mal das Team wechseln, mit den Mavs wird er nie die Meisterschaft gewinnen!
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