DPA - Mi 02.Sep. 14:59:00 2009
Der Fall Claudia Pechstein kommt die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) teuer zu stehen. Präsident Gerd Heinze bestätigte in einem ARD-Interview, dass der Verband etwa 100 000 Euro für Verfahrenskosten in der "Causa Pechstein" aufwenden musste, darunter auch Geld für medizinische Gutachten.
Das sei nötig gewesen, weil "wir als Verband von Anfang an mit auf der Anklagebank gesessen haben und als Dritt-Partei auch angegriffen worden sind", begründete Heinze die Kosten-Beteiligung. "Wir mussten unsere Rechte im Sinne des Anti-Doping-Kampfes und der Aktiven wahrnehmen. Und kompetente Sportrechtler sind nicht zum Nulltarif zu haben."
Keine Steuergelder verwendet
Dass dafür Steuermittel genutzt wurden, bestreitet Heinze. "Die Mittel wurden nicht aus dem Topf verwendet, den uns das Bundesinnenministerium zur Verfügung stellt. Wir haben neben dem geförderten Sport-Etat auch noch einen eigenen Haushalt", sagte er.
Diese Mittel stammten somit nicht vom Steuerzahler, sondern von Mitgliedern und Sponsoren. Die Entscheidung über den Einsatz der Mittel habe das DESG-Präsidium getroffen.
Pechstein investiert 250.000 Euro
"Die vergangenen schweren Wochen konnte nur der durchstehen, der das auch finanzieren kann. Wir haben das alles getan, um die Grundrechte der Sportler zu sichern", hatte Heinze am Wochenende am Rande der deutschen Meisterschaften in Berlin erklärt. "Es war eine überdurchschnittliche Belastung auch für mich. Ich habe nur zugezahlt, nichts verdient", fügte er hinzu.
"Die Mittel, die Claudia für das Verfahren ausgegeben hat, wurden von Anfang an streng getrennt von den Ausgaben der DESG", sagte Manager Ralf Grengel am Montag. Obwohl von Pechstein nie offiziell bestätigt, soll die Berlinerin im Vorfeld des Berufungsverfahrens vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) rund 250 000 Euro aus der eigenen Tasche für den Nachweis ihrer angeblichen Unschuld investiert haben.
Studie der Charité
Hingegen hatte die Bundespolizei, ihr Arbeitgeber, ein medizinisches Gutachten für die 37-Jährige finanziert. Professor Christof Dame von der Berliner Charité hatte eine Studie vorgelegt, die Pechsteins überhöhte Retikulozyten-Werte durch eine Veränderung des EPO- und des EPO-Rezeptoren-Gens erklären könnte.
Dame legte Wert darauf, dass das Gutachten von der Bundespolizei und nicht von Pechstein in Auftrag gegeben wurde. Manager Ralf Grengel hatte dazu geäußert, dass Pechstein im Falle eines Freispruchs jeglichen Schaden beim Eislauf-Weltverband ISU geltend machen werde und dann auch der Steuerzahler dieses Geld zurückbekomme.
Kommentare 3 - 22 of 22
Ist Herr X jetzt zwingend der Mörder?
nee Frau Pechstein ist der Mörder !!!
Timmy für von dir genannten Fall gibt es aber ZEUGEN (ein glaubwürdiger Zeuge gilt im deutschen Rechtssystem als "Beweismittel"),nicht nur INDIZIEN ... der Indizienprozess ist zwar erlaubt unterliegt aber strengen Vorraussetzungen.Mein Beispiel zielte auch eher auf den Fall ab ... Im garten von Herr X wird die Leiche von Frau Y gefunden Herr X hat zufällig ein handelsübliches Fleischermesser an dem keine Spuren zu finden sind,und Frau Y wurde zufällig mit einem handelsüblichen Fleischermesser erstochen (gibt davon wohl ca. 30 Millionen in Deutschland). Ist Herr X jetzt zwingend der Mörder? Würde jeder sagen Nein.
Mit Frau Pechstein wird aber genau das betrieben,es gibt keine eindeutigen Beweise für ihre Schuld sondern nur sehr vage Indizien die die Möglichkeit NAHELEGEN,dass sie gedopt hat.
Natürlich bin ich dafür Dopingsünder zu verurteilen aber,dann bitteschön auch nach rechtsstaatlichen Massstäben.Genauso wie die Beweislastumkehr die das Sportrecht kennt in Deutschland unter dieser Anwendung gegen die Grundrechte verstossen und damit so ein Urteil in Deutschland null und nichtig machen.Dann doch lieber noch ein paar Monate warten Beweise sammeln und dann verurteilen.
Oder noch leichter, sind ja seit kurzem auch einfachere User hier. Wenn ich in meine Küche trete, die Teewurst vom Tisch vermisse, das Hundchen Teewurst um`s Mäulchen geschmiert hat würde ich doch nie den Hund als Täter vermuten, wo kämen wir da hin. Erst mal Unschuld ! Wenn bei einer kerngesunden Person, sonst triebe sie keinen Sport, eine extreme Erhöhung der Retikulozyten stattfindet, dann sagen uns alle ( ! ) vorherigen, ähnlichen "Erlebnisse", Doping. Das ist glasklar, solche krankheiten gibt es nicht und wenn, wäre sie nicht auf dem Eis. Alles ( ! ) Lüge !
Wie gesagt Herr X hat ein Messer im Dresdener Gerichtssaal in der Hand also KANN er der Mörder von Frau Y ( Ägypterin ) sein, also IST er der Mörder ? Ja, viele Fragen von uns kleinen Spinnern ... einige wollen da ja 16 Messerstiche gesehen haben, alles Vermutungen. Nur dummmes Zeug. Natürlich ist er unschuldig. Für mich bleibt erst mal die Unschuldsvermutung. Ich sage mal, im Zweifel für den Russlanddeutschen, wir sind doch schließlich ein Rechtsstaat. Oder der 17 jährige in den USA mit seinen x Leichen im Garten, alles Unschuldslämmer, von irgend welchen Dummbatzen vorverurteilt. Mein Gott ist Saufen geil.
Hier dünken sich einige Wanderprediger auf der Seite des Rechts in dem sie Betrüger ( Rein garnicht auf vorliegenden Artikel bezogen, nur so allgemein ) verteidigen die den Sport dazu gemacht haben was er heut ist, ein Sumpf voll stinkender Gülle. ( Ausnahmen bestätigen lediglich die Regel ) In keiner Sportart herrscht noch Glaubhaftigkeit. Jeden Zuschauer ekelt langsam vor diesen "Darbietungen". Da ist es einigen Spinnern in diesem Forum nicht zu banal bei einem "Schimmstar" Phelps zu glauben, die Körperformen kämen vom Joghurt. Ich hoffe ( ! ) nur, alle bekommen einmal die gerechte Strafe für Qual des eigenen Körpers ( Alles noch nie Langzeit getestet ! )
ach sx du weisst doch erstmal pauschal verurteilen dann posten :) der Umweg übers nachdenken wird natürlich nicht gegangen weil er ja Ergebnisse erbringen könnte die nicht genehm sind.
Ich hoffe auf jedenfall,dass Frau Pechstein freigesprochen wird sonst wird daraus sowieso eine Grundsatzdiskussion die wie schon öfters gesagt sämtliche Grundsätze des Rechtsstaates in Frage stellen kann ...
Wie gesagt Herr X hat eine Schusswaffe also KANN er der Mörder von Frau Y sein also IST er der Mörder ... komische Argumentation.
*schnüff* und ich hab mir solche Mühe gegeben ...
;)
man kann ja noch hoffen. Irgendwann lern ich auch noch, in solchen Fällen einfach die Klappe zu halten. Aber danke der Aufmunterung =)
@sx5r: Deine Mühen in Ehren - es ist völlig wertfrei, den Doping-Unterstellern mit Argumente o.ä. zu kommen. Bringt nix. Für die gilt nur eine Regel: Leistungssport = Doping. Kleinigkeiten wie Fakten, Untersuchungen, Beweise etc. sind da fehl am Platze.
Diese Leute haben Einblicke in das Leben der Sportler, die Normalsterbliche nicht haben und wohl auch die betreffenden Sportler wohl nicht. Sie sind Mediziner, Juristen, Chemiker und Wahrsager in einem - schlicht gesagt - die wahren Doping-Experten des Sport.
Mir ist allerdings völlig unklar, was diese Leute dazu bewegt, immer und immer wieder mit den unbewiesenen Unterstellungen anzukommen. Wenn man dann mal die Sache etwas hinterfragt, gibt´s nur das normale Maß an Beleidigungen und Unverschämtheiten, sonst nix.
Ich möchte Frau Pechstein etwas entlasten, sie kommt mir sehr hilfebedürftig vor. Also, die extreme Bildung neuer, roter Blutkörperchen kann natürlich auch auf ihren letzten Frisörbesuch zurückzuführen sein, oder so ähnlich. Ausreden gibt es da viele. Nur Erklärungen dafür nur eine !
Zusatz ...
wenn ein Nichtsportler mal die Resultate eines Gesundheitschecks, etc von einem Leistungssportler nimmt und damit zum Arzt geht, wird der vermutlich erst mal auf die Notfallstation eingeliefert. Atemfrequenz, Ruhepuls, etc - alles in lebensgefährlichen Regionen ... außer eben bei Leistungssportlern.
Ein Sportler, der 3 Monate im Hamalaya war und eventuell entsprechend veranlagt ist, hat einen Hämatokritwert, der unter normalen Umständen als lebensgefährlich eingestuft wird (einige Quellen sprechen von bis zu 70% - die Grenze des Normalen liegt bei ca 50%) - in seinem Fall allerdings unproblematisch.
Was ich damit sagen will - generell hast du Recht, es wird gedopt. Aber es gibt unglaublich viele Faktoren, die bestimmte Symptome aufweisen.
Hier geht es darum, zweifelsfrei über Schuld oder Unschuld einer bestimmten Person in einem bestimmten Fall zu urteilen. Und "das machen alle" ist nicht sonderlich gut geeignet, um "zweifelsfrei" zu unterstützen.
@Timmy
ich weiß nicht, wo du das Problem siehst. Ich kann nicht erkennen, dass hier irgend jemand das Problem Doping leugnet. Es ist aber schlicht und einfach ein Unterschied, ob man das Problem allgemein als existent akzeptiert, oder in einem speziellen Fall sagt "das ist ein Problem, da gibt es Auffälligkeiten, daher ist der/die schuldig"
Wer DAS tut, hat das schlicht Prinzip unseres Rechtssystems nicht verstanden (oder zieht es vor, es in seinen Posts absichtlich zu ignorieren).
...
konkret zu deinem Post: du stellst unbewiesen in den Raum, dass gewisse Werte "plötzlich einen derartigen Verlauf nehmen" definiere "plötzlich" und "derartig" im konkreten Fall. Hast du echt Zugriff auf den Werteverlauf von Pechstein? Wenn ja, schick mal - ich konnt sie nämlich nicht finden. Wenn nicht ... worauf basieren deine Aussagen? Oder redest du nur allgemein von Dopingsündern?
Für meine "Embolie" entschuldige ich mich, kann vorkommen. @ Tinchen, wenn Du mit so einem Blutbild zum Arzt kommst, und das dürfte der Fall sein wenn Du vorhast eine Sportkarriere zu beginnen, würde Dir jeder Arzt Dein Anliegen aus dem Kopf schlagen. Also waren alle Blutbilder unserer "SPORTLER" zu Beginn der Laufbahn i. O. Wenn diese Werte aber plötzlich einen derartigen Verlauf nehmen, kommt das nicht von Hustensaft oder Kopfschmerztabletten. Wer so naiv ist sollte sich heut überhaupt nicht mehr am so genannten SPORT erfreuen, er wird grundlegend in jeder Form enttäuscht. Kannst Du mir erklären, warum es so viele Leugner des weltweit erkannten Problems DOPING gibt ? Ist das Sturheit ? Dummheit ? Schau mal auf doping punkt zdf punkt de, dass hilft Dir weiter.
@Tinchen
Vom Prinzip stimm ich dir erst mal zu, schöne Zusammenfassung. Erste Kleinigkeit ... der CAS hat Pechstein nicht aus dem Verkehr gezogen - der ist nur die nächste (und letzte) Instanz.
Es gibt einfach mit dieser geringen Menge an Datensätzen und Statistiken keine Möglichkeit, in irgendeiner Art über "zweifelsfreie Sicherheit" zu sprechen. Ich bin nicht sicher, WIE viele Gutachten beide Seiten vorgelegt haben, aber es waren eine ganze Menge. Diese Gutachten behaupten alle, kompetent zu sein, um ohne statistische Auswertungen von vollständig vergleichbaren Induviduen sagen zu können "aller Wahrscheinlichkeit nach ist DIES (hier bitte Grund einsetzen) der Grund für die Blutwerte."
Witzig an der Sache ist nun, dass die Gutachter sich alles andere als einig sind. Und nun haben eine Hand voll Juristen das Vergnügen, ohne medizinische Ausbildung über Sinn und Unsinn der einzelnen Gutachten zu entscheiden. Klasse. *ironie off*
...
Die Aufgabe des CAS ist wirklich elend - keine schönen juristischen Grundlagen und das Wissen, dass das Urteil wegweisend sein wird.
Mal abgesehen davon, dass es voll daneben ist Doping und Mord zu vergleichen, geht es bei der ganzen Sache noch um was anderes.
Im Gegensatz zu allen anderen Dopingfällen liegen hier keine positive A- und B-Probe vor. Lediglich ein ungewöhnliches Blutbild, dass aufgrund von Doping hervorgerufen werden könnte. Die CAS hat Pechstein also erstmal ohne hieb- und stichfesten Beweis aus dem Verkehr gezogen. Daher wird jetzt Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um diesen Beweis zu prüfen. Kann man im Ende der P. das Doping aufgrund des Blutbildes zweifelsfrei nachweisen und ist das zulässig, eröffnet das den Dopingjägern ganz neue Möglichkeiten, denn dann gibt es neben den Proben noch eine Möglichkeit. Natürlich ist es recht wahrscheinlich, dass eine Manipulation vorliegt, dennoch widerspricht es dem normalen Prozedere. Stünde die Zukunft von irgendjemand anderes durch sowas auf dem Spiel, würde jeder dieser "irgendjemand" auch alles dran setzen, um seine Unschuld zu beweisen.
@Timmy
Was die ungewöhnlichen Blutbilder von Leistungssportlern angeht und dass angeblich immer nur die das haben. Das ist natürlich auffällig, aber Leistungssport beeinflusst den Körper. Dass es kaum bei normalen Bürgern erkannt wird, liegt vielleicht auch daran, dass uns eben nicht alle paar Wochen Blut abgenommen und analysiert wird (Blutspender ausgenommen, aber die kriegen ja keine Ergebnisse mitgeteilt). Mein letzter Bluttest ist Jahre her. Da müsste erstmal ne wirklich respräsentative Studie her!
So, nach so viel Ernstem etwas zur Erheiterung. Was meint Ihr liebe Forengemeinde wie lustig es wäre, wenn Doping nicht die bekannten Verformungen des Körpers, der Ausfall der Harre, Empolien, Krebs auf breiter Front, Herzversagen, u.v.a.m., verursachen würde, sondern die stete Droge lange Nasen hervorbringen würde. Könnt ihr Euch vorstellen, was für ein Durcheinander auf dem Fußballplatz, beim Start der 100 m, beim Weit- und Hochsprung herrschen würde ? Oder beim Schwimmen, man könnte nicht mehr am Block anschlagen. Ach ja, man soll ja von der Unschuldsvermutung ausgehen. Das mache ich bei den so genannten Amokläufen auch immer, erst mal Unschuld des Mörders vermuten !
@ ogahtrak gib Dir keine Mühe, dass die Erde keine Scheibe ist hat man sehr oft mit einem Grillerlebnis auf dem Scheiterhaufen beendet. Heut verstecken sich diese Rechtsverdreher zwar etwas gekonnter, aber Verleugnen und Lügen ist nach wie vor trendy. Frau Pechstein kommt aus einem DDR Kader, da gegörte Doping zum täglich Brot. ( Das wissen heut sogar PISA Schüler ) Das war allen Trainern, Ärzten, Funktionären, Betreuern bekannt und ist bis auf den heutigen Tag so geblieben, im Gegenteil, es wurde systematisch nach DDR Erkenntnissen ausgebaut. Im Radsport sind von 100 Fahrern 117 gedopt. Warum bitte sollte das im Profisport auf Kufen anders sein ? Jemand schrieb jetzt einmal, wer im Radsport noch daran glaubt, dass auch nur einer clean ist muß recht dumm sein. ( Sonst würden sie sich ja gegenseitig verraten ) Ich möchte diese Dummheit gern auf den "Reiter" WINTERSPORT übertragen. Eine Evi Sachenbacher hatte ähnliche Blutwerte ( Die immer ( ! ) nur Leistungssportler haben, seltsam ), und viele, viele andere mehr, alles unschuldige und bösartig verdächtigte Akteure. Wie weit geht eigentlich Verblödung ?
@Sam S, in Deutschland besteht UNSCHULDSVERMUTUNG!!! Die judikative muß nachweisen, daß Frau Pechstein etwas regelwidriges getan hat.
In den USA würde es sich anders verhalten.
Überlege einmal: dir wird eine Pistole geklaut, jemand wird damit erschossen. Laut deiner Aussage würdest du also solange im Gefängnis schmoren, bis du den Nachweis erbringen kannst, daß du nicht der Mörder bist. Wäre ein bissl absurd, oder?
Forengott - Richtig
Sam S. Leider widerspricht sowas nur sämtlichen rechststaatlichen Prinzipien :/
Man beweist aber nicht seine angebliche Unschuld, sondern seine Unschuld. Wenn selbst nach dem Beweis noch von "angebliche Unschuld" gesprochen wird, ist das nichts anderes als die Behauptung "die ist doch sowieso schuldig wie die Nacht, man kann es ihr bloss nicht nachweisen! Alles Betrühgahs!".
" Im Gegensatz zum staatlichen Strafrecht muss der Athlet im sportrechtlichen Verfahren aufgrund des Prinzips der „strict liability” letztlich seine Unschuld beweisen. " (DOSB vom 07.05.2009)
Wenn Frau Pechstein Blutwerte hat, die auf Doping schließen lassen (ich weiß das nicht), dann muss sie nachweisen, dass sie nicht gedopt hat. Das ist doch völlig klar, richtig und geltendes Sportrecht.
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