Zepp vor Debüt als Nationaltorwart: «Sehr stolz»

Mi 04.Nov. 10:11:40 2009

München (dpa) - Seine deutschen Wurzeln hat Rob Zepp schon wiederentdeckt, die Hymne seiner Wahlheimat kann der neue Eishockey-Nationaltorwart aber höchstens mitsummen.

«Ich habe sie schon ein paarmal gehört, aber nach dem Text sollte man mich lieber nicht fragen», bekannte der 28-Jährige, der im kanadischen Newmarket geboren wurde und beim Deutschland-Cup in München sein Debüt im deutschen Tor geben wird. 17 Jahre nach dem Rosenheimer Karl Friesen soll wieder ein Deutsch-Kanadier zum Rückhalt der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) werden. «Es ist eine besondere Situation für mich», sagte der Keeper vom deutschen Meister Eisbären Berlin.

Zepp fiebert nach der seit längerem angekündigten Berufung durch Bundestrainer Uwe Krupp seiner Premiere entgegen. «Zum einen fühle ich mich als vollständiger Kanadier. Aber ursprünglich kommen alle meine Vorfahren aus Deutschland. So kann ich jetzt durch den Sport die Verknüpfung zu meinen familiären Wurzeln herstellen, was mich sehr stolz macht», erklärte der Schlussmann. Krupp ist von Zepps Qualitäten überzeugt. «Er ist keine Eintagsfliege und wird der Herausforderung gewachsen sein. Ohne einen guten Torwart wäre Berlin nicht Meister geworden», sagte der Bundestrainer.

Hobbygitarrist Zepp, der mit Freunden aus Newmarket in der Band «Yard Sale» Musik macht und seine Torwart-Maske mit Symbolen der legendären Rockband Led Zeppelin verziert hat, schlägt im Nationalteam vorerst noch leisere Töne an. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich alle drei Spiele am Wochenende bestreiten werde», meinte er. Die Konkurrenz allerdings ist überschaubar. Für das Heimturnier hat Krupp neben Zepp den Augsburger Dennis Endras und Dmitri Pätzold vom ERC Ingolstadt nominiert.

Zepps Leistungen bei den Eisbären, mit denen er zweimal den Meistertitel gewann, haben den Bundestrainer überzeugt. «Rob hat vor allem in den Playoffs viele große Spiele für die Eisbären gemacht und so seine Klasse unter Beweis gestellt», erklärte Krupp. Zepp, dessen Sohn Gavin Peter David im Sommer geboren wurde, erwartet jedoch keinen Freifahrtschein für Olympia 2010 in Vancouver und die Heim-Weltmeisterschaft im kommenden Mai. «Mein Hauptaugenmerk liegt in erster Linie auf der Meisterschaft mit den Eisbären. Aber toll wäre es schon, bei Olympia dabei zu sein», sagte der Torwart.

Team und Turnier an diesem Wochenende sind für Zepp auf jeden Fall Neuland. Zum Auftakt spielt das DEB-Team gegen die US-Auswahl. Es folgen die Partien gegen die Slowakei und die Schweiz. «Von den Gegnern kenne ich eigentlich nur ein paar Spieler der USA, vor allem aus der DEL», sagte Zepp, ehe er mit einem Schmunzeln hinzufügt: «Und natürlich Peter John Lee.» Lee ist Co-Trainer der Schweiz und von Hauptberuf Manager der Eisbären Berlin. Zudem gilt er als Entdecker von Zepp, holte ihn vor zwei Jahren in die Hauptstadt. In München sehen sie sich erstmals als Gegner wieder.

 

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