Trotz Steffen-Absage: Verband droht kein TV-Streit

Mi 04.Nov. 13:37:06 2009

Hamburg (dpa) - Nach den Hiobsbotschaften seiner beiden Vorzeige-Athleten droht dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) zunächst kein neuer Streit mit dem Fernsehen.

Trotz Britta Steffens Absage für die Kurzbahn-Saison wegen Formschwäche und dem drohenden Verletzungs-Aus von Paul Biedermann hält das ZDF an der Übertragung des Berliner Weltcups fest. «Das wird die Wertigkeit der Veranstaltung und des Zuschauerinteresses sicherlich mindern. Aber wir bleiben bei unserer geplanten Berichterstattung», sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz der dpa über die wichtigste deutsche Kurzbahn-Veranstaltung am 14. und 15. November.

Im Vorjahr war das ZDF verärgert, weil die meisten deutschen Spitzenschwimmer - so auch Steffen - den Berliner Weltcup ausgelassen hatten. In anderthalb Wochen können die Veranstalter immerhin mit Superstar Michael Phelps (USA) als Trumpf aufwarten. Ob allerdings die groß angekündigte WM-Revanche mit Doppel-Weltmeister Biedermann stattfindet, ist nach dessen Oberschenkelzerrung weiter unsicher.

Dass sein Premium-Produkt erneut nicht mit allen Spitzen-Athleten stattfindet, trifft den DSV zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Am Ende des Jahres läuft der Fernsehvertrag mit der öffentlich-rechtlichen Sportrechte-Agentur SportA aus. Eine Verlängerung ist für den klammen Verband existenziell, zumal der DSV seit einem knappen Jahr ohne Hauptsponsor dasteht und in der Verbandszentrale in Kassel mehrere Sparrunden eingeläutet wurden. Steffens Absage habe zunächst keine negativen Auswirkungen, erklärte Gruschwitz. «Man kann einen Athleten nicht zwingen, an einer Veranstaltung teilzunehmen. Zugpferde sind aber natürlich die Spitzenathleten», sagte er und fügte vielsagend hinzu: «Deshalb muss sich auch der Schwimmsport fragen, wie er seine Attraktivität pflegen will.»

Die Botschaft war in der DSV-Führungsebene bereits vor der Steffen-Absage angekommen und so versicherte Bundestrainer Dirk Lange: «Natürlich haben wir als Verband ein starkes Interesse, dass wir unsere besten Leute an den Start bringen. Das sieht man auch daran, dass der Weltcup zu unseren Nominierungskriterien für die EM Mitte Dezember in Istanbul zählt.» Falls Biedermann mit lädiertem Oberschenkel antritt, hätte er folgendes Problem: Gegen Phelps würde der Weltrekordler bei den vielen Wenden auf der 25-Meter-Bahn noch mehr Zeit als ohnehin schon gegen den 14-fachen Olympiasieger verlieren. Zum anderen könnte er im angeschlagenem Zustand die EM- Teilnahme riskieren.

Bei der «GQ - Männer des Jahres»-Gala in München hielt Britta Steffen die Laudatio auf Biedermann. Die Doppel-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin erläuterte die Umstände des missglückten Trainingslagers in Australien. Ende September hatte sie eigentlich mit der WM-Dritten Cate Campbell trainieren sollen, doch das 17 Jahre alte Ausnahme-Talent war nach einer Hüftoperation noch nicht wieder fit.

«Das war aber im Vorhinein nicht abzusehen, und ich hatte das auch schon vor einem halben Jahr gebucht. Deshalb habe ich dann mehr außerhalb des Wassers trainiert und dann, als ich hierherkam, festgestellt, dass mein Trainingszustand einfach nicht der ist, mit dem ich bei Weltcups antreten möchte», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Gerade jetzt ist man immer die Gejagte - und sich dann unter Wert verkaufen, dass muss nicht sein.»

 

Kommentare 1 - 1 of 1

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  1. Kinder, wenn`s die Homöophatie nicht hergibt kann man­ nichts machen. Erzwingen läßt sich auch im Schwimmen­ nichts. Hatte sie ihren verrückten Badeanzug nicht an ?­ Oder Kontrolleure in der Nähe ?

    Von Thorsten Frei, am Mi 4.Nov. 18:13
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