Sevilla (dpa) - Hemmschuh statt Hoffnungsträger: Alexander Hleb hat seit seiner spektakulären Rückkehr zum VfB Stuttgart nur selten die Riesenerwartungen erfüllen können.
«Ich bin ja selbst sauer auf mich, dass es nicht so läuft wie gewünscht», gestand der eigentlich geniale Ballkünstler sein Formtief ein. Hleb hat sich regelrecht in eine Sackgasse verdribbelt und findet derzeit offensichtlich kein Schlupfloch, um da wieder herauskommen. Schlechte Leistungen rauben dem ebenso impulsiven wie sensiblen Star nachts sogar den Schlaf, wie er einräumte.
Der schwäbische Bundesligist steht trotz aller Unzufriedenheit über Hlebs Leistungsloch klar zu dem kriselnden Kicker. «Alex ist ein außergewöhnlich guter Fußballer, auch wenn er das derzeit nicht abrufen kann», sagte Teamchef Markus Babbel vor dem Champions-League-Spiel beim FC Sevilla. «Ich glaube nach wie vor an ihn und lasse ihn nicht fallen.» Sportdirektor Horst Heldt bescheinigt dem 28-Jährigen «ein Riesenpotenzial».
Wegen seiner technischen und spielerischen Qualitäten hatten die VfB-Verantwortlichen Hleb in diesem Sommer für etwa zwei Millionen Euro Leihgebühr für ein Jahr vom FC Barcelona zurückgeholt. Der dribbelstarke, dynamische und kreative Spielmacher sollte mit dem russischen Stürmer Pawel Pogrebnjak die Riesenlücke stopfen, die Tor-Garant Mario Gomez hinterlassen hatte.
Ein unerfüllter Wunsch bislang: Hleb, bei den Katalanen nur noch Reservist, kehrte mit einem großen Trainingsrückstand nach Stuttgart zurück, den er nur mühsam aufholt. Seit Wochen ist der mehrfache weißrussische «Fußballer des Jahres» auf der Suche nach seiner einstigen Top-Form. Mit seiner Dickköpfigkeit und Divenhaftigkeit steht Hleb sich dabei häufig selbst im Weg.
«Ich bin Instinktfußballer - und manchmal liegt Top oder Flop nah beieinander», hatte Hleb einmal sein Problem beschrieben. Momentan überwiegen die Flops. Die Unzufriedenheit über das langanhaltende Leistungstief ließ ihn nach der Pokal-Pleite beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth sogar ausrasten. Der Verein bestrafte Hlebs verbale und körperliche Attacken gegen Mannschaftsarzt Heiko Striegel mit «einer saftigen Geldstrafe», so Heldt.
Damit war das Thema vom Tisch: Hleb, der sich bei Mannschaft und Arzt entschuldigt hat, soll sich voll aufs Sportliche konzentrieren. Beim 0:0 gegen den FC Bayern deutete das beim VfB angeblich fünf Millionen Euro verdienende «Sorgenkind» an, dass es die Wende schaffen könnte. «Ich bin noch nicht so zufrieden, aber es war ein Schritt nach vorn und ich hoffe, es wird noch besser», sagte Hleb.
Auf der Suche nach seiner verlorenen Form soll ihm auch ein Blick in die Vergangenheit helfen. «Ich habe auch schon Videos von meinen Spielen beim FC Arsenal angeschaut - die guten Szenen», sagte Hleb. Der englischer Top-Club hatte 2005 etwa 15 Millionen Euro für den Ausnahmekicker an die Stuttgarter bezahlt.


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Kommentare 1 - 4 of 4
Hleb ist für die bisher gezeigten Leistungen einfach zu teuer. Sicher war er am Anfang noch nicht fit, doch inzwischen hatte er genug Zeit sich die nötige Kraft für eine Fußballsaison zuzulegen. Mit solchen Leistungen hätte er in der3. Liga auch keine Chance, egal wo auch immer.
Entweder er zeigt jetzt endlich was er kann (er kannja eigentlich ganz gut) oder er soll zur Winterpause wieder verschwinden.
Ich bin enttäuscht von Hleb. Die Liga ist bereits zu 1/3 durch und er kommt immer noch nicht in Fahrt. Und ich fürchte das wird sich noch bis zur Winterpause hinziehen. Selbst wenn er in der Rückrunde voll aufdreht, stellt sich die Frage, ob dieses Leihgeschäft dann wirklich Sinn ergeben hat. Dass es bei aktuell 9 Punkten noch für den UEFA-Cup reicht, ist wohl eher utopisch.
Vielleicht hatte ich, wie viele andere, einfach zu hoher Erwartungen...
Hleb ist sicherlich ein aussergewöhlicher Fußballspieler
dies nützt jedoch nichts wenn man im "Kopf nicht klar" ist
ich bin der meinung, dass Hleb eim aussergewöhnlicher fussballspieler ist, diese thypen von spielern brauchen erfolgserlebnisse, wenn diese ausbleiben ist der kerwert vorprogrammiert, ich bin überzeugt, dass der VFB noch viel freude an Kleb haben wird.
von g.eisenhöfer 04.11.2009
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