Auch für Ferrari ist der Rückzug von Toyota aus der Formel 1 ein weiterer Schlag. Der Abschied von drei Herstellern innerhalb von nur elf Monaten könne durchaus als Parodie von Agatha Christies Roman "Und dann gabs keines mehr" (Originaltitel bei Erscheinen 1939: "Zehn kleine Negerlein") durchgehen. "Aber in der Realität ist es noch viel schlimmer", so die Italiener auf ihrer offiziellen Internetseite.
"Die Formel 1 verliert stetig weitere wichtige Teilnehmer", heißt es in einer Ferrari-Erklärung. "In den vergangenen zwölf Monaten haben Honda, BMW, Bridgestone und letztlich auch Toyota am heutigen Vormittag ihren Abschied erklärt. Als Ersatz kommen Manor, Lotus (jenes Team, welches mit den Zeiten von Colin Chapman, Jim Clark und Ayrton Senna nur wenig außer dem Namen gemeinsam hat), US F1 und Campos neu hinzu."
Das Starterfeld sei zahlenmäßig also nicht geschrumpft. Aber: "Man könnte sagen, dass es sich ausgleicht, weil es genug Teilnehmer gibt. Das entspricht aber nicht der Wahrheit. Wir müssen das kommende Jahr abwarten und erst einmal schauen, ob wirklich so viele Teams beim Rennen in Bahrain am Start stehen werden und wie viele von denen tatsächlich bis zum Saisonende durchhalten."
Der Schwund an großen Werksrennställen sei aus Sicht von Ferrari nur wenig auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zurückzuführen. "Der stetige Abschied weiterer Teams ist vielmehr das Ergebnis eines Krieges gegen die großen Autohersteller, angezettelt von jenen, die den Sport managen", fährt Ferrari heftige Geschütze auf.
Weiter heißt es auf der Internetseite der Italiener: "In Christies Kriminalroman wird der Schuldige erst gefunden, weil alle anderen einer nach dem anderen sterben. Wollen wir wirklich abwarten, bis es soweit gekommen ist, oder wollen wir für das Formel-1-Buch lieber ein anderes Schlusskapitel schreiben?" Die markigen Worte von Ferrari darf man erneut als drastische Breitseite in Richtung FIA verstehen.
Nicht zu vergessen: Ferrari- und FOTA-Präsident Luca di Montezemolo hat nun mit Toyota-Teamchef John Howett einen loyalen Mitstreiter verloren. Der Brite war in den vergangenen Monaten oftmals offensiv für die Belange der Teamvereinigung eingetreten, während sich di Montezemolo im Hintergrund hielt. Aktuell steht das Thema Formel-1-Engagement offenbar auch auf der Tagesordnung einer außerordentlichen Vorstandssitzung bei Renault...
(Motorsport-Total.com)




Kommentare 1 - 3 of 3
die Autoindustrie hat über Jahre hinweg Geld in Massen in die Formel 1 gepumpt, sodass sich kein Engagement rechnen konnte. Nun wo die Kassen leer sind müssen sie sich eben zurückziehen als logische Konsequenz.
So macht man die Formel 1 kaputt, man darf gespannt sein wie viele Teams diesen Wahnsinn finanzieren können, aber vielleicht gibt es wieder mehr Sport zu sehen.
Ferrari ist doch einer der Rennställe, die trotz ihrer Zugehörigkeit zu FIAT, ein reiner Rennstall sind. Ich finde es gut, das sich das Kapital immer mehr verdrückt und richtige Rennteams an den Start gehen.
Nun sind noch Renault und Mercedes am Start, die ihr Kapital aus einem großen Konzern beziehen. Für Mercedes ist es Prestigewichtig, denn wenn man eigentlich nur Schrott baut, muß man dem blöden Kunden über Propaganda ranziehen. Dafür ist die F1 für deren Kunden gut geeigne. Renault's Produkte kenne ich nicht so gut, aber die bauen für den Preis bestimmt nicht so einen Schrott wie die Schwaben. Arme MB Fahrer: Dumm, denn sie reden sich ein, sie würden ein tolles Auto fahren, wie dumm, denn für weniger Geld gibt es mehr Qualität!!
Alles nix gut, alles full scheiß!!!
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