Bergmann wirbt mit 5:2 für Vertragsverlängerung

So 04.Okt. 09:41:13 2009

Hannover (dpa) - Einen besseren Werbe-Coup in eigener Sache hätte Andreas Bergmann nicht landen können. Erst die «Ballermänner» des SC Freiburg mit 5:2 entzaubert, dann von den Fans mit La-Ola-Wellen enthusiastisch gefeiert.

Mit diesem Pfund im Rücken dürfte dem Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 die anvisierte Vertragsverlängerung bald auf den Tisch flattern. Zumal Sportdirektor Jörg Schmadtke bereits unter der Woche eine Weiterbeschäftigung des Hecking-Nachfolgers angedeutet hatte. «Das ist ein gutes Gefühl für mich. Der Sieg ist von großer Bedeutung für uns, alles andere werden wir sehen», kommentierte der 50-Jährige in bescheidener Manier den ersten Heimsieg der personell arg gebeutelten Niedersachsen. Die Stimmung im Team ist nicht erst seit dem Freiburg-Spiel «Pro Bergmann». «Mit dem Trainer kommen wir sehr gut klar», meinte Torschütze Karim Haggui.

Die 96er hatten zuletzt zwar immer wieder Lob für spielerisch ansprechende Leistungen eingeheimst, doch kaufen konnten sie sich angesichts von nur zwei Punkten aus vier sieglosen Spielen dafür nichts. Gegen die «Kanoniere» aus dem Breisgau, die bei ihren letzen beiden Siegen siebenmal getroffen hatten, strichen sie vor den Augen von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder den Lohn für ihre Mühe ein.

Sofian Chahed (7. Minute), Arnold Bruggink (10.), Haggui (45.+1), Didier Ya Konan (85.) und Sergio Pinto (90.+2) machten die mit nur 28 412 Zuschauern besetzte AWD-Arena zum Tollhaus. «Das war die Belohnung für die Leistung den letzten Wochen, wo wir zwar gut gespielt, aber keine Punkte mitgenommen haben», resümierte der starke Hanno Balitsch nach dem ersten Heimsieg seit dem 25. April (2:1 gegen Köln). «Fünf Tore ist nicht so schlecht, das ist schon mal eine Hausnummer.»

Doch trotz des ersten Fünferpacks seit über einem Jahr war keine Euphorie zu spüren. Zu offensichtlich waren die Baustellen der 96er: Bei der Chancenverwertung reichte es trotz der vielen Tore lediglich für die Note «ausreichend». «Wir haben zwar unsere Kritiker erstmal verstummen lassen, aber unsere Ausbeute war unterirdisch», bekannte Pinto, der sein Saison-Debüt nach überstandener Meniskus-Operation mit einem Traumtor krönte. Und in der Defensive taten sich immer wieder Löcher auf. «Das 3:2 geht auf meine Kappe, da habe ich gepennt», übte sich der Deutsch-Portugiese in Selbstkritik. Auch Bergmann war unzufrieden: «Gegen den Ball war das unsere schlechteste Saisonleistung.» Der wiedergenesene Bruggink ergänzte: «Wir dürfen die Augen nicht verschließen vor dem, was nicht so gutlief.»

Dass der Schuss diesmal nicht nach hinten los ging, lag auch an den Freiburgern, für die Ivica Banovic (35.) und Julian Schuster (82.) trafen. «Wir waren heute nicht mal bereit, die Geschenke der 96er anzunehmen», ärgerte sich SC-Coach Robin Dutt, der wie sein Kollege an seiner Defensivabteilung mäkelte. «Wir haben hinten Fehler gemacht, über die zu reden ist.» Für den Aufsteiger gab`s ein Déjà-vu. Wie in der Saison 2003/2004 verpasste Freiburg den dritten Bundesligasieg in Serie. Spielverderber damals wie heute: Hannover.

 

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