Eurosport - So 04.Jul. 17:58:00 2010
Rafael Nadal hat dank seiner Kaltschnäuzigkeit bei den "Big Points" das Finale von Wimbledon gegen Tomas Berdych gewonnen. Vor rund 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court schlug die Nummer eins der Welt den Tschechen in drei Sätzen mit 6:3, 7:5 und 6:4. Nadal nutzte vier seiner sechs Breakchancen.
"Ein Traum ist wahr geworden. Dieses Finale heute war einfach großartig für mich, nachdem ich ja im vergangenen Jahr Pech hatte", erklärte Nadal, der 2009 verletzungsbedingt seinen Titel von 2008 nicht verteidigen konnte.
Nadal im entscheidenden Moment da
Für Berdych, der erstmals in einem Grand-Slam-Finale stand, war es bei einer 3:7-Bilanz gegen Nadal der elfte Vergleich mit dem Mallorquiner. Und es begann gut für den Weltranglisten-13. aus Tschechien. Berdych zeigte sich agil und hochkonzentriert, bis zum siebten Spiel war es ein völlig offenes Match. Dann aber zeigte Nadal seine ganze Klasse. Mit der ersten Schwächephase seines Gegners holte sich der Spanier das Break zum 4:3, dem er nach 34 Minuten ein weiteres zum Satzgewinn folgen ließ.
Berdych reagierte prompt, erhöhte die Schlagzahl und erspielte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs drei Breakbälle - die er aber allesamt vergab. So blieb bis zum zwölften Spiel alles offen, ehe "Rafa" gnadenlos zuschlug. Mit der 6:5-Führung im Rücken gelang dem 24-Jährigen ein Zu-Null-Break zur 2:0-Satzführung. Berdych hatte sich wieder nur eine kurze Phase der Unkonzentriertheit geleistet und wurde unmittelbar bestraft.
"Ein großer Champion. Er gewinnt trotzdem"
Umso bitterer für den 24-Jährigen, als dass sich die Ereignisse im dritten Satz wiederholten. Berdych vergab früh die Chance zum Break und wurde im zehnten Spiel erneut bestraft, als er beim Stand von 4:5 gegen den Matchverlust aufschlug. Nadal war zur Stelle, returnierte stark und verwandelte nach 2:13 Stunden den ersten Matchball mit einem wunderbaren Vorhand-Cross. Der Weltranglisten-Erste zeigte eine sehr gute Final-Vorstellung, wenngleich er sich Phasen leistete, in denen ihm ungewohnt viele Fehler unterliefen. Berdych war allerdings nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen und war daher am Ende chancenlos.
"Ich habe 'Rafa' schon besser gesehen. Aber genau das ist es, warum er ein großer Champion ist. Er gewinnt trotzdem", analysierte BBC-Experte Boris Becker das Endspiel. Nadal erhielt für seinen zweiten Triumph an der Church Road ein Preisgeld von 1,218 Millionen Euro, Berdych die Hälfte davon.
"Rafael hat zwei tolle Wochen in Wimbledon gespielt und war in den vergangenen Monaten sehr stark - er ist ein wahrer Champion", zeigte sich Berdych als fairerer Verlierer. Der Tscheche hofft nun, "irgendwann den nächsten Schritt machen" zu können. Bestärkt wurde er darin von Nadal, der ihm eine "tolle Saison" attestierte. Und mit den US Open steht ja ab Ende August auch noch ein Grand-Slam-Turnier an.
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