Eurosport - Sa 04.Jul. 09:45:00 2009
Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist wegen Blutdopings für zwei Jahre gesperrt worden. Wie die Internationale Eislauf-Union mitteilte, wurden bei der 37 Jahre alten Berlinerin "auffällige Werte und auffällige Veränderungen der Werte in einer Serie von Tests" festgestellt.
Die Werte seien "vor allem in den Tests, die während der Mehrkampf-Weltmeisterschaften am 7. und 8. Februar 2009 in Hamar durchgeführt wurden", auffällig gewesen. Damit wird sich die Berlinerin wohl den Traum von ihren sechsten Olympischen Spielen in Vancouver nicht erfüllen können.
Pechsteins Rechtsanwalt Simon Bergmann hat bereits gemeinsam mit der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Berufung gegen die Sperre eingelegt. "Es gibt keinen einzigen positiven Befund, sie ist ohne positive Doping-Probe verurteilt worden", erklärte Bergmann. Claudia Pechstein sei allein aufgrund von Indizien bestraft worden. "Insofern unterscheidet sich dieser Fall maßgeblich von allen aktuellen Dopingfällen, insbesondere im Radsport", erklärte Bergemann. "Alle Proben von Claudia Pechstein waren negativ", unterstrich der Anwalt in einer Presseerklärung. In Pechsteins Blutbild waren anormale Retikulozyten-Werte festgestellt worden, die als Vorläufer der roten Blutkörperchen gelten.
"Es ist eine große Tragik"
In der Disziplinarkommission der ISU, die die Sperre aussprach, hatten sich drei Funktionäre zu einem Urteil im Sinne der Anklage durchgerungen, obwohl einige der fünf Gutachter eingeräumt hatten, dass die anomalen Blutwerte Pechsteins auch durch andere Ursachen hervorgerufen worden sein könnten, etwa durch eine genetische Blutkrankheit Pechsteins. Der Anwalt der Berlinerin sprach von "einem nicht rechtskräftigen Urteil eines Schiedsgerichts" und ist sich ganz sicher, die Berufung vor dem CAS erfolgreich zu gestalten. "Ein neutrales Gericht wie der CAS wird auf dieser Tatsachenbasis anders entscheiden und muss die Sperre aufheben", sagte Bergmann.
"Wenn die ISU es mitteilt, wird es wohl stimmen", reagierte Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), betroffen. "Es ist eine große Tragik, aber das ist noch nicht das Ende. Deshalb will ich im Moment nicht mehr sagen", erklärte Heinze.
Pechstein nach der WM abgetaucht
Die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin hatte die Mehrkampf- WM im Februar wegen einer angeblichen grippalen Erkrankung nach dem ersten Wettkampftag abgebrochen und auf die Distanzen über 1500 und 5000 Meter verzichtet. Erste Doping-Verdächtigungen gegen die deutsche Läuferin waren im vergangenen Winter aufgetaucht, als sie einen im Vergleich zu den Vorjahren großen Leistungssprung machte. Beim Weltcup in Moskau siegte sie erstmals seit Jahren wieder mit Top-Zeiten und holte im Januar bei den Mehrkampf- Europameisterschaften im niederländischen Heerenveen nach 1998 und 2006 zum dritten Mal den Titel.
Nach der WM im Februar war Pechstein von der Bildfläche verschwunden mit dem Hinweis, dass sie nach Hamar nicht wieder zu alter Form gefunden hätte. Vor den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften Anfang März auf der Olympia-Bahn in Richmond hatte schließlich die niederländische Moderatorin Ria Visser im NOS-Fernsehen darauf hingewiesen, dass es Doping-Gerüchte rund um das deutsche Team gebe. Empört hatten sich alle Verantwortlichen dagegen verwahrt und der Journalistin sogar mit rechtlichen Schritten gedroht. Bei der Anhörung der ISU am 29./30. Juni war auch die DESG mit ihrem Anwalt vertreten.
Kommentare 3 - 22 of 82
Langsam sollte man sich im klaren darüber sein, dass nicht nur Radfahrer dopen. Wo sollen denn die kleinen Unterschiede, die über Sieg und Niederlage entscheiden herkommen?
Bin mir sicher, als nächstes fliegen deutsche Biathlethen, Langläufer usw. auf.
Gedopt ist sie sicherlich. Eindeutig Überführt ist sie lange noch nicht.
Doping freigeben so ein Quark !!!
Dann sollten Steuern abgeschafft, Banken geschlossen, Politiker abgeschoben, Ärzte verbannt werden. Etc. etc.
Denn Steuer-Betrüger, Bankster, korrupte Politiker und abrechnungsbetrügende Ärzte gibts ja auch en masse. Und deren Strafverfolgung kostet den Steuerzahler ja uch viel Geld.
Zurück in die Anarchie, gebt allen Betrug frei. Toll für die Erziehung der Kinder.
So hoffe das sind genug Argumente gegen die Gebt-Doping-Frei-Dummschwätzer
Mike_W:
Recht hast du, drastischere Strafen. Lebenslanges Verbot, mit Sport auch nur einen Pfennig zu verdienen. Ich warte schon auf die wunderbaren Salatsoßen, die Neider ihren erfolgreichen Kollegen dann hinterm Rücken über's Teller leeren und die Zahnpastas, die bei Aldi mit Dopingcocktail-Spritzen befüllt wurden, die man aus Versehen gekauft hat.
Wem soll man noch vertrauen? Gute Frage.
Sport ohne Geld, das wär's. Ja, sie leisten was, auch trotz Doping, aber es kann doch einfach nicht sein, dass das die Einstellung der Sportler ist?
Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es Sportler gibt, die ohne Doping vor Dopern landen. Weil sie einfach besser trainieren, mehr Talent haben, bestimmte körperliche Vorausetzungen von Natur aus erfüllen, die sie anderen Menschen überlegen machen.
Alle diese Sportler, diese Naturereignisse, werden nun eben immer sofort mit Doping in Verbindung gebracht. Da fast alle dopen, sind diese Doper in der Lage das gleiche oder mehr zu leisten und die wahren Sportler können gar nichts anderes mehr machen als ihre natürliche Überlegenheit mit ebenfalls Doping wiederherzustellen.
Es kann doch nicht sein, dass Geld und Siegesruhm nahezu jeden Sportler dazu bringt, zu dopen. Was ist das für eine Einstellung zum Sport? Bei mir im Training fliegen diese Sportler RAUS, fertig. Ich nenne sie nicht Sportler, sondern Betrüger, gesellschaftliche Versager, bestechliche Kinder. Sie gehören in diesselbe Schublade wie Manager und die Hälfte unserer Gesellschaft.
Es wird Zeit, dass Sport wieder für die Ehre und ohne Drecksfernsehgelder und Sponsoren betrieben wird. Das kann's echt nicht sein.
Wo sind die Helden? Stehen alle, die nicht erwischt wurden in ihrer aktiven Zeit nun vor die wieder Kameras und kritisieren das Dopingkontrollsystem, aber haben selber eingeworfen, was das Zeug hält?
So langsam denke ich, obwohl ich immer dagegen war, man sollte den Kampf gegen Doping aufgeben und die Bestürzung darüber vergessen (ist eh alles geheuchelt, weil unsere Gesellschaft so funktioniert, leider, wer besser betrügt, macht mehr Kohle, ist einfach so). Es kostet nur Unsummen von Steuergeldern. Lasst sie dopen und lernt, die Kinder wieder so zu erziehen, dass sie wissen, was Ehre ist. Die Gefahr, dass diese dann auch dopen, um zu gewinnen, ist groß, aber ab 18 eine freie Entscheidung.
Na da bin ich ja mal gespannt ob die lieben Journalisten und der selbsternannte "Doping-Jäger" Franke jetzt auch den Eissport kaputt reden....
Ich befürchte aber leider nicht. Denn Ulle und der Radsport leben ja noch, da haben Franke und die SZ genug zu tun.
das war doch zu erwarten, alle leistungssportler und sportlerinnen dopen doch. also warum verbieten. lass alle dopen dann braucht man sich über die leistung nicht mehr zu wundern. oder aber weiterhin verbot aber dann mit drastischen maßnahmen. lebenslange sperre, aberkennung aller gewonnenen titel und medaillen und ein saftige schmerzliche geldstrafe. aber weiß schon wer daran alles verdient.
@santo: Bitte vergiss uns Österreicher nicht. Wir sind lt. Deutschland die Wurzel der ganzen Dopingmisere.....irgendjemand muss ja Schuld haben :-)
Na toll,unsere Frau Saubermann dopt selber......... Wem soll man denn noch glauben und vertrauen...????????
Unbegreiflich.................... ..........................
Keine Überraschung, aber eine Bestätigung.
Hoffentlich lässt der CAS den Indizienbeweis zu, ansonsten haben die Doper wieder freie Fahrt.
deutsche sportler dopen nicht !!!!
denen wird höchstens was untergejubelt!!
die spanier ( radfahren ) die italiener( in allen sportarten ) das sind die betrüger und die korrupten !!!!
wenn ich nun daran denke...wie fitt die deutsche U21 gegen england im finale war vor ein paar tage...und das obwohl die briten eigentlich frischer hätten sein müssen...hatten sie doch im lezten gruppenspiel und im halbfinale ihre stars geschont...
ups...neeee oder????
Ein weiter schlag für denn Deutschen Sport wenn sich das , wirklich Beweisen lässt ! Und ein gutes Bild auf die Moral der Polizei wirft das auch nicht immerhin Arbeitet sie als Polizeihauptmeisterin (Bundespolizei) !!
Egal wenn es wirklich so ist , gibt überall Schwarze Schafe
naja naja. so langsam wird das blütenweiße Hemd der deutschen Sportler aber ganz schön befleckt.
Erst Jan Ulrich dann die anderen Radfahrer. Danach kam bei Olympia 2004 Pferdedoping und im letzten Winder das über die Biathleten und vor kurzem wieder ein Pferd und jetzt Claudia Pechstein.
Scheint so das sportlicher deutcher Perfektionismus ohne Hilfsmittel wohl doch nicht geht.
Würde mich nicht wundern wenn auch bei Britta Steffen nicht nur der neue Schwimmanzug "künstlich" wäre.
Tja,da hat Pechstein aber kein Glück gehabt.
Echt? Doping im Eisschnellauf? Ich dachte nur die Radler dopen?! Und die Pferde ..
wieso wundern sich so viele?
die dopte genauso ein Leben lang wie alle anderen.
wenn man gewinnen will, reicht normales Training nicht.
nun ja, es wird ja schon sehr öffentlich spekuliert das im professionellen Leistungssport ohne Hilfe (ob verboten oder nicht) keine Siege, bzw Top Ten Platzierungen zu erreichen sind. Ist ja auch schon seltsam wenn behauptet wird das Radprofis Asthmatiker sind und enstprechend medizinisch versorgt werden.
Seit das mit der T-Kom, mit Ullrich - trau ich keinem mehr und ich weiß aus eigerner Erfahrung durch Kontakte zur Szene das dort "Nahrungsergänzungsmittelchen" und "Vitaminchen" geschluckt werden sollen - und oft werden die Athleten diesbezüglich auch belogen.
hätte man von ihr wirklich nicht gedacht
Jetzt fängt des auch schon hier an )-:
Wow...Da bin ich ja erstmal platt...tun im TV auf ehrliche Sportler und dann das...zum Glück ist sie schon 37 und wird wohl nie wieder aufs Eis zurückkehren..hätte ich nicht gedacht von Ihr...
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