Bundesliga - Die "Underdogs" im Starensemble

Eurosport - Sa 04.Jul. 13:58:00 2009

Zwei in Lauerstellung: Mit Alexander Baumjohann und Andreas Görlitz rechnet niemand. Und genau das ist die Chance der beiden "Underdogs" im Kader des FC Bayern. "Ich weiß, was ich kann und bin überzeugt davon, dass ich mich durchsetzen werde", sagt Baumjohann selbstbewusst.

FOOTBALL 2009-2010 Bundesliga Bayern Lell Baumjohann Ottl - 0

Ein wenig fragend blickt sich Baumjohann schon noch um, als er den Medienraum an der Säbener Straße zusammen mit Hans-Peter Renner von der FCB-Pressestelle betritt. Es ist eben noch alles sehr neu für den 22-jährigen Mittelfeldspieler, der aus dem beschaulichen Mönchengladbach an die Isarmetropole wechselte. Und aufregend.

"Es ist natürlich ein Riesenunterschied", antwortet Baumjohann auf die Frage, wie es sich denn anfühlt, plötzlich beim deutschen Rekordmeister zu spielen. "Der FC Bayern steht ein oder zwei Kategorien über den anderen Bundesliga-Klubs. Das merkt man an den Spielpersönlichkeiten, die beim Training neben einem stehen. Da sind große Spieler dabei, die schon viele Erfolge vorzuweisen haben. Und das Tempo ist ein ganz anderes", berichtet der Mittelfeldspieler von seinen ersten Eindrücken.

Der Herausforderung stellen

Für Görlitz hingegen waren die ersten Übungseinheiten auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße wie eine Heimkehr. "Es ist einfach schön, so viele Leute zu treffen, die man noch von früher kennt: Journalisten, die Leute von der Pressestelle und natürlich auch Spieler", sagt der 27-Jährige, der nach einem zweijährigen Gastspiel beim Karlsruher SC nach München zurückkehrte.

Gemeinsam ist beiden aber die Rolle des "Underdogs" im Millionen-Kader der Münchner. Doch beide sind bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen.

"Es gibt viele Spieler, die es hier nicht gepackt haben", weiß Baumjohann, der sich Konkurrenten wie Franck Ribéry oder Bastian Schweinsteiger gegenüber sieht. "Aber es gibt eben auch viele Spieler, die es gepackt haben."

Und zu denen will er sich bald zählen. Die "abschreckenden" Beispiele Lukas Podolski oder Jan Schlaudraff interessieren den offensiven Mittelfeldspieler nicht. "Ich weiß, was ich kann und bin überzeugt davon, dass ich mich hier durchsetzen werde", gibt sich der 22-Jährige selbstbewusst. "Ich weiß natürlich auch, dass ich Geduld haben muss. Aber wenn ich mir das nicht zutrauen würde, hätte ich diesen Schritt nicht gewagt.

Der Anruf von Hoeneß

Und deswegen musste Baumjohann auch nicht lange überlegen, als er im November vergangenen Jahres plötzlich einen Anruf von Bayern-Manager Uli Hoeneß erhielt. "Mein Berater hat mich angerufen und mir gesagt, dass er einen Verein für mich hat", erinnert sich der zweifache U-21-Nationalspieler. "Und dann meinte er, dass mich Uli Hoeneß gleich anrufen werde. Das war für mich natürlich überraschend. Aber nach dem Telefonat mit Hoeneß musste ich nicht lange überlegen. Mein Anspruch war es immer, mich auf der großen Bühne zu präsentieren. Und der FC Bayern ist eben die Top-Adresse in Deutschland."

Auch Görlitz genießt es, sich wieder mit Spitzenspielern zu messen. "In Karlsruhe war ich einer der Akteure, an denen sich die anderen orientiert haben", sagt der Außenverteidiger, der an den Bundesliga-Absteiger KSC ausgeliehen war.

"Kaum jemand rechnet mit mir"

Wieder zurück in München steht Görlitz im Schatten der Stars. Der Neustart birgt für den Oberbayer Risiken, aber natürlich auch Chancen. "Ich möchte mich durchsetzen. Das wird nicht einfach, denn der Trainer verlangt viel", weiß Görlitz. "Aber es wird für jeden Spieler schwer. Insofern befinde ich mich in einer recht komfortablen Position, weil kaum jemand mit mir rechnet."

Tatsächlich könnte Görlitz die Rolle eines Ergänzungsspielers drohen, wenn Philipp Lahm von der linken auf die rechte Seite wechselt und Neuzugang Edson Braafheid die Linksverteidiger-Position einnimmt.

Ob Görlitz im "System van Gaal" einen Platz hat, wird sich zeigen. Bange ist dem zweifachen Nationalspieler jedenfalls nicht. Auch nicht vor der angeblichen Härte des "Tulpen-Generals": "Ich habe ja auch zwei Jahre Felix Magath überstanden..."

TV-Tipp:

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Von der Säbener Straße berichtet Stefan Zürn / Eurosport

Kommentare 1 - 1 of 21

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  1. An Schweinsteiger vorbeizukommen ist ja wohl keine­ große Aufgabe. Schweine hat die riesigen Erwartungen­ nach der WM nie erfüllt. Nach Ballacks Weggang hätte er­ zu einem Zentrum oder immerhin Eckstein der Mannschaft­ werden müssen. Leider ist er ein Mitläufer, der den­ Platz gerade noch ausfüllt, der FCB spielt ohne ihn­ gleich gut wie mit ihm, wenn nicht besser.
    Und­ angesichts des letzten Jahres, nicht nur Ergebnisse­ sondern vorallem die freudlose Mannschaft, ist in dem­ Kader viel Platz für junge "hungrige"­ Spieler.

    Von awsenheitel, am Sa 4.Jul. 10:27
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