Frauen-WM - Nachwuchssturm macht Druck
Gut drei Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft sind Deutschlands Fußball-Frauen in beachtlicher Frühform. Beim 5:0 gegen Italien überzeugten in der Mannschaft von Silvia Neid besonders die jungen Spielerinnen. Im Kampf um die Startplätze beim Heimturnier gibt sich der Nachwuchs aber noch bescheiden.
Deutschlands Fußball-Frauen hockten längst vor der Fankurve, als Alexandra Popp zum Sprint ansetzte. Mit einem letzten Kraftakt schaffte es die 20 Jahre alte zweimalige Torschützin nach ihren TV-Interviews gerade noch rechtzeitig zur Humba-Choreographie für das 5:0 (1:0) gegen Italien.
Trotz ihrer Gala im drittletzten Test vor der Heim-WM wollte sie von einer Kampfansage an die etablierten Sturmkontrahentinnen Birgit Prinz und Inka Grings aber nichts wissen: "Ich habe da noch keine Ansprüche und bin froh, überhaupt bei der WM dabei zu sein", sagte Popp am Freitag in Osnabrück nüchtern zu Fragen nach einem möglichen Stammplatz. Als Offensivalternative stellte die U20-Weltmeisterin mit den beiden Treffern (46./77. Minute) ebenso wie die zwei Jahre ältere Celia Okoyino da Mbabi (69.) ihre Qualitäten jedoch erneut unter Beweis.
Rekordnationalspielerin Prinz (33 Jahre) und Popps Duisburger Teamkollegin Grings (32) mühten sich vor der Pause glück- und torlos. Dem Nachwuchssturm gelang ebenso wie Mittelfeldantreiberin Kim Kulig (21), die ihre Leistung mit dem 3:0 (62.) krönte, gegen eine müde gelaufene "Squadra Azzurra" hingegen fast alles. "Alex kam ins Spiel und war direkt da. Das ist klasse", lobte Bundestrainerin Silvia Neid ihre jüngste Spielerin im Kader für die am 26. Juni beginnende Weltmeisterschaft.
Jokerrolle für Popp?
Sie würde "natürlich nicht nein" zu einem Einsatz von Beginn sagen, meinte Popp mit verschmitztem Lächeln. "Wenn ich reinkomme, ist meine Aufgabe für Dampf zu sorgen." Bei ihrem ersten Startauftritt in der Neid-Elf gegen Nordkorea (2:0) im Mai sei sie allerdings noch "sehr nervös" gewesen.
So ist für sie die Rolle als eingewechselte Energiebringerin aus Sicht der Trainerin derzeit maßgeschneidert. "Ich glaube, dass es der Alex heute gut getan hat, dass sie nicht von Anfang an gespielt hat", vermutete Neid. Dank der Kopfballstärke sieht sie Popp als "Gegenpart" zu Grings. "Alex ist sehr gradlinig, Inka ist ein absolutes Schlitzohr mit sehr viel Erfahrung und Übersicht."
Konkurrenz "immer gesund"
Mit aller Routine hatte sich Grings in der ersten Hälfte Chancen erarbeitet, scheiterte jedoch an Pfosten, Latte oder Italiens Torfrau Anna Maria Picarelli. Zumindest einen ihrer Abpraller stolperte Roberta d'Adda (32.) ins eigene Netz. Wichtiger als die hochverdiente Führung dürfte für Grings, die ihr Leistungsvermögen "bei 80 Prozent" sieht, die problemlose Rückkehr nach einem Muskelfaserriss gewesen sein. "Immer gesund" sei Rivalität, meinte die 61-malige Torschützin mit Blick auf das Ringen um die Startplätze beim WM-Auftakt gegen Kanada. "Für Alex freut es mich heute sehr, es baut sie sicherlich auf."
Zur weiteren Bewerbung bleiben nun noch die Härtetests gegen die Niederlande am Dienstag und gegen Norwegen am 16. Juni sowie der abschließende Lehrgang in Neu-Isenburg. "Der Konkurrenzkampf ist zwar da, aber es ist ein gesunder Konkurrenzkampf", beschrieb auch Popp die Ausgangslage mit ihrer Lehrmeisterin. "Es ist nicht so, dass wir uns gegenseitig in die Beine treten."
TIPP:
Verfolgen Sie alle Spiele der Frauen-WM in Deutschland vom 26. Juni bis 17. Juli im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de. Internes aus dem Team erfahren Sie im Eurosport-Blog von Nationalspielerin Simone Laudehr. Dazu halten wir Sie mit Hintergrundberichten, Interviews und Video-Highlights täglich auf dem Laufenden.




Kommentare 1 - 5 of 5
Unterhalten sich 2 Minderbemittelte auf yahoo...
Stimmt es das zu_guttenburg dumm ist?
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