Eurosport - Do 04.Jun. 19:55:00 2009
Sein Abgang war spektakulär, die Rückkehr soll etwas geräuschloser über die Bühne gehen: Rund zwei Jahre nach seinem Karriereende hat der einstige Rebell Alexander Herr sein Comeback angekündigt. "Ich habe die Vergangenheit aktiv aufgearbeitet und aus meinen Fehlern gelernt", sagte der 30-Jährige.
Beim Deutschen Skiverband (DSV) sieht man die Pläne des Schwarzwälders durchaus positiv. "Die Tür für ihn ist grundsätzlich auf, allerdings unter der Voraussetzung, dass er sportlich eine deutliche und klare Verstärkung für das Team ist", sagte ein DSV-Sprecher.
Daran hegt Herr keine Zweifel. "Ich habe die ganze Zeit weiter trainiert und habe seit Mai schon wieder zahlreiche Sommersprünge absolviert. Deshalb bin ich auf den Wiedereinstieg gut vorbereitet", sagte der Team-Weltmeister von 2001. Herr galt einst als eines der größten Talente in Deutschland, stand sich mit seiner unbequemen Art aber oft selbst im Weg.
Zum Eklat war es vor drei Jahren bei den Olympischen Winterspielen in Turin gekommen. Vor der Nominierung für die Großschanze musste sich Herr in der Ausscheidung mit Martin Schmitt messen. Dabei lag der frühere Junioren-Weltmeister zwar insgesamt vor seinem damals schwächelnden Konkurrenten, allerdings wurde ihm vorgeworfen, einen nicht regelkonformen Skianzug genutzt zu haben. In der zweiten Ausscheidung sprang dann Schmitt weiter, woraufhin der damalige Bundestrainer Peter Rohwein Herr nicht für den Wettkampf nominierte.
Mit Entscheidung unzufrieden
In einem spektakulären Fernsehinterview rechnete dieser danach mit dem Bundestrainer ab und bezeichnete die Entscheidung Rohweins als "Lachnummer". "Das sieht ein Blinder mit Krückstock, dass keine fairen Bedingungen herrschten", hatte Herr in Turin geschimpft. Der DSV strich ihn daraufhin aus dem Olympia-Team, wenige Tage später erklärte der Springer selbst, nie mehr für Deutschland antreten zu wollen.
Nun entschuldigte sich der zwölffache Vierschanzentournee-Starter für seine damaligen Entgleisungen. "Ich weiß jetzt auch, dass nicht alles richtig war, was ich in der Vergangenheit gesagt und getan habe." Nach einem gescheiterten Versuch, die schwedische Staatsbürgerschaft zu erlangen und für das skandinavische Land zu starten, hatte Herr 2007 seine Karriere beendet.
"Möchte es noch einmal wissen"
Doch der Reiz am Fliegen ließ ihn ähnlich wie den finnischen Ausnahmespringer Janne Ahonen, der ebenfalls sein Comeback angekündigt hat, nicht los. "Ich habe wieder richtig Lust aufs Springen und möchte es noch einmal wissen", sagte Herr.
Zunächst gilt es für ihn nun, die sportliche Leitung des deutschen Skisprung-Teams um Bundestrainer Werner Schuster von seinen Qualitäten zu überzeugen. Denn nur wenn er tatsächlich die Rückkehr in die Weltspitze schafft, dürfte für ihn Platz in der Mannschaft sein. Doch Herr ist von seiner Leistung überzeugt. "Fernziel ist die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver", teilte er selbstbewusst mit.
Kommentare 1 - 13 of 13
Keine Sorge,das Comeback des Schrädfliegers erledgt sich von alleine. Der 39 und 42 te Platz letztes Wochenende beim FIS Cup in Oberwiesenthal spricht für sich. Weit hinter unseren J17 Teilnehmern. Sprüche allein fliegen nicht.
Ich wünsche Ihm trotzdem einen zweiten schnellen und schönen Abgang.
Hermann
@anwihett: das wusste ich noch gar nicht ... aber es zeigt mal wieder, mit welchen "Leistungen" man den Weg zurück finden kann - hier war es wohl nur die Leistung, ein Sohn zu sein ... naja ... die Quali in Hinterzarten war ja schon aussagekräftig und letztlich war Herr Herr auch vor seinem Rausschmiss nicht grad der Heilsbringer im Team ... aber warten wir es ab
Na klar muss der "Herr" wieder springen dürfen, ist doch sein liebes Väterchen eine große Nummer im Westen für die Skispringer. Da nützt es eben wenig, "nur" mit guten Leistungen irgendwie nach vorne zu kommen!! Wo war denn z.B unser deutscher Meister und Juniorenweltmeister in der aktuellen Mannschaft?
Es ist eben Sport, und da zählt Geld und Politik - Leistung ist Nebensache!
Das ist gut das die Alexander wieder kommt der ist der hoffnungsträger nummer 1 bei der DSV
Du liebe Zeit. Okay, ich gebs zu, ich mag ihn nicht. Meiner Meinung nach ist er ein Egoist durch und durch. Aber wenn er sich etwas zurücknimmt im Verhalten, dann soll er halt wieder fliegen. Ich glaube es wird trotzdem schwer, sich einen Startplatz im DSV Team zu holen, das ist nämlich doch etwas besser, als einige hier glauben wollen (speziell was den Nachwuchs angeht).
Meine Meinung nach wird diese Rückehr keine wichtige Rolle spielen.
Ttrotzdem wunsche ich viel Erfolg.
Hätte gerne noch mehr geschrieben, aber irgendwie werden die restlichen Sachen nicht akzeptiert.
Also ich sehe da durchaus Potential in der deutschen Mannschaft. In wie weit da ein Herr helfen kann, muss man abwarten.
@sambo: Schmitt ist Vize-Weltmeister geworden ist ja immerhin was, auch wenn es glücklich zu stande kam. Und es war Schusters erste Sasion, Späth der im Sommer absolut Top war, war verletzt.
@Sarina: Er hatte ja ein paar ganz gute Resultate. Diese gingen nur in der Hannawald / Schmitt Ära unter. In weit Vancouver realistisch ist, kann ich nicht annähernd beurteilen. Also wie hart das Training in den letzten 2 Jahren war. Mal sehen, ob seinen Worten auch Taten folgen.
Test
ich finde es kann nur besser werden, mit ihm, nach dem Debakel in der lezten Saison, kann A.Herr es kaum schimmer machen, daher sollte man ihm die Chance geben.
Der Mann hatte schon immer eine große Klappe und nichts dahinter ... das scheint sich nicht geändert zu haben, wie der letzte Satz beweist.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos Anmelden.