Eurosport - Mi 04.Jun. 13:58:00 2008
In einem echten Playoff-Krimi erkämpfte sich Alba Berlin in Spiel vier einen 72:68-Erfolg in Oldenburg und zieht damit in das Finale um die Meisterschaft 2008 ein. Matchwinner in einer schon fast verloren geglaubten Partie war Dragan Dojcin mit 15 Punkten, 7 Rebounds und 72 Prozent Wurfquote.
Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Zuerst legte Oldenburg durch Punkte vom angeschlagenen Jason Gardner auf 5:0 vor. Doch er musste auch zusehen, wie ALBA im Gegenzug durch Zähler von McElroy, Femerling, Jenkins und Brown den Stand auf 8:5 drehte. Je ein Drei-Punkte-Spiel von Dragan Dojcin und auf der anderen Seite von Branimir Longin sorgten nach acht Minuten für einen ausgeglichenen 14:15-Spielstand. Freiwürfe von Nadjefji und Jenkins, sowie ein Buzzer-Dunk von Paulding machten das Spiel auch nach zehn gespielten Minuten offen (16:17).
Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts kippte die Partie ein paar Minuten zugunsten der Berliner. Mit einem 11:0-Lauf setzten sie sich bis zur 13. Minute auf 28:16 ab. Vor allem zahlreiche erkämpfte Offensivrebounds und Sascha Nadjfeji, der in Brettnähe nicht zu stoppen war, machten in dieser Phase den Unterschied zugunsten ALBAs. Ab Mitte des Viertels fingen sich die Gastgeber und ließen ALBA nicht weiter davon ziehen. Die Chancen dazu ließen die Albatrosse allerdings teilweise auch selbst aus: Nachdem sie den Ball gut bewegt und einen freien Ausstieg gefunden hatten, wurden einige Punkte verschenkt. Über den athletischen Rickey Paulding, der im Eins-gegen-Eins schwer zu stoppen war, kam Oldenburg wieder heran. Kurz vor der Halbzeit setzte Bobby Brown sein Team wieder auf neun Punkte ab, doch Pekovic verkürzte ebenfalls für Drei zum 37:30-Halbzeit-Ergebnis aus ALBA-Sicht.
Oldenburg mit starkem Lauf
ALBA kam deutlich frischer als Oldenburg aus der Kabine. Mit aggressiver Defense und vorne cleverem Passpiel konnten die Albatrosse ihren Vorsprung wieder ausbauen. Den Hausherren fiel wenig gegen die enge ALBA-Verteidigung ein, so dass gleich mehrfach die 24-Sekunden-Sirene ertönte. Zuerst war es wieder Sascha Nadjfeji, der sein Team im Angriff anführt und dann taute endlich auch Julius Jenkins auf und punktete von außen und unter dem Korb. Kurz vor Ende des Viertels waren die Berliner schon auf 53:39 davon geeilt, doch Yasmin Perkovic gelang von der Dreierlinie noch der Anschluss vor der letzten Pause.
Im letzten Viertel legte Oldenburg einen unmittelbar einen starken Lauf hin: Erst scorten Strauch und Pekovic mit Zug zum Brett und kurz drauf netzte auch noch Perkovic für Drei ein, während ALBA noch keinen Korb erzielt hatte. So stand es nur noch 53:49 und Luka Pavicevic unterbrach das Spiel mit einer Auszeit. Doch danach lief Oldenburg erst richtig heiß, drei Dreipunktewürfe erzielten sie in Folge und hatten so in der 35. Minute beim 58:56 erstmalig seit langer Zeit wieder die Führung inne. Die Partie ging in die Schlussphase und war völlig offen. Angetrieben von ihrem Tollhaus EWE Arena ging Oldenburg drei Minuten vor Schluss nach Freiwürfen von Gardner 61:56 in Führung und die Albatrosse sahen fast schon geschlagen aus. Doch trotz des hohen Druck zeigten sie Nervenstärke und kämpften sich in Person von Bobby Brown und Dragan Dojcin wieder zurück. Letzerer erzielte einen wichtigen Dreier und Browns Mitteldistanzwurf im Anschluss reduzierte den Rückstand wieder auf einen Punkt.
ALBA gewann wieder Oberwasser und zog durch Freiwürfe von Dojcin und einen Korbleger von Jenkins wieder auf 66:63 davon. Doch Oldenburg war noch lange nicht geschlagen: 46 Sekunden vor dem Ende glich Rickey Paulding mit einem Drei-Punkte-Spiel wieder aus. Im folgenden Angriff der Albatrosse übernahm wieder Dragan Dojcin Verantwortung und erzielte die wahrscheinlich wichtigsten Punkte des Spiels: Bei 25 Sekunden Restzeit drückte er von der Dreierlinie ab und verwandelte zum 69:66. Oldenburg versuchte in den verbleibenden Sekunden ALBA an der Freiwurflinie ins Wanken zu bringen, und Julius Jenkins, vergab prompt einen seiner beiden Versuch. Beim Stand von 68:70 hatte Rickey Paulding den Ausgleich auf der Hand, scheiterte aber beim vermeintlich leichten Korbleger. Im Anschluss machte Jenkins von der Linie den 72:68-Auswärtssieg und damit den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft klar.
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