Eurosport - So 04.Mai. 21:52:00 2008
Einmal mehr hat Andreas Klöden als erster Deutscher eine schwere einwöchige Rundfahrt gewonnen. Mit dem Triumph in der Romandie gelang ihm das selbe Kunststück wie zuvor bei der Baskenland-Rundfahrt (2000) und Tirreno-Adriatico (2007). Die Schlussetappe ging an Daniele Bennati (Italien).
Der Sprinter vom Team Liquigas setzte sich auf der ansteigenden Zielgeraden in Lausanne souverän durch, Gerolsteiner-Routinier Markus Zberg (Schweiz) wurde Zweiter, Björn Schröder vom Team Milram kam auf den fünften Rang, noch vor Mark Cavendish (High Road).
Zuvor hatte auf den 152 Kilometern lange eine fünfköpfige Ausreißergrupe um die beiden Schweizer Alexandre Moos (BMC) und Mathias Frank (Gerolsteiner) in Front gelegen. Doch eine geschlossene Bahnschranke kostete das Quintett fast zwei Minuten seines Vorsprungs, so dass es im Finale gestellt wurde. Alle Attacken, auch ein Vorstoß von Jens Voigt (CSC), wurden von den Teams der Sprinter vereitelt, so dass Bennati am Ende zu seinem ersten Saisonsieg stürmen konnte.
Klöden dominiert Konkurrenz
Die 62. Auflage der Tour de Romandie brachte einen souveränen Erfolg für Klöden - sein ärgster Rivale, der niederländische Titelverteidiger Thomas Dekker (Rabobank) musste auf der Königsetappe aufgeben. Damit fiel der einzige Gegner aus, der nach dem Zeitfahren nur wenige Sekunden hinter dem Sieger im Kampf gegen die Uhr lag. Am Ende standen der Tscheche Roman Kreuziger (Liquigas) und Marco Pinotti (High Road/Italien) nach rund 645 Kilometern durch die Westschweiz mit auf dem Podium.
Mit dem Gewinn des Zeitfahrens und der souveränen Vorstellung in den Bergen unterstrich der Astana-Kapitän, dass man auch beim Giro d'Italia auf ihn achten muss. Ein Triumph dort würde ins Bild passen - auch diese Rundfahrt hat bislang noch kein Deutscher für sich entschieden.
"Es ist eine doppelte Freude, hier triumphiert zu haben und jetzt auch noch den Giro fahren zu dürfen - für den die Tour de Romandie die beste Vorbereitung ist. Ich bin den Giro noch nie gefahren, aber wir haben gezeigt, dass unser Team dort eine Hauptrolle spielen kann. Mit diesem Sieg in der Schweiz wird zwar kein Traum wahr, aber es ist eine große Befriedigung, schließlich ist das eines der schönsten Rennen der ProTour", so der Wahl-Schweizer nach der Schlussetappe.
Gerolsteiner-Talent glänzt
Zufrieden konnte aber auch Team Gerolsteiner die Schweiz verlassen: Mit Francesco de Bonis stellten sie die Entdeckung des sechstägigen Rennens: Der italienische Neuprofi gewann die Königsetappe und sicherte sich das Bergtrikot. In der Gesamtwertung belegte er Rang 13, noch vor Voigt, der 19. wurde - direkt hinter Steve Morabito (Astana/18.), dem besten Schweizer beim Heimspiel.
Bei Milram sorgte Schröder nicht nur mit seinem Spitzenplatz am Schlusstag für Aufsehen - schon beim Prolog in Genf hatte er den Sieg als Vierter nur um wenige Sekundenbruchteile verpasst. High Road konnte als Erfolg neben dem Prologsieg durch Cavendish noch den Spitzenplatz in der Wertung der Zwischensprints mit Morris Possoni (Italien) verbuchen.
Im Klassement der ProTour behauptete Damiano Cunego (Lampre, 73 Punkte) nach dem sechsten Wettbewerb der Serie seine Führung, auch wenn der Italiener selbst in der Romandie nicht am Start war. Klöden ist nun Fünfter mit 53 Zählern.
Ergebnisse:
5. Etappe, Le Bouveret - Lausanne (154 km): 1. Daniele Bennati (Italien) - Liquigas 3:43:39 Std.; 2. Markus Zberg (Schweiz) - Gerolsteiner; 3. Maxim Iglinski (Kasachstan) - Astana; 4. Matti Breschel (Dänemark) - Team CSC; 5. Björn Schröder (Berlin) - Milram; 6. Mark Cavendish (Großbritannien) - High Road; ...18. Andreas Klöden (Kreuzlingen/Schweiz) - Astana; 46. Jens Voigt (Berlin) - Team CSC alle gleiche Zeit; 87. Sebastian Schwager (Augsburg) - Milram + 0:41 Min.; 88. Tony Martin (Schwalbach) - High Road gleiche Zeit; 96. Markus Fothen (Kaarst-Vorst) - Gerolsteiner + 0:51; Carlo Westphal (Leipzig) - Gerolsteiner ausgeschieden
Endstand nach der 5. Etappe: 1. Andreas Klöden (Kreuzlingen/Schweiz) - Astana 16:43:20 Std.; 2. Roman Kreuziger (Tschechien) - Liquigas + 0:35; 3. Marco Pinotti (Italien) - High Road + 0:43; 4. Denis Mentschow (Russland) - Rabobank + 0:45; 5. Mikel Astarloza (Spanien) - Euskaltel-Euskadi + 0:54; 6. Sandy Casar (Frankreich) - FDJeux + 1:05; ...19. Jens Voigt (Berlin) - Team CSC + 2:45; 48. Markus Fothen (Kaarst-Vorst) - Gerolsteiner + 15:42; 67. Björn Schröder (Berlin) - Milram + 23:59; 94. Tony Martin (Schwalbach) - High Road + 41:34; 106. Sebastian Schwager (Augsburg) - Milram + 48:16; Carlo Westphal (Leipzig) - Gerolsteiner ausgeschieden
Hinweis:
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