Hamburg (dpa) - Der THW kann binnen 70 Stunden Geschichte schreiben: Nur drei Tage nach dem Final-Rückspiel in der Champions League gegen Ciudad Real kann der DHB-Pokalsieger am 14. Mai bei Frisch Auf Göppingen das mögliche Titel-Triple erneut perfekt machen.
In der Bundesliga zwei Spieltage vor Ultimo mit drei Punkten vor Verfolger SG Flensburg-Handewitt in Front liegend, legte der deutsche Rekordmeister auch in der Champions League den Grundstein für einen weiteren Triumph. Die Schleswig-Holsteiner gewannen das Final-Hinspiel bei Spaniens Meister Ciudad Real mit 29:27 (14:13) und haben damit eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Rückspiel am 11. Mai in der heimischen Sparkassen-Arena.
In der mit größtem körperlichen Einsatz geführten Partie ließen sich die Kieler trotz zahlreicher Zwei-Minuten-Strafen nicht aus dem Konzept bringen und fügten dem bereits als neuen spanischen Meister feststehenden reichsten Handball-Verein der Welt die erste Saison- Niederlage in der heimischen Quijote-Arena zu. Überragender Akteur vor 5200 Zuschauern war der «Welthandballer des Jahres», Nikola Karabatic. Der Franzose erzielte neun Treffer für den THW.
Dass auch noch der Titel in der Bundesliga winkt, freute Kiels Manager Uwe Schwenker doppelt. «Ich bin mir sicher, das war die Meisterschaft», sagte er nach der Flensburger 28:32-Niederlage beim SC Magdeburg. Mit Leidenschaft und Einsatz besiegte der Tabellenachte sein Flensburg-Trauma und feierte seinen ersten Sieg gegen die Norddeutschen seit 2004. Die Flensburger trugen die wohl verspielte Meisterschaft mit Fassung. «Jetzt ist das wohl gelaufen. Die Kieler verlieren nicht zwei Spiele. Wir haben die Spannung nicht verlängert. Das ist sehr schade», gab Trainer Kent-Harry Andersson zu. Nach Meinung von Linksaußen Lars Christiansen, mit neun Treffern bester Werfer seines Teams, holten die Flensburger zu wenige Punkte gegen Teams aus dem Mittelfeld. «Das hat die Meisterschaft gekostet», beklagte der Däne.
Bei ihre Premiere in einem Europacup-Finale hat die HSG Nordhorn Unterdessen sind die Chancen der Rhein-Neckar Löwen auf ihren ersten Europacup-Gewinn gesunken. Im Hinspiel des Pokalsieger-Wettbewerbes verlor der Bundesliga-Vierte bei MKB Veszprem nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Spielhälfte mit 32:37. Noch zur Pause hatten die Nordbadener beim 20:20 beste Aussichten gar auf einen Erfolg. «Dann haben uns individuelle Fehler ein besseres Ergebnis gekostet, aber noch ist nichts passiert», sagte Manager Thorsten Storm, der alles auf das Rückspiel am Samstag in Mannheim setzt.
Besser machte es die HSG Nordhorn im Hinspiel des EHV-Pokalfinals. Gegen den FC Kopenhagen gewann sie dank einer klaren Steigerung in der zweiten Halbzeit mit 31:27. Der Vier-Tore-Vorsprung ist aber kein Ruhekissen für das Team um Weltmeister Holger Glandorf, der vor 4200 Fans im heimischen Euregium mit acht Toren bester HSG- Werfer war. In einer umkämpften Partie mit vielen Fouls waren die Dänen bis 15 Minuten vor Abpfiff ein ebenbürtiger Gegner. Erst nach der Pause verschaffte sich Nordhorn etwas Luft und lag drei Minuten vor dem Ende erstmals mit sechs Toren in Führung. «Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr Gas gegeben. Einige Sachen müssen wir besser machen, aber wir können auch in Kopenhagen gewinnen», sagte Trainer Ola Lindgren.



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