Berlin (dpa) - Mit Marko Pantelic ist bei Hertha BSC auch der Erfolg zurückgekehrt. Bei seinem ersten Spiel nach fünf Wochen Verletzungspause führte der serbische Torjäger das Team zum insgesamt glücklichen 3:1 (2:0)-Erfolg über den Karlsruher SC.
Er befreite die Berliner damit von allen Abstiegssorgen. Richtig glücklich war bei den Gastgebern aber niemand über den ersten Bundesligasieg nach 64 Tagen Durststrecke. «Man hat gespürt, dass wir kurz vor dem Tabellen- Keller stehen. Wir sind nicht stolz auf das Ergebnis, sondern können froh sein, gewonnen zu haben», brachte Kapitän Arne Friedrich die Gefühle auf den Punkt. «Sicher, der Gegner hatte mehr Chancen als Hertha und war auch spielerisch besser, aber gewonnen haben wir. Und allein das zählt im Fußball», meinte Hertha-Trainer Lucien Favre und fragte nur: «Glückwunsch? Wofür?»
Die munteren Gäste aus Baden hatten vor knapp 50 000 Zuschauern deutlich das Spielgeschehen bestimmt und bei Chancen durch Tamas Hajnal und Alexander Iaschwili frühzeitig die Möglichkeit, den ersten Sieg in Berlin seit dem 30. November 1963 einzuleiten. Doch ein Geschenk von Torwart Markus Miller, der dem Serben Gojko Kacar den Ball auf den Fuß servierte, brachte den KSC aus dem Konzept. Kacar ließ sich die Chance (25.) nicht entgehen, sein Landsmann Pantelic lenkte sechs Minuten später eine Eingabe von Patrick Ebert unbedrängt zu seinem zwölften Saisontor ins Netz.
Pantelic verbesserte damit seine Position im Vertragspoker mit den Hertha-Bossen, nachdem er vor dem Spiel mit schier unermesslichen Forderungen wie einem Festgehalt von vier Millionen Euro für die nächsten drei Jahre Manager Dieter Hoeneß geschockt hatte. «Wir sind in Gesprächen mit seinem Berater und haben Marko ein sehr gutes Gegenangebot gemacht», bestätigte Hoeneß.
KSC-Trainer Edmund Becker geriet indes über die Niederlage in Rage. «Wir waren insgesamt die bessere Mannschaft und haben unverdient verloren. Aber Fehler in der Defensive haben uns aus dem Rhythmus gebracht», haderte der Coach, der das 50-Punkte-Ziel am Saisonende abschreiben kann. Mehr als ein Abstauber durch Edmund Kapllani (53.) sprang für die gut kombinierenden Karlsruher nicht heraus, die weitere beste Möglichkeiten ungenutzt ließen. Ein Konter der Berliner sorgte drei Minuten vor dem Ende für die Entscheidung. Der klar im Abseits stehende Raffael setzte den Ball an den Pfosten, den Abpraller verwandelte Rudolf Skacel.
Die Aufmerksamkeit zogen auch Fans beider Lager auf sich. Die Hertha-Anhänger bekräftigten mit Plakaten wie «Simunic: Herthaner mit Leib und Seele» oder «Joe, Du hast ja so recht. Leider» ihre Unterstützung für den Kroaten, der die Hertha-Führung unter der Woche hart kritisiert und dafür eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen hatte. Rund 200 Karlsruher verließen in der 25. Minute ihren Block, um gegen das Verbot einer Choreographie zu protestieren. Spontan schlossen sich viele Dutzend Hertha-Fans, die seit Jahren mit dem KSC in Freundschaft verbunden sind, der Aktion an und verließen demonstrativ die Ostkurve.


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