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Duisburg gibt Rote Laterne ab: 3:2 über Leverkusen

So 04 Mai, 19:44 Uhr


Duisburg (dpa) - Mit dem ersten Sieg über Angstgegner Bayer 04 Leverkusen seit gut 26 Jahren und dem ersten Heimerfolg in diesem Jahr hat der MSV Duisburg die Rote Laterne in der Fußball-Bundesliga abgegeben und neue Hoffnung im Kampf gegen den drohenden sechsten Abstieg geschöpft.

«Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich damit nicht mehr gerechnet», gab Duisburgs Trainer Rudi Bommer mit Blick auf den 3:2 (2:1)-Last-Minute-Erfolg zu. Zu verdanken hatten die Hausherren den Sieg zwei Spielern: Doppelpack-Spezialist Manasseh Ishiaku sowie Vorbereiter und Vollstrecker Blagoy Georgiew, der in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer erzielte.

Die ersten beiden MSV-Tore hatte Ishiaku mit seinem dritten Doppelpack (14. Minute/36.) erzielt. Für den jeweiligen Ausgleich hatten vor 25 275 Zuschauern in der msv-Arena Lukas Sinkiewicz (18.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor und der zur Pause eingewechselte Tranquillo Barnetta (74.) gesorgt. Die seit November 1981 gegen Leverkusen erstmals siegreichen Duisburger kletterten am 31. Spieltag mit 29 Punkten auf den 16. Rang, an diesem Mittwoch müssen sie beim Tabellennachbarn 1. FC Nürnberg (28) antreten.

«Wenn man zehn Spiele zu Hause in den Sand setzt und unbedingt gewinnen muss, geht man nun mit einem ganz anderem Feeling in die Woche. Wir sind dran», meinte Bommer. Drei Punkte sind es noch bis zum rettenden Ufer. «Ein Wahnsinnsspiel», sagte MSV-Profi Tobias Willi vorausschauend: «Das müssen wir gewinnen. Vielleicht werden die anderen dann nervös.»

Unruhe dürfte sich bei Bayer nach der fünften Auswärtsniederlage nacheinander bereits breitmachen. «Da fehlen mir die Worte», meinte Sportdirektor Rudi Völler und gab den UI-Cup als Mindestziel aus. «Keine Frage, das wir jetzt eine schwere Kiste, direkt in den UEFA- Cup einzuziehen», konstatierte auch Nationalspieler und der Kapitän des Tabellensechsten (48.), Simon Rolfes, der in der vierten Minute hatte mitansehen müssen, wie Kollege Stefan Kießling an MSV- Schlussmann Tom Starke scheiterte.

Kießlings fehlende Durchschlagskraft war symptomatisch für die Leverkusener in der ersten Hälfte. Die ohne den an der Bandscheibe operierten Nationalspieler Bernd Schneider sowie Karim Haggui und anfangs auch Barnetta (beide Adduktorenprobleme) angetretenen Rheinländer wirkten zwar ballsicherer, über Defizite im Spielaufbau und Lücken in der Abwehr konnte das nicht hinwegtäuschen.

So wie vor bei den Gegentoren durch Ishiaku. Nachdem der Nigerianer zuerst noch aus 16 Metern nach einem abgewehrten Eckball mit einem abgefälschten Schuss getroffen hatte, stand der Afrikaner bei seinem zweiten Tor völlig frei. Per Kopf ließ er Bayer-Keeper René Adler keine Chance, beide Male leistete Georgiew die Vorarbeit. Auf der Gegenseite konnte Sinkiewicz ebenfalls ohne jede Gegenwehr per Kopf den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Leverkusen den Druck. Rolfes scheiterte aber an Starke (53.), Barbarez verfehlte knapp das Tor (54.). Die Gastgeber wirkten hingegen nicht mehr so selbstsicher wie im ersten Abschnitt. Georgiew (59.) und Iulian Filipescu (69.) verpassten die Vorentscheidung. Barnetta traf per Kopf, kurz danach nur den Pfosten. Für Freudentaumel unter den MSV-Fans sorgte dann der Georgiew mit seinem satten Linksschuss in den Winkel.