Bundesliga - Ex-Kollegen attackieren Klinsi

Eurosport - Fr 04.Apr. 18:51:00 2008

Nach seinem überraschenden Besuch in der Allianz Arena beim UEFA-Cup-Spiel gegen Getafe erntete der künftige Bayern-Coach Jürgen Klinsmann heftige Kritik von ehemaligen Mitspielern. "Wir sind auf dem Weg zu drei Titeln, da schadet jede Ablenkung", monierte Kapitän Oliver Kahn.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Bayern Klinsmann - 0

Kahn konnte sich gegenüber der "AZ" kaum beruhigen: "So etwas habe ich in meiner gesamten Karriere noch nie gehört oder erlebt, dass ein Trainer, der erst ab der kommenden Saison in der Verantwortung steht, schon in der laufenden Saison auf der Tribüne sitzt."

Die Mannschaft habe vorab nicht erfahren, dass der zukünftige Coach im Stadion sein würde. "Jeder muss das mit sich selbst ausmachen, was er in solch einer Situation für richtig hält. Aber ich halte das für keinen guten Stil. Das macht man nicht". befand Kahn.

Klinsmann stellt neuen Scout vor

Klinsmann war zum dritten Mal seit seiner Inthronisierung im Januar auf Stippvisite bei den Bayern-Chefs gewesen. Dabei stellte der künftige Coach Nick Theslof vor, der die Scouting-Abteilung des deutschen Rekordmeisters verstärken wird.

Auch Lothar Matthäus äußerte wenig Verständnis für Klinsmanns Besuch. "Ich würde so etwas unter Kollegen nicht machen. Damit hat er gegen einen Ehrenkodex verstoßen. Er hätte ja auch zu einem Spiel kommen können, wenn die Meisterschaft schon entschieden ist. Ich halte das für respektlos", sagte er in der "AZ".

"Effe": "Muss Bayern mit sich ausmachen"

Etwas diplomatischer kommentierte Stefan Effenberg den Klinsmann-Besuch bei "Premiere": "Man kann Klinsmanns Präsenz in München als etwas unglücklich auslegen. Gerade weil Ottmar Hitzfeld in der Winterpause betont hat, froh darüber zu sein, bis zum Sommer in Ruhe arbeiten zu können. Das müssen Klinsmann und der FC Bayern jetzt selber mit sich ausmachen."

Für Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sind die Auftritte des designierten Bayern-Trainers bem Rekordmeister dagegen kein Problem: "Wir haben lediglich organisatorische Dinge besprochen. Über Entscheidungen bezüglich der Mannschaft der nächsten Saison wollen wir final noch gar nicht sprechen. Wir haben noch sechs Wochen vor uns, in denen sich jeder Spieler empfehlen kann. Ich denke, wir tun gut daran, jetzt nur an die laufende Saison zu denken."

Alexander Beisse / Eurosport