Bundesliga - Zitternd in die Wochen der Wahrheit
Fr 03.Feb. 22:23:00 2012
Vierkampf in der Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League - der Februar wird enorm wichtig für den FC Bayern. Mit einem Sieg beim HSV wollen die Münchner den Grundstein für eine erfolgreiche Phase legen und aufkommende Unruhe in Euphorie umwandeln.
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Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)
Es war eine turbulente, eine intensive Woche an der Säbener Straße.
"Wir haben gut trainiert", blickte Coach Jupp Heynckes am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim Hamburger SV (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) zurück.
Trotzdem, dem Fußballlehrer ist klar: Sein Team hat noch "Steigerungspotenzial, muss mehr in den Spielfluss kommen und jeder Spieler eine Schippe drauf legen". Dann, so Heynckes, sei er sicher, dass der FC Bayern besser und erfolgreich agieren werde.
"Durch den Sieg gegen Wolfsburg ist meine Mannschaft ein Stück weiter gekommen", beobachtete er.
Die klirrende Kälte, die in Deutschland derzeit vorherrscht, bereitet ihm indes keine Sorgen. "Auch wenn Frauen vielleicht öfter Recht haben, wir sind Männer! Das Beste ist Bewegung", meinte Heynckes, der sich mehr um die Zuschauer sorgt und sich selbst mit beheizbaren Schuhsohlen ausstatten will. "Augen zu und durch", fordert er.
Der HSV tut alles, damit das Geläuf in der Arena den hohen Ansprüchen genügt. Unter der Woche wurde ein neuer Rasen verlegt, die Greenkeeper versicherten, dieser werde bei einer Bodentemperatur von sechs Grad bestens bespielbar sein. Zudem wurden Höhenretter aufs Dach geschickt, um Eiszapfen und Schnee zu beseitigen.
Hamburgs Trainer Thorsten Fink wittert eine kleine Chance gegen den großen Favoriten. "Ich glaube, dass man im Moment die Möglichkeit hat, den FC Bayern zu schlagen, aber dafür muss alles passen", sagte der Ex-Münchner. Auch Heynckes ist nicht entgangen, dass Fink eine "Aufbruchsstimmung" an der Elbe ausgelöst hat.
Umbau in der Abwehr
Vor allem die Abwehr ist das Sorgenkind der Münchner. Aufgrund der Gelbsperre von Rafinha muss einmal mehr umgebaut werden, Daniel van Buyten ist verletzt. Am wahrscheinlichsten ist, dass die Innenverteidigung mit dem Ex-Hamburger Jérome Boateng und Holger Badstuber nicht wieder auseinandergerissen wird. Demnach wird wohl Mittelfeldspieler Anatoli Timoschtschuk hinten rechts aushelfen. Die zweite Variante wäre: Boateng nach rechts, "Timo" oder Luiz Gustavo nach innen.
Eine mögliche Alternative auf der Bank wird sicher fehlen: Der Brasilianer Breno hat wieder Knie-Probleme. Im defensiven Mittelfeld werden Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger auflaufen.
Die Personalsituation könnte komfortabler sein. Sicher, die erste Elf ist immer noch aller Ehren wert. Doch dahinter klafft ein Loch. "Unsere Bank ist nicht gut genug", hatte Franck Ribéry am Donnerstag festgestellt und damit kritisiert, dass die Bayern in der Wintertransferperiode komplett untätig geblieben waren.
Heynckes hat die mahnenden Worte vernommen, widersprach dem Franzosen jedoch: "Transfers muss man von langer Hand vorbereiten. Es muss ein Spieler sein, der den FC Bayern langfristig verstärkt. Es wurde alles rauf und runter diskutiert. Ich halte nichts von Schnellschüssen." Das sei "Aktionismus".
Die Entscheidung, im Winter niemanden zu holen, sei gemeinsam mit dem Vorstand entschieden worden, wobei Heynckes einräumte, die "treibende Kraft" gewesen zu sein.
Wichtige Wochen stehen an
Wie auch immer, das Transferfenster ist zu - jetzt müssen die hohen nationalen und internationalen Ziele mit dem vorhandenen Personal angegangen werden.
"Der Februar ist sehr wichtig für uns", weiß Ribéry und hat die weiteren Liga-Partien gegen Kaiserslautern, Freiburg und Schalke sowie das DFB-Pokal-Viertelfinale in Stuttgart und das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale beim FC Basel im Hinterkopf.
Zum Auftakt sei in Hamburg "nicht großer Zauberfußball" nötig, betonte indes Bastian Schweinsteiger. Man müsse "einfach nur die drei Punkte holen".
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