Eurosport - So 04.Jan. 09:43:00 2009
Als direkter Anwärter auf das Podium gestartet, musste Motorrad-Pilot David Casteu schon am ersten Tag der Rallye Dakar alle Hoffnungen auf einen Sieg begraben. Eurosport sprach nach der Zielankunft mit dem sichtlich enttäuschten Franzosen.
Was für ein erster Tag. Für Sie eher einer zum Vergessen...
David Casteu: Das kannst Du laut sagen. Ich bin jetzt einfach leer, denke viel an meine Familie, an die vielen Stunden harten Trainings und was ich alles investiert habe. Das tut richtig weh. Auf der heutigen Etappe bin ich auf über 100 Jahre gealtert. Das war eine Katastrophe für mich. Es gilt wie immer: Du kannst die Rallye nicht am ersten Tag gewinnen, aber verlieren.
Was ist denn genau passiert?
Casteu: Am Anfang war ich richtig gut unterwegs, doch dann habe ich ziemlich schnell rund um Checkpoint 2 mechanische Probleme bekommen, sodass ich zurück zum Checkpoint musste. Zur gleichen Zeit haben dann meine Michelin-Reifen Probleme gemacht und ich konnte nicht mehr weiter fahren. Die haben heute einfach nicht gehalten, was mich die Rallye gekostet hat. Ich bin super enttäuscht und dann auch nicht mehr voll weiter gefahren.
Wie stark liebäugelt man in so einer Situation mit der Aufgabe?
Casteu: Leider sehr. Vor allem hat mich beschäftigt, wie die Leute um mich herum in den vergangenen zwei Jahren zurückstehen mussten für dieses Projekt. Meine Frau, meine Familie. Aber ich kann das alles nicht umsonst gemacht haben, deshalb hab ich dann auch wieder Gas gegeben.
Auch wenn der Gesamtsieg weg ist, es gibt ja immer noch prestigeträchtige Etappensiege.
Casteu: Ja, und auf die gehe ich jetzt. Ich werde versuchen mich bestmöglich zu präsentieren. Diese Minuten im Staub, als ich den Reifen repariert habe so gut es ging, waren auch ein Reifeprozess. Danke hier an meinen Team-Kollegen, der mir mit dem Reifen geholfen hat. Der nächste Sieg, sollte er denn kommen, geht dann an ihn.
Sie waren nicht der Einzige mit Problemen heute.
Casteu: Cyril Despres hat es auch erwischt. Mit mehr als 40 Minuten ist das schon ein harter Schlag für den ersten Tag. Marc Coma ist stark gefahren und von Problemen verschont geblieben. Aber diese Rallye wird noch hart werden, das hat der erste Tag gezeigt. Alle mit denen ich hier im Biwak gesprochen habe, sind schon jetzt beeindruckt von den Herausforderungen.
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