Bundesliga - Borussen-Duell: Jagd auf die 27
Alfred Hitchcock war ein Meister der Spannung. Doch auch er hätte sich die Vorzeichen zum Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag nicht besser ausmalen können. Im Borussia-Park trifft der Tabellen-Zweite Mönchengladbach auf Klassenprimus Borussia Dortmund. Beide Teams liegen punktgleich an der Spitze.
Von Tobias Hlusiak
29 Punkte haben die beiden Spitzenteams in dieser Saison bereits eingefahren. Der Sieger würde sich an der Tabellenspitze vom Gegner distanzieren (ab 15:30 Uhr im Live-Ticker).
Dortmund, der Deutsche Meister, war von Fans und Experten in der Spitzengruppe der Bundesliga erwartet worden. Mönchengladbach hingegen spielte sich nach der erfolgreich gestalteten Relegation im Mai gegen den VfL Bochum unter Trainer Lucien Favre in einen wahren Rausch. Beide Teams verbindet trotz der ungleichen Voraussetzungen zu Saisonbeginn eine ganze Menge.
Nach nunmehr 14 Spieltagen haben beide Mannschaften erst neun Gegentore einstecken müssen. Dies liegt einerseits in der hervorragenden Qualität beider Torhüter begründet. Sowohl Roman Weidenfeller als auch Youngster Marc-André ter Stegen kassieren pro Spiel nur 0,64 Tore und haben ihre Klasse schon mehrfach unter Beweis gestellt. Andererseits können sich beiden Keeper auf gut funktionierende und eingespielte Abwehr-Formationen verlassen. Mönchengladbach greift im ganzen Stammteam ohnehin auf keinen Neuzugang zurück.
Vorzeigbare Zweikampfwerte
Dortmund vertraut auf die bewährte Formation mit Mats Hummels, Neven Subotic, der gerade von Felipe Santana vertreten wird, Lukas Piszczek und Marcel Schmelzer zurück. Beide Teams zeichnen sich in der Verteidigung durch faires, dennoch kompromissloses Vorgehen aus. 81 Prozent der eigenen Tacklings konnten die Spieler von BVB-Trainer Jürgen Klopp erfolgreich gestalten. Dabei kassierten die Mannen in schwarz und gelb lediglich 14 Gelbe Karten.
Die Favre-Truppe zeigt sich in diesen Statistiken nur unwesentlich ineffektiver. 76 Prozent erfolgreiche Tacklings bei 23 Verwarnungskarten stehen für die "Elf vom Niederrhein" zu Buche. Auch in Sachen Offensive zeigen beide Teams erstaunliche Übereinstimmungen. Mönchengladbach sowie Dortmund legen großen Wert auf eigenen Ballbesitz und damit Kontrolle des Spielgerätes. Der Tabellenzweite hatte die Kugel in den ersten 14 Partien der Saison zu 55 Prozent in den eigenen Reihen. Favre lässt seine Mannschaft eher bedächtig aufbauen, "Sicherheit durch Ballbesitz" lautete die Devise. Dies führt zu einer extrem hohen Passsicherheit, 81 Prozent aller Zuspiele finden den Mitspieler.
15 Prozent der Schüsse landen im Tor
Der Titelverteidiger hingegen spielt schneller in die Spitze, kommt vornehmlich über die starken Außen. Trotzdem leidet unter dem häufigen Vertikalspiel die Passgenauigkeit (80 Prozent) nicht. Auch der Ballbesitzanteil ist mit 56 Prozent überdurchschnittlich hoch. Dies liegt allerdings auch daran, dass die meisten Kontrahenten gegen den Meister tief stehen und auf Kontergelegenheiten warten. Eine Taktik, die man am Samstag auch von Mönchengladbach erwarten kann.
In der Offensive findet sich eine weitere verblüffende Gemeinsamkeit. Beide Borussias bringen exakt 15 Prozent ihrer Torschüsse im gegnerischen Gehäuse unter. Dortmund hat mit 29 Treffern sechs Tore mehr erzielt als der Verfolger, weil man 39 Torschüsse mehr (193) abgab als Mönchengladbach (154). So erzielte der BVB in dieser Spielzeit durchschnittlich 2,07 Tore. Gladbach kann pro Spiel 1,64 Mal jubeln. Der entscheidende Vorteil für den BVB?
Spiel mit historischem Format
Für die Gastgeber wird es also darauf ankommen, Torchancen des Titelverteidigers zu verhindern, um eine Niederlage zu vermeiden. Diese hätte auch im ewigen Vergleich beider Traditionsklubs folgen. Derzeit spielten beide Mannschaften exakt 78 Mal gegeneinander. 26 Spiele endeten Unentschieden, 26 gewann Mönchengladbach, ebenfalls 26 entschied Dortmund für sich. Das Topspiel hat damit auch in dieser Kategorie richtungweisenden Charakter.
TV-Tipp:
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