Bundesliga - Hoeneß? - "Das ist völliger Quatsch!"

Eurosport - Di 03.Nov. 10:40:00 2009

Das hätte eine interessante Personalie werden können. Ex-Hertha Manager Dieter Hoeneß stand laut Medienberichten angeblich mit dem VfL Wolfsburg in Kontakt. Doch der Meister aus Niedersachsen dementierte umgehend: "Das ist völliger Quatsch", sagte VfL-Geschäftsführer Marbach.

FOOTBALL 2005-2006 Bundesliga 1 Hertha Berlin Dieter Hoeness - 0

Pfiffe von den Rängen und die in der ganzen Liga beliebte Forderung: "Trainer raus!" Beim deutschen Meister hat sich eine eigenartige Diskussion um Armin Veh entwickelt. Die Saison ist noch jung, der VfL Wolfsburg liegt in der Bundesliga knapp hinter der Spitze und - vor dem Spiel bei Besiktas Istanbul - auch in der Champions-League aussichtsreich im Rennen. Trotzdem muss sich der Übungsleiter Kritik von den Rängen gefallen lassen, weil der VfL nicht gerade meisterlich auftritt.

"Da ist nichts dran", sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach. Über Hoeneß sei im Verein nicht gesprochen worden. Marbach ist beim VfL für Organisation zuständig. Für das sportliche Management ist Veh verantwortlich. Wie sein Vorgänger Felix Magath arbeitet Veh als Trainer, Manager und Geschäftsführer. Eine Verpflichtung von Hoeneß, der zuletzt mehr als zehn Jahre bei Hertha BSC beschäftigt war, käme daher einer Entmachtung von Veh gleich.

Magath´s großer Schatten

Zuletzt war beim jüngsten Pflichtspiel auf einem Transparent zu lesen: "Veh 1 Vehler". Diese Ansicht ist zwar die Meinung einer Minderheit, doch die Stimmung kann im Fußball schnell kippen. Am Tag nach dem verschenkten Sieg gegen Aufsteiger Mainz (3:3) musste Veh sich im Anschluss an das Training der Diskussion mit verärgerten Anhängern stellen. Die Fans klagten: Das Team sei nicht mehr so fit wie unter Magath, viele Stars liefen ihrer Form hinterher, und das von Veh geforderte Kurzpassspiel funktioniere nicht. Der Schatten von Vorgänger Magath ist augenscheinlich länger als gedacht.

Die Ansprüche sind in Wolfsburg offensichtlich gewachsen, der Sinn für die Realität ist es nicht. "Die hohen Erwartungen sind normal, wenn man gerade Meister geworden ist", kommentierte Veh die Unmutsäußerungen betont gelassen. Der vor der Saison als Magath- Nachfolger geholte Coach versucht, Ruhe zu demonstrieren. "Ich bin ja schon ein paar Tage im Geschäft", sagte Veh in Istanbul: "Ich weiß das Ganze einzuordnen. Von daher habe ich keinen Druck."

Zu hohe Erwartungen nach dem Titel

Nach dem überraschenden Gewinn der Meisterschaft genießt Magath in Wolfsburg Heldenstatus. Auch der spektakuläre Wechsel zum Ligarivalen Schalke 04 hat an der Bewunderung der meisten Fans wenig geändert. Und nun halten viele den VfL wegen des Erfolges automatisch für einen Titelkandidaten. "Das ist von Anfang an klar gewesen", sagte Veh und versichert, er sei von der aktuellen Stimmungslage nicht überrascht. Veh hält die Erwartungen für überzogen. Man könne "nicht erwarten, dass der VfL nun in jedem Jahr auf den Plätzen 1 bis 3 landet", sagte er: "Wenn wir am Ende Vierter oder Fünfter werden, wäre das schon ein Erfolg." Ein Platz im internationalen Geschäft ist das Ziel, das auch Mehrheitsgesellschaft Volkswagen ausgegeben hat.

Wirklich zufrieden ist Veh angesichts des bisherigen Saison-Verlaufs nicht, andererseits hat er selber schon schwierigere Zeiten erlebt. Der VfB Stuttgart stürzte nach der Meisterschaft mit Veh ab, wurde in der Champions League durchgereicht. Auch der Hamburger SV hat ähnliche Erfahrungen mit der ungewohnten Doppelbelastung gemacht. Der VfL steckt dies bisher noch vergleichsweise gut weg.

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Kommentare 1 - 3 of 3

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  1. Hoeness und der Vfl Wolfsburg geht garnicht, was er­ auch für die Hertha gut gemacht hat, ist schon ok aber­ im großen und ganzen hat er dennoch nicht viel da­ erreicht, sondern hat den Verein zum Schluß ziemlich­ herunter gewirtschaftet, und ist getürmt. Bei Wolfsburg­ hätte er sehr viel Geld aber es bringt trotzdem dann­ nichts. Also kein Dauerthema aufkommen lassen.
    Zu Veh­ kann ich nur sagen, er ist zu gutmütig und kein­ Machtmensch wie F.Magath es war und noch ist. Man sieht­ überall wo er ist, wird zuerst einmal kräftig­ aufgeräumt und das ist manchmal auch gut so. Das aber­ fehlt Veh alles und somit ist er auch überfordert mit­ diesen ganzen Dingen. Als Trainer müßte er jetzt erst­ einmal wieder von vorne anfangen, denn Wolfsburg ist­ eine Nummer zu groß für ihm. Siehe damals Meister mit­ Stuttgart und dann war es das. So geht es nun mit­ Wolfsburg weiter.
    Das sie in der Champions League so­ gut da stehen ist nicht ihr verdienst sondern der das­ alle Vereine sehr schlecht spielen. Also kein Manager­ Hoeness nur um ihm Geld zukommen zu lassen, aber einen­ Manager muß trotzdem her, weil Herr Veh damit­ überfordert ist. Ist eben kein Felix Magath der Herr­ auch wenn er es sein möchte.

    Von willi, am Mi 4.Nov. 14:20
  2. Die Personalie als solche ist eine weitere­ Spekulationsblase und muss als solche nicht­ zwangsläufig kommentiert werden.

    Einseitige Kritik an­ Hoeneß' Arbeit bei Hertha ist aber auch­ unangebracht. Er hat Fehler gemacht, keine Frage. Da­ muss man doch gar nicht ins Detail gehen, denn Fehler­ macht jeder! Eckart, Deine Einlassungen verdienen­ Respekt, aber findest Du nicht, dass Du allzu einseitig­ auf die Infrastuktur der Hauptstadt abstellst? 10 x­ mehr Einwohner als Gelsenkirchen, o. k. Aber der­ Fußball hat eben im Pott eine ganz andere, integrative­ Bedeutung für die Fans. Gerade in dem Umfeld einer­ Hauptstadt, in der ja nun bedeutend mehr­ "geboten" wird als "nur" Fußball,­ ist es doch umso schwerer, sein Angebot anzubringen.­

    Nichts gegen Gelsenkirchen, aber wenn ich die Wahl zu­ treffen hätte, ob ich dort oder in Berlin meinen­ Wohnsitz haben wollte, würde ich mich wohl für Berlin­ entscheiden. Und ganz gewiss nicht wegen des­ Fußballs!

    Hoeneß hat vor Ort die Arbeit geleistet, die­ dem Verein und dem Umfeld angemessen und­ durchsetzungsfähig war. Wenn er tatsächlich so schlecht­ gearbeitet hat, wie man hier heraushört, dann sei die­ Frage gestattet, wieso denn dann dieser exorbitante­ Absturz erfolgte, kaum dass er weg war?

    Ich kann ihn­ mangels Kenntnis der Interna nicht wirklich­ verteidigen, aber der Blick auf das Äußere darf­ hoffentlich erlaubt sein.

    Von Andreas S, am Mi 4.Nov. 9:21
  3. Hoeness ist ein echter Luxusartikel... Nach seiner­ Tätigkeit bei Hertha ist der verein praktisch pleite.­ Die PR war mangelhaft, die EInkäufe zweifelhaft. Die­ Nachhaltigkeit seiner Tätigkeit sehen wir in Berlin.­ Ok, Wolfsburg könnte sich sowas sogar wirtschaftlich­ leisten, aber mal abgesehen von dem Aufstieg war seine­ Tätigkeit in Berlin kein Heldenstück. Er hateinerseits­ über sie wirtschaftlichen vEhältnisse gelebt,­ andererseits verpasst aus dem Umfeld auch nur annähernd­ das machbare rauszuholen. Eine Stadt mit 10 x soviel­ Einwohnern wie Gelsenkirchen...da müsstedas­ Olympiastadion normalerweise durch Dauerkarten­ ausverkauft sein. Dazu einzige BuLi-Mannschaft im­ Umkreis von 100 KM. Da kann es keine Entschuldigungen­ geben. Nach zehn Jahren Hoeness steht die Hertha auch­ nicht annähernd da wo sie aufgrund der äusseren­ Voraussetzungen stehen müsste.Die "Abers"­ kann man sich da auch sparen, denn wenn der Job einfach­ wäre könnte ihn jeder und dann wäre auch das hohe­ Gehalt eines Managers in diesem Bereich nicht­ gerechtfertigt. Hoeness jedenfalls konnte den Job im­ Ergebnis nicht.

    Von Eckart, am Di 3.Nov. 14:28
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