Wien (dpa) - Das rüde Foul in der Champions League der Frauen kommt dem österreichischen Handball-Funktionär und Trainer Gunnar Prokop teuer zu stehen. Am Dienstagmorgen trat der 69-Jährige als Coach des Erstligisten Hypo Niederösterreich zurück, am Nachmittag enthob ihn der Europäische Handball-Verband EHF seiner Funktionen als Vorsitzender und Mitglied der Kommission für die Clubwettbewerbe der Frauen. «Diese Suspendierung hat solange Gültigkeit, bis ein Urteil im Rechtsfall vorliegt», sagte EHF-Spielbetriebsleiter Markus Glaser der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Dienstagabend. Prokop hatte dem Verband zuvor den Verzicht auf seine EHF-Ämter angeboten.
Die EHF ermittelt gegen Prokop. Er hatte im Champions-League-Spiel seines Teams gegen HB Metz (27:27) am vergangenen Donnerstag kurz vor dem Schlusspfiff mit einem Bodycheck gegen eine Gäste-Spielerin einen Konter der Französinnen verhindert und die Rote Karte gesehen. Der EHF hat daraufhin ein Verfahren gegen Prokop eingeleitet. Das Urteil wird an diesem Mittwoch erwartet. Das Strafmaß ist «grundsätzlich nach oben hin offen», hatte Glaser am Montag angekündigt. Mit einer Sperre und einer Geldstrafe sei «grundsätzlich» zu rechnen.
Am Dienstagmorgen hatte Prokop in einem offenen Brief Reue für sein Vergehen gezeigt. «Ich kann mich nur bei der gegnerischen Mannschaft, der betroffenen Spielerin und der Sportwelt für mein unüberlegtes und unverzeihliches Fehlverhalten entschuldigen», teilte er mit. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa ergänzte er: «Ich möchte die Situation außerdem mit einem Psychologen aufarbeiten.»
[Hypo Niederösterreich]: Liese Prokop Platz 1, 2346 Südstadt [Europäische Handball-Föderation]: Hoffingergasse 18, 1120 Wien


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