Becker: Agassi schadet dem Tennissport

Di 03.Nov. 15:51:25 2009

Hamburg (dpa) - Boris Becker ist mit seinem alten Konkurrenten Andre Agassi böse ins Gericht gegangen. «Er schadet nur dem Tennissport», sagte der dreimalige Wimbledonsieger in einem Interview zu dem Doping-Geständnis des Graf-Ehemannes.

Agassi hat in seiner in Kürze erscheinenden Autobiografie zugegeben, 1997 die Droge Crystal Meth konsumiert und nur durch eine Lüge eine Sperre durch die Profispieler-Organisation ATP verhindert zu haben. «Für mich stellt sich die Frage: Warum gibt er das überhaupt zu?» so Becker in der Online-Ausgabe der «Sport Bild»: «Wem bringt das was?»

Vor Becker hatten vor allem Roger Federer und Rafael Nadal ihr Unverständnis erklärt. Zudem hat die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA die ATP zu einer Stellungnahme aufgefordert, warum der inzwischen verjährte Fall bislang verschwiegen worden ist und keinerlei Folgen gehabt hat. «Er hat ein Schreiben an die ATP geschickt, dass es nicht absichtlich passiert ist. Und dann haben die, wer immer bei der ATP dafür zuständig war, beide Augen zu gemacht. Das geht natürlich auf beiden Seiten nicht», sagte Becker.

In seiner Autobiografie hat Agassi sein Bild als untadeliger Sportsmann nachhaltig beschädigt - und auch die angebliche Freundschaft mit Becker: «Ich will diesen verdammten Deutschen nicht in Sichtweite haben», soll Agassi in seinem Werk geschrieben haben. Gemeinsame Bilder vom Oktoberfest oder anderen Treffen sollten die ohnehin vermutete Antipathie früherer Tage offenbar nur verschleiern.

«Da muss er jetzt einige Abstriche machen», sagte Becker. «Wenn er zu viel Bier getrunken oder mal einen Joint geraucht hätte, dann könnte man es vergessen. Aber wir reden über eine der schlimmsten Drogen überhaupt: Crystal Meth ist ein synthetisches Aufputschmittel und eine der gefährlichsten Drogen der Welt. Es kann schon bei der ersten Einnahme süchtig machen und führt langfristig zu geistigen Behinderungen und dann zum Tod.»

Schon als junger Tennisspieler sei er von seinem Vater mit Ephedrin und später sogar mit Speed gedopt worden, berichtet der Olympiasieger in seinem Buch. «Wie man damit überhaupt Tennisspielen kann, weiß ich nicht», sagte Becker: «Ich fühle mich als Sportler enttäuscht. Er hat viele Grand Slams gewonnen, einige auch gegen mich. Wenn er die gewonnen hat, weil er auf Speed war, dann ist das einfach unfair und hat im Sport nichts zu suchen.»

Becker selbst betont, nie etwas mit Doping zu tun gehabt zu haben. «So was ist im Tennis nicht verbreitet, und da muss ich auch für meine Kollegen, ob das ein Roger Federer oder Rafael Nadal ist, meine Hand ins Feuer legen.» Zudem hätten diese Betrugsversuche gar keinen Sinn, meinte der Wimbledonsieger, der nur 4 von 14 Vergleichen mit Agassi gewonnen hat. «Wir haben einen koordinativ hochkomplizierten Sport, wo es auf Bruchteile von Sekunden ankommt. Da gibt es meines Wissens keine Droge, die einen weiterbringt. Deshalb ist die Veröffentlichung umso schlimmer.»

 

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. Hat der Becker damals in seiner Biografie nicht auch­ zugegeben,das er jahrelang Tablettensüchtig war?? Also­ sooo ein großer Unterschied ist das ja nun zum Agassi­ auch nicht...süchtig ist süchtig!!

    Von mmichels74, am Do 5.Nov. 8:46
  2. lol, als ob jetz nen joint gesünder wär, son quatsch,­

    ich stell mich jedenfalls auf die seite der­ biertrinker, der normalen biertrinker, und nicht der­ alkoholiker

    Von sven.drews, am Mi 4.Nov. 19:43
  3. Typisch Bobele: "Drogen bringen einen nicht­ weiter" aber "wenn er die Turniere wegen­ Speed gewonnen hat, ist das unfair"...

    Von Jan, am Di 3.Nov. 17:39
  4. Oh ja da Bier ja auch vergleichbar mit Crystal Meth ist­ nicht wahr? Ein Bier am Abend und schon gehts abwärts­ .... sie sollten sich schämen Herr Becker!

    Von lukas.wilms, am Di 3.Nov. 17:38
  5. Deswegen macht der Herr Becker jetzt überall­ Bierreklame, damit die Leute am Alkohol sterben?

    Von reinervetterle, am Di 3.Nov. 16:34
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