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Theissen: KERS hätte Pflicht sein müssen

Di 03.Nov. 15:43:00 2009

Das Energierückgewinnungssystem KERS war vor Beginn der Saison 2009 wahrscheinlich das am meisten diskutierte Thema, doch letztendlich entwickelte sich die Hybridtechnologie - zumindest nach aktuellem Stand - zu einem eher traurigen Kapitel der Formel-1-Geschichte. Denn nächstes Jahr wird niemand mehr KERS verwenden.

Nur das BMW Sauber F1 Team, Ferrari, McLaren-Mercedes und Renault fuhren im Verlauf dieser Saison mit KERS, am Saisonende hatten aber nur noch Ferrari und die Silberpfeile das System im Einsatz. Damit wurde auch die Behauptung von BMW Motorsport Direktor Mario Theissen ad absurdum geführt, der vor Saisonbeginn angekündigt hatte: "Wer dieses Jahr Weltmeister werden will, muss KERS haben."

Theissen glaubt nach wie vor, dass sich die Idee durchsetzen hätte können: "Was KERS angeht, bedaure ich vor allen Dingen, dass das nicht Vorschrift geworden ist. Wenn Sie einer neuen Technologie zum Durchbruch verhelfen wollen, dann ist das nie ein Selbstläufer. Das können Sie nur, wenn Sie sich voll dahinter klemmen. Dazu gehört, dass es Pflicht ist im Sport, sonst funktioniert das nicht", erklärt der Deutsche.

BMW entschied sich zu Saisonmitte dagegen, KERS weiterhin einzusetzen. Nach den durchwachsenen ersten Rennen kamen die Ingenieure in Hinwil zu dem Schluss, dass es besser wäre, Gewicht und Volumen aus dem F1.09 zu nehmen und stattdessen den Entwicklungsschwerpunkt auf die Aerodynamik zu legen. Tatsächlich gelangen dem Team anschließend zumindest geringfügige Fortschritte.

"Wir haben uns voll draufgestürzt und haben dann erkannt, dass die Nachteile in Summe, vor allem aber im Bereich der Aerodynamik, die Vorteile auf den meisten Strecken überwiegen", argumentiert Theissen. "Dann kommen Sie irgendwann zu einer Richtungsentscheidung - und es ist natürlich immer schlechter, wenn Sie während der Saison umsteuern, als wenn Sie es vorher machen. Insofern hat uns das sicher nicht geholfen."

"Aber ich bin davon überzeugt: Es hätte der Formel 1 ordentlich Rückenwind gegeben, wenn KERS in diesem Jahr in jedem Auto gewesen wäre", bleibt der 57-Jährige bei seinem Standpunkt. Dennoch wird KERS 2010 nicht mehr in der Königsklasse vertreten sein, obwohl es kein Verbot seitens der FIA gibt. Die Teamvereinigung FOTA hat sich aber aus Kostengründen dafür entschieden, freiwillig auf die Technologie zu verzichten.

Laut Theissen hätte man das Kostenargument schon im Vorfeld entschärfen können: "Als die FIA KERS zum ersten Mal auf den Tisch gebracht hat, waren wir nicht nur sofort dafür, sondern wir hätten uns auch auf ein Einheits-KERS eingelassen, sodass man die Entwicklung nur einmal treiben muss. Damals, Ende 2007, waren aber andere Teams dagegen." Welche Teams das waren, "weiß ich nicht mehr. Wirklich."

(Motorsport-Total.com)

 

Kommentare 1 - 3 of 3

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  1. Klar waren die Siege mit KERS da, aber nur wegen KERS­ möglich, sowohl bei MCDonalds, äh Laren als auch bei­ Ferrari. Ohne KERS hätten die keinen Blumentopf gegen­ die BRAWNIES und ROTEBULLEN gehabt. Sorry is so. Klar­ sag ich auch, daß die Technologie gleich sein sollte,­ um den Fahrer in den Vordergrund zu stellen und die­ Einzelleistung der Ingenieure zu würdigen. Nicht mit­ unterschiedlichen Waffen aufeinander losgehen.

    Von steve6988, am Sa 14.Nov. 15:10
  2. Mario theissen soll sich mal um die verschrottung der­ BMW-Formel 1 autos kümmern,sie sind ein schlechtes­ Beispiel wie man F1 Autos nicht bauen sollte.danach­ kann er ja mal Mc Laren nachfragen,ob sie nicht einen­ Job für in haben,da kann er mal ein besseres Team bei­ der arbeit sehen,und auch viel bessere autos

    Von nase1982, am Di 3.Nov. 19:06
  3. Normalerweise war Mario Theissen in Interviews immer­ eine intelligente und überzeugende Person, aber seine­ Ansicht über KERS, und das man es als Pflichtvorschrift­ für jedes Team hätte vorschreiben müssen, um es­ erfolgreich zu etablieren, halte ich für völlig falsch.­ Wenn ein System oder eine Technologie eine Perspektive­ hat, dann wird sie auch zum "Selbstläufer",­ man sieht es bei McLaren-Mercedes. Am Anfang gibts halt­ noch Nachteile und Schwierigkeiten, aber die kann man­ beheben, wenn das System als solches seine­ Existenzberechtigung hat. Es ist eben nur eine Frage­ der Zeit und des Engagements, bis man die Nachteile­ abgestellt hat. Das dauert halt und kostet Geld,­ Arbeit, Zeit. Und wenn man sich vor Augen führt, wie­ McLaren in der zweiten Saisonhälfte aufgeholt hat (2­ Siege waren mit KERS drin), dann muss man sich fragen,­ warum das andere nicht können, Ferrari mal ausgenommen­ (dort ein Sieg mit KERS). Ich denke, wenn man anstelle­ von McLaren nächstes Jahr auf KERS verzichtete, wäre­ dies eher ein Nachteil. Das schlimmste, was in puncto­ KERS künftig passieren könnte, wäre, wenn man es laut­ Reglemant verbieten würde. Dann würden diejenigen, die­ sich der Herausforderung gestellt haben und viel Geld­ investiert haben, um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.­ Aber zumindest im nächsten Jahr ist KERS-Betrieb­ weiterhin möglich.

    Von HHF, am Di 3.Nov. 18:06
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